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Behörden rÀtseln nach vielen Bombendrohungen im Flugverkehr

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Serie rÀtselhafter Bombendrohungen im europÀischen Luftverkehr hÀlt an.

Auch am Freitag wurden wieder mehrere FĂ€lle gemeldet. Insgesamt gab es damit seit Dienstag mindestens 30 Drohungen gegen Flugzeuge. Indes sorgen in Irland nahezu identische Drohungen gegen MedienhĂ€user fĂŒr Aufruhr.

Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom musste aufgrund einer Drohung nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa nach Venedig umgeleitet werden. Im portugiesischen Lissabon gingen gleich zwei Bombendrohungen gegen ein und dieselbe Ryanair-Maschine ein, wie der staatliche TV-Sender RTP unter Berufung auf die Polizei berichtete.

Auch gegen Flugzeuge aus London und aus BrĂŒssel nach Sofia gab es Bombendrohungen. Die Maschinen seien am Flughafen Sofia sicher gelandet, bei den Kontrollen seitens der Grenzpolizei sei "nichts Beunruhigendes" entdeckt worden, wie das öffentlich-rechtliche Radio in Sofia berichtete. In Prag richteten sich nach Angaben einer Flughafensprecherin Drohungen gegen neun FlĂŒge, auch in Frankreich kam es zu VorfĂ€llen.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es zahlreiche solcher Drohungen im europĂ€ischen Flugverkehr gegeben. Allein am Donnerstag waren mehr als ein Dutzend PassagierflĂŒge betroffen. Wer hinter den Drohungen steckt, ist bislang jedoch unklar.

Drohungen in der HÀufung ungewöhnlich

Mehrere Behörden in europĂ€ischen LĂ€ndern ermitteln inzwischen zu den VorfĂ€llen. Die EU-Kommission aktivierte als Reaktion auf die angespannte Situation einen Mechanismus zum grenzĂŒbergreifenden Informationsaustausch, wie eine Sprecherin bestĂ€tigte. Die BrĂŒsseler Behörde koordiniert die Absprachen der betroffenen EU-LĂ€nder demnach. Auch die europĂ€ische Flugsicherheitsagentur EASA mit Sitz in Köln ist an dem Austausch beteiligt.

Frankreichs Justiz leitete Vorermittlungen ein, hieß es aus dem Amt des französischen Premierministers. Die tschechische Polizeieinheit fĂŒr den Kampf gegen Extremismus, Terrorismus und CyberkriminalitĂ€t ermittelt ebenso. Auch in Irland beschĂ€ftigen die Behörden die VorfĂ€lle.

Mindestens vier der am Freitag bedrohten FlĂŒge gingen durch den deutschen Luftraum. Das Karlsruher Center der Deutschen Flugsicherung fĂŒr den oberen Luftraum habe Informationen ĂŒber die Drohungen an die Crews und an die benachbarten Flugsicherungen weitergeleitet, sagte eine Sprecherin. Bombendrohungen kĂ€men zwar immer wieder vor, in dieser HĂ€ufung seien sie aber ungewöhnlich.

Irische Medien rĂ€umen BĂŒros nach Drohungen

Auch in anderen Branchen gibt es nahezu identische VorfĂ€lle. Mitarbeiter des irischen Rundfunksenders RTÉ und anderer MedienhĂ€user mussten nach einer Bombendrohung am Morgen in Sicherheit gebracht werden. Betroffen sind neben RTÉ auch die Zeitung "Irish Independent" und der Radiosender "Newstalk".

Ob die Drohungen gegen die MedienhÀuser mit den VorfÀllen im Flugverkehr zusammenhÀngen, ist offen. "Diese Drohungen folgen jedoch unmittelbar auf die anhaltenden Störungen des europÀischen Flugverkehrs, die durch Àhnliche Drohungen verursacht wurden, und es scheint wahrscheinlich, dass es sich hierbei um eine koordinierte Störkampagne handelt", teilte die irische Regierung der Nachrichtenagentur PA zufolge jedoch mit.

Kein Einfluss auf VerspÀtungen

FĂŒr FluggĂ€ste halten sich die SchĂ€den bisher zumindest in Grenzen. Bisher hĂ€tten die Bombendrohungen keinen Einfluss auf VerspĂ€tungen im europĂ€ischen Luftverkehrsnetz gehabt, wie die Luftsicherheitsorganisation Eurocontrol auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Laut Eurocontrol waren fĂŒr Donnerstag Drohungen gegen 14 FlĂŒge bekannt, am Dienstag gegen 7. Die betroffenen FlĂŒge machten am Donnerstag demnach rund 0,05 Prozent aus, bei europaweit 28.488 FlĂŒgen. Am Dienstag waren es bei 26.278 FlĂŒgen rund 0,03 Prozent.

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