Meta Platforms-Aktie verschiebt Regeln nach Kritik an Web-Scraping
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 13:12 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSNeue Regeln bleiben vorerst aus
- Meta verschiebt neue Geschäftsbedingungen für Unternehmenskonten nach Kritik von Medienhäusern und Netzaktivisten.
- Norwegens Medienbranche erwirkte eine einstweilige Verfügung, während die britische Wettbewerbsbehörde eine Untersuchung einleitete.
- Meta erklärt, die Änderung solle Produktinformationen für Anzeigen und Empfehlungen erfassen, nicht Nachrichteninhalte für KI-Dienste.
Meta Platforms verschiebt die Einführung neuer Geschäftsbedingungen für Unternehmenskonten. Die Entscheidung folgt auf den Widerstand von Medienunternehmen und Interessenvertretern des offenen Webs, die eine weitreichende Nutzung von Online-Inhalten fürchten. Darüber berichtet The Hindu BusinessLine am Dienstag, 3. November 2026.
Die Regeln sollten ursprünglich am 30. Oktober in Kraft treten. Sie hätten Meta erlaubt, mit automatisierten Programmen wie Web-Crawlern und Bots Domains, Webseiten und URLs von Unternehmenskonten zu indexieren, zwischenzuspeichern, zu analysieren, abzurufen oder zu erfassen. Die Bestimmungen hätten für alle Geschäftskunden gegolten und keine Vergütung für die erfassten Inhalte vorgesehen.
Regulierer erhöhen den Druck
Die Kontroverse betrifft ausschließlich Unternehmenskonten. Bei öffentlichen Beiträgen von Instagram- und Facebook-Nutzern gelten bereits andere Regeln für eine mögliche Erfassung zum Training von KI-Modellen. Kritiker befürchten, Meta könne mit den Inhalten konkurrierende KI-Angebote oder andere Produkte entwickeln.
In Norwegen setzte ein Gericht am 28. Oktober die neuen Bedingungen vorläufig aus. Den Antrag stellten 180 Medienunternehmen. Nach Angaben des norwegischen Medienverbands vertreten sie rund 97 Prozent der dortigen Zeitungsauflage. In Großbritannien leitete die Competition and Markets Authority am 30. Oktober eine Untersuchung ein. Sie prüft, ob Meta den Anbietern von Nachrichten und anderen Inhalten unfaire Geschäftsbedingungen auferlegen könnte.
Meta weist den Vorwurf zurück. Sprecher Andy Stone erklärte am 16. Oktober, die Aktualisierung solle genaue Produktinformationen von Drittseiten für Werbung und Empfehlungen auf den Plattformen ermöglichen und nicht dem Scraping von Nachrichtenseiten dienen. Nach Kritik strich Meta laut dem Bericht später das Wort "train" aus den überarbeiteten Bedingungen. Am 29. Oktober erklärte Stone, Meta höre sich das Feedback an und plane vorerst keine Änderung ohne Konsultation von Branchenverbänden und Führungskräften.
Ausblick für Anleger
Die Verschiebung nimmt den unmittelbaren Umsetzungsdruck aus dem Streit, beendet ihn aber nicht. Der norwegische Medienverband hält die Zusicherungen für unzureichend und verlangt unter anderem freiwillige Vereinbarungen sowie eine Vergütung, wenn journalistische Inhalte für KI-Produkte verwendet werden. Auch die Europäische Kommission begrüßte die Verschiebung und verwies auf Vorgaben gegen den Missbrauch marktbeherrschender Positionen.
Der Realtime-Kurs der Meta Platforms-Aktie lag am Dienstag, 3. November 2026, um 13:06 Uhr Berliner Zeit bei Lang & Schwarz bei 544,55 Euro.
Meta Platforms im Überblick
- Unternehmen: Meta Platforms, Inc.
- ISIN: US30303M1027
- Ticker: META
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 544,55 Euro am 3. November 2026 um 13:06 Uhr Berliner Zeit
Das Marktumfeld für US-Technologiewerte wird im S&P 500 gebündelt.
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