Funke-Verlegerin Becker kritisiert Google wegen KI-Suche
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas bisherige Geschäftsmodell zwischen Google US02079K1079 und den Verlagen funktioniere durch den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) nicht mehr wie zuvor, sagte Becker bei der Global Media Law Conference der Deutschen Welle (DW) in Berlin. "Also wir liefern Inhalte und Google bringt uns Leser und Leserinnen", beschrieb sie das bisherige Verhältnis. "Das Tauschgeschäft im klassischen Sinne existiert so nicht mehr."
Hintergrund sind unter anderem KI-generierte Zusammenfassungen, die Google inzwischen bei Suchanfragen anzeigt. Nutzer erhalten dadurch Antworten direkt auf der Suchergebnisseite, ohne zwingend die ursprünglichen Nachrichtenartikel aufrufen zu müssen. Nach Beckers Angaben hat das erhebliche Folgen für die Reichweite der Verlage. Die KI-Übersichten hätten zu einem "dramatischen Einbruch" der Klicks auf die verlinkten Inhalte geführt, sagte Becker.
Lutz Mache, Government Affairs & Public Policy Senior Manager bei Google, verwies auf Kontrollmöglichkeiten für Verlage. Diese könnten KI-Training ausschließen und sich aus den KI-Übersichten herausnehmen, ohne dass dies Einfluss auf das Ranking in der Suche habe. Google entwickle die Darstellung von Quellen in den Übersichten gemeinsam mit Verlagen weiter, etwa durch die Anzeige von Logos.
Becker betonte, dass sich Medienhäuser als privat finanzierte Unternehmen ihren Journalismus weiterhin leisten können müssten. Sie setzt dafür auf gemeinsame Initiativen und auf größtmögliche rechtliche Sicherheit, vor allem auf europäischer Ebene. Die Voraussetzungen hätten sich grundlegend verändert.
Länder planen neue Vorgaben für KI-Antworten
Auch die Medienpolitik beschäftigt sich mit den Auswirkungen von KI auf den Journalismus. Der rheinland-pfälzische Medienstaatssekretär und Koordinator der Rundfunkkommission der Länder, Thorsten Welling, stellte auf der Konferenz geplante Vorgaben für KI-Informationssysteme vor. Demnach sollen Anbieter künftig unter anderem kenntlich machen, wie sicher ihre Antworten auf Nachrichten und politische Fragen sind.
"Wir nennen das den Wahrscheinlichkeitsindex", sagte Welling. Die Regelung ist Teil der Vorschläge für einen neuen Digitale-Medien-Staatsvertrag, zu dem derzeit eine Anhörung läuft.
