Kirchhoff-Analyse: HV-Reden im SDAX sind mehrheitlich zu komplex und wenig zugÀnglich
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 09:49 Uhr | dgap, AD HOC NEWS| Kirchhoff Consult GmbH / Schlagwort(e): Studie 17.09.2026 / 09:49 CET/CEST FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Kirchhoff-Analyse: HV-Reden im SDAX sind mehrheitlich zu komplex und wenig zugĂ€nglich Lesbarkeitsindex der SDAX-HV-Reden durchschnittlich bei 44,3 (schwer), DAX-Referenzbeispiele erreichen einen Wert von ĂŒber 70 (mittelleicht) Deutz, Deutsche Beteiligungs AG und Deutsche EuroShop mit bestem VerstĂ€ndlichkeitsindex im SDAX Kapitalmarkt-Sentiment der SDAX-Reden bei +28,9, die Referenzbeispiele erreichen +72 und +82 Hohe emotionale Resonanz im SDAX weisen u.a. DrĂ€gerwerk, DĂŒrr und Vossloh auf. Hamburg, 17. September 2026 â Die Hamburger Kommunikations- und Strategieberatung fĂŒr Finanzkommunikation und ESG Kirchhoff Consult hat erstmals die Vorstandsreden der Hauptversammlungen der SDAX-Unternehmen analysiert. Ausgewertet wurden die 30 auf den Investor-Relations-Websites der jeweiligen Unternehmen veröffentlichten Reden der insgesamt 70 SDAX-Unternehmen. ErgĂ€nzend wurden die Hauptversammlungsreden der Deutschen Telekom und von Siemens Energy als Referenzbeispiele untersucht. Im Mittelpunkt standen unter anderem die sprachliche ZugĂ€nglichkeit, die Dichte von Fachbegriffen, der Anteil aktiver und passiver Formulierungen, die thematischen Schwerpunkte, das Kapitalmarkt-Sentiment sowie die emotionale Resonanz. Die Analyse zeigt: Die VerstĂ€ndlichkeit der untersuchten Hauptversammlungsreden fĂ€llt insgesamt gering aus. Gleichzeitig sind die SDAX-Reden ĂŒberwiegend aktiv formuliert und im allgemeinen Sentiment mehrheitlich neutral. Jens Hecht, CFA, Managing Partner bei Kirchhoff Consult: âEine Hauptversammlungsrede sollte die GeschĂ€ftsentwicklung, Strategie und Zukunftsaussichten nicht nur ĂŒberzeugend darstellen, sondern auch einordnen und fĂŒr die verschiedenen Anspruchsgruppen verstĂ€ndlich machen. Die verfĂŒgbaren SDAX-Reden sind mehrheitlich schwer verstĂ€ndlich formuliert. Unsere Auswertung zeigt aber, dass VerstĂ€ndlichkeit, Sachlichkeit und persönliche Ansprache einander nicht ausschlieĂen, sondern sich wirkungsvoll ergĂ€nzen. Gerade bei komplexen GeschĂ€ftsmodellen ist es entscheidend, Inhalte klar zu strukturieren, ZusammenhĂ€nge transparent zu machen und sie anhand konkreter Beispiele verstĂ€ndlich zu vermitteln.â SDAX-Reden bleiben sprachlich deutlich hinter den Referenzreden zurĂŒck Die 30 untersuchten SDAX-Reden erreichen beim deutschen Flesch-Index im Durchschnitt einen Wert von 44,3. Am besten schneiden dabei Deutz; Deutsche Beteiligungs AG und Deutsche EuroShop ab. Die Referenzreden der Deutschen Telekom und von Siemens Energy liegen mit mehr als 70 deutlich darĂŒber. Der Index berechnet sich auf Basis der durchschnittlichen SatzlĂ€nge und Silbenanzahl pro Wort. Je höher der Wert, desto höher ist die Lesbarkeit und VerstĂ€ndlichkeit der Rede. Entsprechend zeigt sich auch bei der durchschnittlichen SatzlĂ€nge ein deutlicher Unterschied: In den SDAX-Reden umfasst ein Satz durchschnittlich 16,0 Wörter. In der Rede der Deutschen Telekom sind es 5,6 Wörter, bei Siemens Energy 11,0 Wörter. Die beiden Referenzreden arbeiten damit nicht nur mit einer zugĂ€nglicheren Sprache, sondern auch mit deutlich kĂŒrzeren SĂ€tzen. Finanzthemen im Fokus Rund 26 % der SDAX-Redeinhalte entfallen durchschnittlich auf Finanzen, Finanzierung und Kapitalmarkt, 23,8 % auf Strategie und GeschĂ€ftsmodell, 18,4 % auf operative Entwicklungen, 17,0 % auf Innovation, Transformation und Technologie sowie 10,9 % auf persönliche Ansprache, wie unter anderem WĂŒrdigungen und Dankesworte. Die beiden Referenzreden setzen unterschiedliche Akzente: Die Deutsche Telekom legt den Schwerpunkt vor allem auf operative Entwicklungen (27,0 %) sowie Innovation, Transformation und Technologie (25,0 %), wĂ€hrend Siemens Energy stĂ€rker Finanz- und Kapitalmarktthemen (19,9 %) sowie Strategie und GeschĂ€ftsmodell (28,7 %) adressiert. Der Vergleich mit den beiden DAX-Unternehmen zeigt: WĂ€hrend im SDAX die Finanzthemen den gröĂten durchschnittlichen Redeanteil ausmachen, verbinden die beiden Referenzreden finanzielle Informationen stĂ€rker mit operativen, strategischen, technologischen und persönlichen Perspektiven. Unter den untersuchten SDAX-Unternehmen legen Team Viewer SE, LPKF Laser & Electronics SE und Heidelberger Druckmaschinen bereits einen stĂ€rkeren Fokus auf zukunftsorientierte Themen wie Innovationen und Technologien. Kapitalmarkt-Sentiment: Referenzreden mit deutlich positiveren Scores Das allgemeine Sentiment der SDAX-Reden ist ĂŒberwiegend neutral: Im Durchschnitt entfallen 35,3 % der Aussagen auf positive, 52,7 % auf neutrale und 12,1 % auf negative Inhalte. Das Kapitalmarkt-Sentiment liegt im Durchschnitt bei +28,9 auf einer Skala von -100 bis +100. Die beiden Referenzreden erzielten deutlich höhere Werte: Die Deutsche Telekom erreicht ein Kapitalmarkt-Sentiment von +72, Siemens Energy von +82. Und das obwohl die beiden Referenzreden nicht von durchgehend positiven Textelementen geprĂ€gt sind. Der Anteil neutraler Aussagen lag bei der Deutschen Telekom bei 71,0 %, und bei Siemens Energy bei 64,4 %. Die Kombination aus hoher NeutralitĂ€t und positiver Kapitalmarktansprache steht fĂŒr eine kontrollierte Sachlichkeit und eine gezielte, adressatengerechte Kommunikation. Im Fokus steht nicht ein maximal positives Gesamt-Sentiment, sondern eine glaubwĂŒrdige und ausgewogene Einordnung. Aktive Formulierungen prĂ€gen die SDAX-Reden, die Fachbegriff-Dichte bleibt im Durchschnitt moderat Die 30 untersuchten SDAX-Reden enthalten im Durchschnitt 91,1 % aktive und 8,9 % passive Formulierungen. Auch die beiden Referenzreden sind ĂŒberwiegend aktiv formuliert: In der Rede der Deutschen Telekom liegt der Anteil aktiver Formulierungen bei 89,0 %, bei Siemens Energy betrĂ€gt er 86,0 %. Die Dichte an Fachbegriffen liegt im SDAX-Mittel bei 3,8 %, der Median betrĂ€gt 2,8 %. In den Referenzreden liegt sie bei 5,0 % bei der Deutschen Telekom und 4,9 % bei Siemens Energy. Die Dichte der Fachbegriffe kann somit als moderat eingeordnet werden. Emotionale Resonanz: Best Practice entsteht durch konkrete BezĂŒge und UnternehmensidentitĂ€t Bei der qualitativen Bewertung der emotionalen Resonanz werden konkrete Geschichten, Leitmotive, persönliche BezĂŒge, Live-Elemente und UnternehmensidentitĂ€t als Merkmale untersucht. Auf dieser Basis wurden einzelne Reden als Best Practice fĂŒr emotionale Resonanz identifiziert. Die Deutsche Telekom und Siemens Energy dienen dabei als separate Referenzbeispiele. Die Best-Practice-Einstufung ist weder ein Gesamturteil ĂŒber die jeweilige Rede noch ein aus den quantitativen Kennzahlen berechneter Gesamtscore. Die Rede der Deutschen Telekom arbeitet unter anderem mit dem Leitmotiv âAuf mich ist Verlassâ, einer Solingen-Anekdote, Humor, Fehleroffenheit und der T-Style-Kultur. Siemens Energy verbindet die gesellschaftliche Bedeutung von Strom mit der Geschichte der Mitarbeiterin Cynthia Wirth, dem Teamgedanken von âTeam Purpleâ und anschaulichen GröĂenvergleichen. Auch unter den untersuchten SDAX-Unternehmen wurden einige Reden als Best Practice fĂŒr emotionale Resonanz eingestuft. DrĂ€gerwerk verbindet die WĂŒrdigung von Christian und Theo DrĂ€ger mit einem gemeinsamen Gedenkritual. Vossloh verknĂŒpft Zahlen, Technologie, Nachhaltigkeit und Unternehmensgeschichte im Leitmotiv âBessere Bahn gleich bessere Zukunftâ. DĂŒrr kombiniert AktionĂ€rsbindung, die familiengeprĂ€gte UnternehmensidentitĂ€t, MitarbeiterwertschĂ€tzung sowie Abschied und Neubeginn. Die gemeinsame Lehre lautet, dass emotionale Resonanz nicht durch Pathos entsteht. Sie entsteht durch Menschen, konkrete Situationen, glaubwĂŒrdige Bilder und ein konsistentes Leitmotiv. Fazit: VerstĂ€ndlichkeit, Sachlichkeit und persönliche BezĂŒge als zentrale Befunde Die Untersuchung macht drei zentrale Punkte besonders sichtbar: Die Referenzreden von der Deutschen Telekom und von Siemens Energy sind sprachlich deutlich zugĂ€nglicher und weisen kĂŒrzere SĂ€tze auf als der SDAX-Durchschnitt. Die SDAX-Reden sind ĂŒberwiegend aktiv formuliert und im allgemeinen Sentiment mehrheitlich neutral. Bei der qualitativen Bewertung der emotionalen Resonanz erweisen sich konkrete BezĂŒge, Leitmotive und eine klar erkennbare UnternehmensidentitĂ€t als prĂ€gende Merkmale der Best-Practice-Beispiele. Methodik der Untersuchung Die Analyse âHV-Reden im SDAXâ untersucht die 30 veröffentlichten Hauptversammlungsreden der SDAX-Unternehmen. Als separate Referenzbeispiele wurden die Reden der Deutschen Telekom und von Siemens Energy einbezogen; beide flieĂen nicht in die Berechnung des SDAX-Mittelwerts ein. Verglichen wurden die Redeanteile fĂŒr die Themenblöcke Finanzen, Finanzierung und Kapitalmarkt, Strategie und GeschĂ€ftsmodell, operative Entwicklungen, Innovation, Transformation und Technologie sowie persönliche Ansprache. DarĂŒber hinaus wurden der deutsche Flesch-Index berechnet, die Dichte von Fachbegriffen, aktive und passive Formulierungen, die durchschnittliche SatzlĂ€nge, positives, neutrales und negatives Gesamt-Sentiment, das Kapitalmarkt-Sentiment auf einer Skala von -100 bis +100 sowie die emotionale Resonanz ausgewertet. Ăber Kirchhoff Kirchhoff Consult ist mit rund 70 Mitarbeitenden eine fĂŒhrende Kommunikations- und Strategieberatung fĂŒr Finanzkommunikation und ESG im deutschsprachigen Raum. Seit ĂŒber 30 Jahren berĂ€t Kirchhoff Kunden in allen Fragen der Finanz- und Unternehmenskommunikation, bei GeschĂ€fts- und Nachhaltigkeitsberichten, beim Börsengang, im Bereich der Investor Relations sowie der ESG- und Nachhaltigkeitskommunikation. âDesigning Sustainable Valueâ: Kirchhoff verbindet inhaltliche Kompetenz mit exzellentem Design und schafft damit nachhaltig Werte. Kirchhoff Consult ist Mitglied im TEAM FARNER, einer europĂ€ischen Allianz von Partner-gefĂŒhrten Agenturen. Gemeinsames Ziel: Aufbau des europĂ€ischen MarktfĂŒhrers fĂŒr integrierte Kommunikationsberatung. Erfahren Sie mehr auf: kirchhoff.de KONTAKT Janina Schumann Head of Corporate Communications T +49 40 609 186 40 janina.schumann@kirchhoff.de 17.09.2026 CET/CEST Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht, ĂŒbermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group. FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Die EQS Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. Originalinhalt anzeigen: EQS News |
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