Prozess zum VW-Dieselskandal verzögert - kein Ende absehbar
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 13:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZum geplanten Auftakt in dem vierten gröĂeren Betrugsprozess am Landgericht Braunschweig fehlte einer der drei Angeklagten aus gesundheitlichen GrĂŒnden, wie die Verteidigung mitteilte. Der Vorsitzende Richter gab nach einer Unterbrechung bekannt, dass der Betroffene aus Sicht des Gerichts nicht ausreichend entschuldigt sei.
Zur Verlesung der Anklageschrift kam es am Montag nicht. Der Prozess wurde bis Donnerstag (5. November) unterbrochen. Im Verfahren wird drei ehemaligen FĂŒhrungskrĂ€ften des Konzerns unter anderem vorgeworfen, die illegale Abschalteinrichtung mitentwickelt zu haben, beziehungsweise nicht gegen die Weiterentwicklung eingeschritten zu sein. Einem der Angeklagten wird auch eine uneidliche Falschaussage vorgeworfen.
Dieselfahrzeuge mit Software manipuliert
Der VW DE0007664039-Skandal kam im September 2015 ans Licht, als US-Behörden nachwiesen, dass Dieselfahrzeuge mit einer Software manipuliert waren. Diese erkannte Testsituationen und reduzierte die Stickoxid-Emissionen, im Alltagsbetrieb blieben sie aber deutlich höher. Der Skandal kostete dem damaligen VW-Boss Martin Winterkorn das Amt und den Autobauer Milliarden. Betroffen waren weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge.
Im Mai 2025 war nach mehreren Jahren Verhandlung der erste Betrugsprozess in Braunschweig mit einem Urteil zu Ende gegangen. Zwei der vier Angeklagten erhielten Haft-, die anderen beiden BewĂ€hrungsstrafen. Die Verurteilten sehen sich aber als Bauernopfer und gingen in Revision. Eine Entscheidung dazu ist nicht absehbar, bis zum möglichen Haftantritt dĂŒrfte es daher noch dauern.
Verfahren gegen Ex-VW-Boss Winterkorn vorlÀufig eingestellt
In diesem ersten Prozess war ursprĂŒnglich auch Ex-VW-Boss Martin Winterkorn angeklagt. Sein Verfahren wurde aber aus gesundheitlichen GrĂŒnden abgetrennt und ist inzwischen wegen VerhandlungsunfĂ€higkeit vorlĂ€ufig eingestellt. Vor Gericht hatte Winterkorn jegliche strafrechtliche Verantwortung zurĂŒckgewiesen.
Das nun vierte Verfahren richtete sich zunĂ€chst gegen elf Beschuldigte. Gegen acht von Ihnen wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Geldauflagen eingestellt. FĂŒr den Prozess sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 angesetzt.
Noch in diesem Monat (24. November) soll auch der fĂŒnfte - und wohl letzte - Prozess in Braunschweig beginnen. Dann richten sich die VorwĂŒrfe gegen sieben ehemalige FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter des Konzerns. Auch fĂŒr diesen Prozess sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 geplant.
