Puma sieht trotz anhaltendem Umsatzminus Fortschritte - Aktie gefragt
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSInsbesondere das Großhandelsgeschäft in Europa und Nordamerika läuft weiter schwach, die Konsumenten halten sich mit Käufen zurück. Zudem schrieb Puma im dritten Quartal weiter rote Zahlen. Jedoch sieht Konzernchef Arthur Höld erste Fortschritte im Vergleich zum Vorquartal. Zudem kommt Puma beim Abbau seiner Lagerbestände voran. In den letzten drei Monaten des Jahres dürfte der positivere Trend weitergehen.
Am Aktienmarkt kamen die Aussagen gut an. Der Kurs legte am Freitag um gut sieben Prozent zu - Puma führte damit die Gewinnerliste im MDax DE0008467416 in einem etwas schwächeren Umfeld mit weitem Abstand an.
Analysten sprachen von einem durchwachsenen dritten Quartal. Laut der DZ Bank dürften aber die erstaunlich starke Umsatzentwicklung in der Region Asien/Pazifik, das Wachstum in den Kategorien Running und Training sowie der Rückgang der Vorräte für die gute Stimmung sorgen.
Die Resultate zeichneten das Bild eines weiter komplexen Neustarts für das Kundeninteresse an der Marke, kommentierte Jefferies-Analyst James Grzinic. Der währungsbereinigte Umsatzrückgang falle geringer als im Vorquartal und am Markt erwartet aus. Ermutigend sei die Senkung der Lagerbestände.
Im dritten Quartal sanken die Erlöse im Jahresvergleich um fünf Prozent auf rund 1,78 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt lag das Minus bei 6,3 Prozent. Damit konnte Puma den Abwärtstrend etwas bremsen, nachdem der Rückgang im Vorquartal noch höher ausgefallen war. Konzernchef Höld geht von einer Fortsetzung dieser Entwicklung im Schlussquartal aus. Höld bestätigte in einer Telefonkonferenz, 2027 wieder zu Wachstum zurückkehren zu wollen.
Dabei entwickelte sich das Großhandelsgeschäft insbesondere in Europa und Nordamerika erneut schwächer. Wegen der mauen Konsumnachfrage, die bei Händlern zu erheblichen Rabattaktionen führt, gibt Puma derzeit wie der Konkurrent Adidas DE000A1EWWW0 weniger neue Ware in diesen Kanal, was zum Umsatzminus beiträgt. In der Region Asien/Pazifik stiegen die Erlöse hingegen, darunter auch in China. Wachstum verzeichnete der Konzern im E-Commerce-Geschäft.
Die Rohertragsmarge konnte Puma von 45,4 auf 49,5 Prozent verbessern - dabei profitierte das Unternehmen von niedrigeren Beschaffungskosten sowie Zollrückerstattungen in Höhe von 29,8 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) war mit 0,4 Millionen Euro positiv, Restrukturierungskosten ließen Puma jedoch weiter in der Verlustzone bleiben. Der Nettoverlust betrug 54,9 Millionen Euro und fiel damit etwas niedriger aus als das Minus von 62,3 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Die Lagerbestände gingen um rund ein Viertel zurück, vorwiegend wegen eines niedrigeren Beschaffungsvolumens.
Puma erwartet für 2026 weiter einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, grenzte jedoch die Spanne beim operativen Ergebnis ein und erwartet nun vor Zinsen und Steuern zwischen minus 80 und minus 130 Millionen Euro. Zudem kürzte das Unternehmen die Investitionen auf voraussichtlich unter 150 Millionen Euro, hier waren zunächst rund 200 Millionen Euro vorgesehen.
Höld hatte im dritten Quartal des vergangenen Jahres wegen der schlechten Entwicklung einen Konzernumbau angestoßen, der die Konzentration auf Kernsportarten, weniger Produkte und den Ausbau des Direktgeschäfts mit den Konsumenten vorsieht. Dazu sollen Lagerbestände abgebaut, unrentable Läden geschlossen und insgesamt 1.400 Stellen gestrichen werden. Diese Maßnahmen sollen ab 2027 wieder ein "nachhaltiges" Wachstum ermöglichen.
Mitten in diesem Umbau hat die chinesische Fila-Mutter Anta Sports die französische Milliardärsfamilie Pinault nach dem Kauf ihrer Anteile als größten Aktionär abgelöst. Puma erhofft sich von der Übernahme unter anderem bessere Erkenntnisse über den wichtigen chinesischen Sportartikelmarkt - dieser gilt in der Branche als der mit dem größten Wachstumspotenzial. Im dritten Quartal führte dies jedoch zu Verunsicherung bei den chinesischen Großhändlern. So fiel die Nachfrage von Handelspartnern in China Puma zufolge zurückhaltender aus.
Höld ließ nur wenig durchblicken, wie eine künftige Zusammenarbeit mit Anta aussehen könnte. Darüber wird es ihm zufolge Gespräche geben. Er betonte jedoch, das Anta die Strategie und das Management unterstütze. Die Chinesen hatten erst kürzlich den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen.
