Bosch streicht in Abstatt weitere 750 ArbeitsplÀtze
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Streichung der ArbeitsplÀtze soll bis Ende 2029 vollzogen werden und möglichst sozialvertrÀglich erfolgen. Zuerst hatte das "Handelsblatt" berichtet.
Schwierige konjunkturelle Rahmenbedingungen und der tiefgreifende Strukturwandel der Automobilindustrie wurden als GrĂŒnde fĂŒr den weiteren Personalabbau in Abstatt genannt. "Die weltweite Fahrzeugproduktion stagniert, in Europa ist die Nachfrage sogar rĂŒcklĂ€ufig. Zugleich wĂ€chst der Wettbewerbsdruck bei Kosten, Geschwindigkeit und ProduktivitĂ€t, insbesondere durch asiatische Anbieter."
Die MobilitÀtssparte von Bosch ist innerhalb des Technologiekonzerns besonders von dem Arbeitsplatzabbau in Deutschland betroffen. Nach Angaben einer Sprecherin sollen hier in unterschiedlichen ZeitrÀumen bislang mehr als 23.000 Jobs wegfallen.
Konkurrenz aus Asien
Im Zuge der Transformation im Automarkt verĂ€ndere sich auch das Portfolio im Bremsenbereich seit einigen Jahren deutlich, die Nachfrage nach kosteneffizienten Lösungen steige stark, teilte das Unternehmen mit Blick auf Abstatt weiter mit. "Moderne integrierte Bremssysteme unterliegen einem deutlich stĂ€rkeren Preiswettbewerb und neue asiatische Anbieter drĂ€ngen mit kostengĂŒnstigeren Lösungen immer stĂ€rker auf den europĂ€ischen Markt."
Innovationen wie elektronische Bremssysteme, bei denen die direkte mechanische oder hydraulische Verbindung zwischen dem Bremspedal und den Bremsen an den RĂ€dern aufgehoben sei (Brake-by-Wire-Systeme), wĂŒrden zunehmend zuerst mit chinesischen Kunden eingefĂŒhrt und gemeinsam mit dem lokalen Bosch-Standort entwickelt. "Das fĂŒhrt dazu, dass in Abstatt weniger KapazitĂ€ten nötig sind."
Insgesamt arbeiten am Standort Abstatt rund 5.300 Menschen. Der GeschÀftsbereich Vehicle Motion entwickelt und vertreibt dort Bremssysteme, Fahrzeugbewegungssoftware, Insassenschutzsysteme sowie Fahrzeugsensorik. Der GeschÀftsbereich Cross-Domain Computing Solutions, der die Fahrzeugelektronik, Sensoren und Software aus einer Hand entwickelt, und die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH sind von dem Personalabbau nicht betroffen.
Konzern steht weltweit unter Druck
Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz groĂen BĂŒhne beschĂ€ftigen, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwĂ€chelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Der Technologiekonzern und Autozulieferer hatte im ersten Halbjahr keine groĂen SprĂŒnge gemacht. In den ersten sechs Monaten 2026 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro.
Allerdings kam das Wachstum vor allem durch ZukĂ€ufe zustande. Bosch hatte im Laufe des vergangenen Jahres das Heizungs-, LĂŒftungs- und KlimatisierungsgeschĂ€ft von Johnson Controls US4783661071 und Hitachi ĂŒbernommen. Einen RĂŒckgang gab es bei der ProfitabilitĂ€t. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) - Bosch spricht von einem operativen Ebit - sank von 2,3 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro.
