GNW-News, EU-Importe

GNW-News: EU-Importe von russischem Phosphatgestein auf höchstem Stand seit zehn Jahren

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 06:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die EU hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 russisches Phosphatgestein im Wert von 170 Millionen Euro importiert.
Die EU hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 russisches Phosphatgestein
im Wert von 170 Millionen Euro importiert. Das entspricht einem Anstieg von
17 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies geht aus einer Analyse von Daten der
Europäischen Kommission durch das schwedische Umweltunternehmen Ragn-Sells
hervor. Ein derart hohes Niveau wurde zuletzt 2016 verzeichnet.
?Phosphor ist für unsere Ernährungssicherheit unverzichtbar. Dennoch fließt mehr
als ein Drittel der EU-Ausgaben für Phosphatgesteinimporte nach Russland. Europa
kann es sich nicht leisten, bei einem so wichtigen Nährstoff auf Importe
angewiesen zu sein, wenn es bereits über die Technologie verfügt, Phosphor im
eigenen Land aus Abwasser zurückzugewinnen", sagt Pär Larshans, Chief
Sustainability Officer der Ragn-Sells Group.
Russland stellte 38 % des Gesamtwerts der Phosphatgesteinimporte der EU und war
damit im betrachteten Zeitraum deren größter Lieferant. Marokko lag mit einem
Importwert von 137 Millionen Euro auf Platz zwei, gefolgt von Südafrika mit 48
Millionen Euro. Der Wert der Importe aus Russland stieg gegenüber dem Vorjahr um
17 % und erreichte damit für den Zeitraum Januar bis September den höchsten
Stand seit 2016.
?Seit Russlands groß angelegtem Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ist der
Wert der EU-Importe von russischem Phosphatgestein nicht gesunken, sondern
gestiegen. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung zu einer Zeit, in der Europa
versucht, seine Abhängigkeit von importierten kritischen Rohstoffen zu
verringern", so Pär Larshans.
Phosphor ist ein wichtiger Nährstoff sowohl in Mineraldüngern als auch in
Futtermitteln und wird von der Europäischen Union als kritischer Rohstoff
eingestuft. Nahezu der gesamte in der europäischen Landwirtschaft verwendete
Phosphor wird importiert. Die einzige derzeit aktive Phosphatmine der EU in
Finnland deckt weniger als 10 % des landwirtschaftlichen Bedarfs.
Moderne Technologien wie Ash2Phos
(https://www.easymining.com/technologies/ash2phos2/ash2phos/) von EasyMining,
einer Tochtergesellschaft von Ragn-Sells, können hochreinen Phosphor aus
Klärschlammasche zurückgewinnen. Die erste großtechnische Ash2Phos-Anlage wird
derzeit in Schkopau, Deutschland, errichtet (https://www.pg-schkopau.de). Die
derzeitigen EU-Vorschriften verhindern jedoch, dass aus Abwasser
zurückgewonnener Phosphor in Futtermitteln eingesetzt werden darf. Dies bremst
Investitionen und den Ausbau entsprechender Recyclingkapazitäten.
?Europa verfügt über die Technologie, um Phosphor aus Abwasser zurückzugewinnen
und als wertvollen Rohstoff nutzbar zu machen. Was fehlt, ist ein Rechtsrahmen,
der es ermöglicht, recycelten Phosphor unter den gleichen Wettbewerbsbedingungen
wie bergbaulich gewonnenen Phosphor anzubieten. Eine entsprechende Änderung wäre
ein einfacher Weg für Europa, seine Eigenversorgung zu stärken und die
Abhängigkeit von Russland zu verringern", sagt Jonas Hagman, CEO von EasyMining.
Weitere Informationen:
Press Officer, Ragn-Sells, +46 70 927 2400, press@ragnsells.com
(mailto:press@ragnsells.com)
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