ING streicht hunderte Jobs - Gewinn enttÀuscht, Aktie verliert
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBetroffen seien rund 400 Jobs im FirmenkundengeschĂ€ft, teilte der Mutterkonzern der gleichnamigen deutschen Direktbank am Donnerstag in Amsterdam mit. Den Anteilseignern sagte Bankchef Steven van Rijswijk derweil fast zwei Milliarden Euro fĂŒr eine Dividende und ein neues Programm zum AktienrĂŒckkauf zu. FĂŒr die ING-Aktie ging es am Vormittag dennoch abwĂ€rts.
An der Börse in Amsterdam verlor das Papier bis zur Mittagszeit fast drei Prozent auf 28,585 Euro und gehörte damit zusammen mit der spanischen GroĂbank BBVA ES0113211835 zu den gröĂten Verlierern im Eurozonen-Index EuroStoxx 50 EU0009658145. Dennoch wurde das Papier damit noch fast ein FĂŒnftel teurer gehandelt als zum Jahreswechsel.
Den Stellenabbau erklĂ€rte die Bankspitze mit einer verĂ€nderten Betreuungsstruktur fĂŒr ihre Unternehmenskunden. Diese wĂŒrden kĂŒnftig nicht mehr nach Branchen, sondern nach LĂ€ndern betreut. Damit rĂŒcke der Service nĂ€her zu den Kunden. Die neue Struktur soll Anfang MĂ€rz 2027 in Kraft treten. Dabei sollen sich viele ZustĂ€ndigkeiten Ă€ndern und etwa 400 Jobs wegfallen, wie die Bank erklĂ€rte.
Unterdessen will die ING bis zu 1,9 Milliarden Euro fĂŒr eine Dividende und den RĂŒckkauf eigener Aktien ausgeben. Davon sollen 250 Millionen Euro Mitte Januar als Dividende flieĂen. Mit den restlichen 1,65 Milliarden Euro will ING bis 26. April 2027 eigene Aktien zurĂŒckkaufen.
Im dritten Quartal lief es fĂŒr die ING trotz sprudelnder Zinseinnahmen indes nicht so gut wie erwartet. Unter dem Strich verdiente das Geldhaus 1,85 Milliarden Euro und damit 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Experten hatten hingegen im Schnitt mit gut zwei Milliarden Euro gerechnet.
Dabei steigerte die ING ihre ErtrĂ€ge um knapp sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Der ZinsĂŒberschuss sprang sogar um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, und auch Provisionen und GebĂŒhren brachten mehr ein als im Vorjahreszeitraum. Allerdings sanken die sonstigen ErtrĂ€ge deutlich. Zudem legte die Bank mit 403 Millionen Euro fast ein Viertel mehr Geld fĂŒr faule Kredite zurĂŒck, und auch die Betriebskosten gingen nach oben.
Im deutschen PrivatkundengeschĂ€ft konnte die ING ihren Vorsteuergewinn dank höherer ErtrĂ€ge um ein Zehntel auf 392 Millionen Euro steigern. Im hiesigen FirmenkundengeschĂ€ft schlug jedoch eine höhere Risikovorsorge fĂŒr drohende KreditausfĂ€lle teuer zu Buche. Dadurch ging der Vorsteuergewinn des gesamten ING-DeutschlandgeschĂ€fts um ein Zehntel auf 405 Millionen Euro zurĂŒck.
Dennoch sieht van Rijswijk den Gesamtkonzern auf gutem Weg zu seinen im Juli angehobenen Jahreszielen. FĂŒr 2026 erwartet der Manager insgesamt weiterhin ErtrĂ€ge von mehr als 24,5 Milliarden Euro. Dabei soll die Rendite auf das materielle Eigenkapital die Marke von 15 Prozent ĂŒbersteigen. In den ersten neun Monaten des Jahres lag sie bei 15,6 Prozent.
