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Pharmakonzern Lilly hebt erneut Umsatzziel - Aktie auf Rekordhoch

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 18:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
INDIANAPOLIS - Der Pharmakonzern Lilly US5324571083 kann sich weiter auf den Gewichtssenker Zepbound und das Diabetesmittel Mounjaro verlassen.

(neu: Aktienkurs, Börsenwert und Historie)

INDIANAPOLIS (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Lilly US5324571083 kann sich weiter auf den Gewichtssenker Zepbound und das Diabetesmittel Mounjaro verlassen. Beide Kassenschlager trieben das Wachstum auch im dritten Quartal mit Milliardenerlösen an. Damit schnitt der US-Konzern besser ab als erwartet. Konzernchef David Ricks hebt angesichts der anhaltend hohen Nachfrage seine Umsatzprognose fĂŒr das Jahr nochmals deutlich an. Die seit Jahren stark gefragte Aktie kletterte auf ein Rekordhoch.

Das Papier stieg im frĂŒhen Handel um bis zu neun Prozent auf 1.408 Dollar. Das Niveau konnte die Aktie nicht ganz halten, lag aber am Nachmittag immer noch sechs Prozent im Plus. Seit Ende 2025 legte der Kurs fast 30 Prozent zu und das, nachdem es sich bereits in den vergangenen Jahren deutlich verteuert hatte. Im Zuge des Booms von Abnehmmedikamente hat sich der Börsenwert in den vergangenen fĂŒnf Jahren auf rund 1,3 Billionen mehr als verfĂŒnffacht.

Damit ist Lilly der mit Abstand wertvollste Pharmakonzern. Zudem liegt das Unternehmen in der Rangliste der weltweit teuersten Unternehmen, die von US-Techkonzernen wie Nvidia US67066G1040, Apple US0378331005, Alphabet US02079K3059 und Microsoft US5949181045 dominiert wird, vergleichsweise weit vorn. Mit dem Anstieg am Donnerstag kletterte Lilly hier auf Rang 12.

30 der 35 von Bloomberg befragten Analysten empfehlen die Lilly-Aktie trotz des starken Anstiegs in den vergangenen Monaten weiter zum Kauf. Allerdings liegt das durchschnittliche Kursziel mit 1.360 Dollar leicht unter dem aktuellen Niveau. Die Spanne reicht von etwas mehr als 900 bis 1.600 Dollar. Experten wie JPMorgan-Analyst Chris Schott lobten die Zahlen und Ziele. Diese zeigten eindrucksvoll die gute Aufstellung und das hervorragende Portfolio des Konzerns.

FĂŒr 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem Anstieg der Erlöse auf 91 bis 92 Milliarden US-Dollar (rund 81,7 bis 82,6 Mrd Euro), nach gut 65 Milliarden im Vorjahr, wie Lilly in Indianapolis mitteilte. Bei der Erhöhung im August hatte Chef Ricks noch 85 bis 87 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Das Jahresziel fĂŒr den bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) senkte der Konzern hingegen leicht um je einen halben Dollar: Erwartet wird nun ein Anstieg auf 35 bis 36 Dollar je Aktie. Grund fĂŒr die leichte KĂŒrzung seien Belastungen fĂŒr ĂŒbernommene Entwicklungs- und Forschungsprojekte.

Im dritten Quartal steigerte Lilly den Umsatz um 39 Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 22,5 Milliarden gerechnet. Das Diabetesmittel Mounjaro spĂŒlte dabei 10,7 Milliarden Dollar in die Kasse, das AbnehmprĂ€parat Zepbound 5,3 Milliarden. Beide Medikamente ĂŒbertrafen die Erwartungen des Marktes.

Die noch recht neue Abnehmpille Foundayo blieb dagegen hinter den Erwartungen zurĂŒck. Sie brachte im Quartal 184 Millionen Dollar ein, wĂ€hrend Analysten mit fast 50 Millionen Dollar mehr gerechnet hatten. Das einmal tĂ€glich einzunehmende Mittel konkurriert mit der Abnehmpille Wegovy des dĂ€nischen Rivalen Novo Nordisk DK0062498333.

Der Gewinn unter dem Strich zog im Quartal um gut 15 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Dollar an. Der Anstieg beim bereinigten Gewinn je Aktie fiel mit sieben Prozent auf 7,48 Dollar zwar im Vergleich geringer aus, weil hohe Forschungskosten belasteten. Analysten hatten hier aber sogar mit einem RĂŒckgang gerechnet.

Um das Wachstum langfristig abzusichern, arbeitet der Konzern - Ă€hnlich wie der Konkurrent Novo Nordisk - unter anderem an weiteren Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion. Dazu zĂ€hlt auch eine neue Generation von PrĂ€paraten, die wirksamer sind oder weniger Nebenwirkungen haben. Im Fokus steht etwa der experimentelle Wirkstoff Retatrutid, der noch klinisch geprĂŒft wird und einen grĂ¶ĂŸeren Gewichtsverlust als bisherige PrĂ€parate bieten könnte. DarĂŒber hinaus erschließt sich Lily derzeit neue Bereiche wie Frauengesundheit und psychedelische Substanzen.

Zugleich verschĂ€rft sich der Wettbewerb im Markt fĂŒr Abnehmmedikamente, auch weil Novo Nordisk versucht, verlorene Marktanteile zurĂŒckzugewinnen. Die DĂ€nen hatten wie Lilly an der Börse zu Beginn des Abnehmmittel-Booms profitiert. So war Novo Nordisk zwischenzeitlich das wertvollste Unternehmen Europas. Die Zeiten sind aber schon lange vorbei.

Die starke Konkurrenz, LieferengpĂ€sse und RĂŒckschlĂ€ge bei klinischen Studien haben den Kurs stark belastet. Seit dem Rekordhoch von mehr als 1.000 Kronen ging es um rund 75 Prozent nach unten. Von den Gewinnen in der Rally in den drei Jahren bis Mitte 2024 ist so gut wie nichts mehr ĂŒbrig. Mit rund 260 dĂ€nischen Kronen kostet die Aktie derzeit nur noch rund zehn Prozent mehr als im FrĂŒhjahr 2021. Mit einem Börsenwert von umgerechnet nur noch etwas mehr als 150 Milliarden Euro ist Novo Nordisk in der Rangliste der wertvollsten Unternehmen Europas inzwischen fast aus der Top Ten gefallen.

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