ASM-Aktie: Rekordquartal beschleunigt den Wachstumsausblick
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:43 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSRekordquartal und höherer Ausblick
- ASM steigerte den Quartalsumsatz bei starker Nachfrage nach Anlagen für moderne Logik- und Speicherchips deutlich.
- Das Management erwartet für das vierte Quartal weiteres Wachstum und will überschüssige Liquidität über ein neues Rückkaufprogramm an die Aktionäre zurückgeben.
- Die Nachfrage im KI-Infrastrukturausbau bleibt der zentrale Treiber für die Investitionen der Kunden.
ASM International hat am 27. Oktober 2026 ein Rekordquartal gemeldet und den Ausblick für das kommende Geschäftsjahr erneut angehoben. Der Umsatz erreichte im dritten Quartal 1.159 Millionen Euro und lag damit bei konstanten Wechselkursen 44 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen veröffentlichte ASM in einer Mitteilung über GlobeNewswire.
Starkes Geschäft mit modernen Chips
Der Halbleiterausrüster profitierte vor allem von einer beschleunigten Nachfrage aus dem Geschäft mit moderner Logik und Foundry-Anwendungen. ASM verwies auf steigende Investitionen in Fertigungstechnologien für 2-Nanometer- und kleinere Strukturen sowie auf einen ersten substanziellen Beitrag aus dem Bereich 1,4 Nanometer. Auch das Speichergeschäft legte kräftig zu, insbesondere bei Anwendungen rund um High Bandwidth Memory.
Die Bruttomarge blieb mit 52,0 Prozent stabil. Das bereinigte operative Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 56 Prozent, die bereinigten Nettoerträge erhöhten sich auf 315 Millionen Euro. Das ausgewiesene Nettoergebnis lag dagegen bei 308,1 Millionen Euro nach 384,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Bereinigte und ausgewiesene Ergebnisse sind deshalb getrennt zu betrachten.
Ausblick reicht bis 2027
Für das vierte Quartal stellt ASM bei konstanten Wechselkursen einen Umsatz von 1.230 Millionen Euro plus oder minus fünf Prozent in Aussicht. Auf dieser Grundlage soll der Umsatz im Gesamtjahr 2026 um etwa 35 Prozent wachsen; für das Equipment-Geschäft erwartet das Management ein Plus von mehr als 40 Prozent.
Für 2027 rechnet ASM mit einem Umsatz von mehr als 5,7 Milliarden Euro zu konstanten Wechselkursen. Damit soll das Umsatzziel, das der Konzern auf dem Investorentag 2025 für 2030 formuliert hatte, drei Jahre früher erreicht werden. Als stärksten Wachstumstreiber nennt das Management erneut Advanced Logic und Foundry. Für Speicherchips wird ebenfalls kräftiges Wachstum erwartet, während sich das Geschäft mit reifer Logik und Foundry stabilisieren soll.
Der Verwaltungsrat genehmigte am 27. Oktober zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen Euro. Das vorherige Programm über bis zu 150 Millionen Euro war im dritten Quartal abgeschlossen worden; dabei kaufte ASM 185.522 Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 808,53 Euro zurück. Der Start des neuen Programms soll noch gesondert angekündigt werden.
Aktie vor Xetra-Start niedriger einzuordnen
Der Realtime-Kurs der ASM-Aktie lag am Mittwoch, 4. November 2026, um 09:35 Uhr bei Lang & Schwarz bei 722,20 Euro. Der Kurs ist als frühe Handelsindikation zu lesen; der reguläre Börsenhandel kann die Notierung im Tagesverlauf verändern.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob ASM die hohe Investitionsbereitschaft der Chipkunden in steigende Auslieferungen und Margen überführen kann. Der verbesserte Ausblick stärkt die Wachstumsperspektive, erhöht aber zugleich die Erwartungen an die Umsetzung und an die weitere Entwicklung der Halbleiterinvestitionen.
Das europäische Marktumfeld lässt sich über die AEX-Marktberichte verfolgen.
Weitere Meldungen und Analysen zur ASM-Aktie folgen auf der Themenseite.
ASM International
- Unternehmen: ASM International N.V.
- ISIN: NL0000334118
- WKN: 868730
- Ticker: ASM in Amsterdam, AVS bei Xetra Frankfurt
- Heimatbörse: Euronext Amsterdam
- Lang-&-Schwarz-Kurs: 722,20 Euro am 4. November 2026 um 09:35 Uhr
- Q3-Umsatz 2026: 1.159 Millionen Euro
- Q4-Umsatzprognose: 1.230 Millionen Euro plus oder minus fünf Prozent
- Neues Rückkaufprogramm: bis zu 300 Millionen Euro
