Neuer Prozess gegen Ex-MilliardÀr René Benko hat begonnen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVor dem Landesgericht Innsbruck geht es unter anderem um den Verdacht des schweren Betrugs.
Laut Anklage soll der GrĂŒnder der Immobilien- und Handelsgruppe Signa die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner um rund fĂŒnf Millionen Euro betrogen haben, indem Benko dem Investor eine "wahrheitswidrige Garantie" zur Begleichung der Millionensumme gegeben habe. Die beiden Unternehmer waren jahrelang geschĂ€ftlich eng verbunden.
Zu Beginn des ersten Verhandlungstags betonte Haselsteiner als Zeuge die Bedeutung der Garantie. Er sei um fĂŒnf Millionen Euro gebeten worden - und er hĂ€tte sie nicht ohne die Zusage Benkos zur VerfĂŒgung gestellt, erklĂ€rte der Investor. Benko wiederum wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck.
Der Prozess ist auf zwei Tage anberaumt. Am Donnerstag könnte ein Urteil fallen. Bei einem Schuldspruch erwartet Benko möglicherweise eine Zusatzstrafe. Erst im September war Benko wegen SchÀdigung seiner GlÀubiger zu 30 Monaten Haft verurteilt worden.
Anklage geht von TĂ€uschung aus
Aus Sicht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Benko Anfang November 2023 dringend das Geld fĂŒr die Sporthandels-Tochter SportScheck gebraucht. Nur die GarantieerklĂ€rung Benkos habe die Privatstiftung Haselsteiners veranlasst, eine Millionensumme zuzuschieĂen. Die GarantieerklĂ€rung habe rein zur TĂ€uschung gedient, Benko habe nie ernsthaft vorgehabt, Haselsteiner das Geld zurĂŒckzuzahlen, argumentierte die OberstaatsanwĂ€ltin.
Benko war erstmals nicht aus dem GefĂ€ngnis in den Gerichtssaal gekommen. Seit Mitte Oktober darf er seine Untersuchungshaft mit einer FuĂfessel in einer Privatwohnung absitzen.
Es ging auch um ein teures Gewehr
Der 49-JĂ€hrige ist auĂerdem erneut wegen SchĂ€digung seiner GlĂ€ubiger angeklagt. Er hat laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro dem Zugriff seiner GlĂ€ubiger entzogen. Der Strafrahmen der Anklagepunkte betrĂ€gt ein bis zehn Jahre Haft. Benko, der seit Januar 2025 in Untersuchungshaft ist, drohen weitere Anklagen.
Benko hatte den Immobilienkonzern Signa gegrĂŒndet, den er im Lauf von rund zwanzig Jahren zu einer als Top-Adresse geltenden Firma ausbaute. Der Einstieg in den stationĂ€ren Handel bei den deutschen Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt, steigende Zinsen, verlorenes Vertrauen der Banken und Managementfehler trieben die Signa schlieĂlich in die Insolvenz.
