Erste-Aktie: Übernahmeangebot für polnische Bank startet
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 09:14 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSÜbernahmeangebot und Jahresziele im Fokus
- Erste Group will den Anteil an Erste Bank Polska von 49 Prozent auf mehr als 50 Prozent erhöhen.
- Das Kreditvolumenziel für 2026 steigt auf mehr als 290 Milliarden Euro.
- Die Bank erwartet beim Nettozinsergebnis ohne Polen ein Wachstum von mehr als 6 Prozent.
Die Erste Group hat am Montag, 2. November 2026, das freiwillige Übernahmeangebot für Aktien der Erste Bank Polska gestartet. Die Annahmefrist soll am Dienstag, 3. November, beginnen. Das teilte die Erste Group in ihrer Mitteilung zu den Neunmonatszahlen mit.
Erste will Mehrheit in Polen
Die österreichische Bank hält derzeit 49 Prozent an Erste Bank Polska und will ihren Anteil auf mehr als 50 Prozent erhöhen. Zugleich soll die Beteiligung unter 75 Prozent bleiben, damit mindestens 25 Prozent der Aktien im Streubesitz verbleiben. Der Angebotspreis liegt bei rund 713 polnischen Zloty je Aktie.
Die Annahmefrist soll voraussichtlich 30 Tage dauern und kann nach den geltenden Regeln verlängert werden. Die Abwicklung ist für Dezember 2026 vorgesehen. Voraussetzung für den Vollzug ist, dass genügend Aktien angedient werden, um die Beteiligung über 50 Prozent zu erhöhen.
Ausblick für 2026 angehoben
Die Erste Group hat nach den ersten neun Monaten ihre Finanzziele erneut erhöht. Das Kreditvolumen einschließlich Erste Bank Polska soll 2026 auf mehr als 290 Milliarden Euro steigen. Beim Nettozinsergebnis ohne Polen erwartet die Bank nun ein Wachstum von mehr als 6 Prozent nach zuvor etwa 5 Prozent.
Das Wachstum bei den Gebühren- und Provisionserträgen ohne Polen soll rund 10 Prozent erreichen, verglichen mit der bisherigen Spanne von 7 bis 9 Prozent. Die entsprechende Kosten-Ertrags-Quote soll unter 46 Prozent sinken. Für die Gruppe einschließlich Polen bleibt das Ziel einer Quote von unter 45 Prozent bestehen.
In den ersten neun Monaten stieg das Kreditvolumen einschließlich Polen laut Erste Group um 24 Prozent auf 287,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte einschließlich der polnischen Tochter um 20,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zu. Die Zahlen enthalten den erstmaligen Einbezug von Erste Bank Polska sowie damit verbundene Sondereffekte.
Aktie unter dem Xetra-Schluss
Der Realtime-Kurs der Erste-Aktie lag am Montag, 2. November 2026, um 09:10 Uhr bei Lang & Schwarz bei 107,90 Euro, 0,46 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag, 30. Oktober.
Für Anleger rückt damit neben der operativen Entwicklung die Kapitalbindung durch die mögliche Aufstockung in Polen in den Mittelpunkt. Die Erste Group will das Angebot aus eigenen Mitteln finanzieren und erwartet nach dem Vollzug eine harte Kernkapitalquote von mehr als 14,25 Prozent.
Erste Group Bank AG
- ISIN: AT0000652011
- Heimatbörse: Wiener Börse
- Lang & Schwarz: 107,90 Euro am 2. November 2026 um 09:10 Uhr
- Veränderung: -0,46 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss vom 30. Oktober 2026
- Xetra-Schluss: 108,40 Euro am 30. Oktober 2026
Das Marktumfeld für österreichische Banken lässt sich über die aktuellen Entwicklungen im ATX einordnen.
