Raiffeisen Bank-Aktie: RBI verfolgt 3,15-Milliarden-Euro-Anspruch
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:52 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSRBI verfolgt Milliardenforderung weiter
- Ein Wiener Versäumnisurteil sprach der Raiffeisen Bank International 3,15 Milliarden Euro Schadenersatz gegen Rasperia zu.
- Für die Verwertung eingefrorener Strabag-Aktien ist ein Antrag bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht erforderlich.
- Der mögliche Mittelzufluss hängt von der behördlichen Freigabe und dem späteren Verkauf der Aktien ab.
Die Raiffeisen Bank International (RBI) verfolgt ihren Anspruch gegen die russische Gesellschaft Rasperia Trading weiter. Nach Angaben von Reuters bei onvista wurde ein Versäumnisurteil des Wiener Landesgerichts für Zivilrechtssachen am 22. Oktober rechtskräftig. Es spricht der RBI einen Schadenersatzanspruch von 3,15 Milliarden Euro zu.
Freigabe der Strabag-Aktien steht aus
Als nächsten Schritt will die RBI bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) die Freigabe von Vermögenswerten Rasperias beantragen. Im Mittelpunkt stehen 28,5 Millionen eingefrorene Strabag-Aktien sowie nicht ausgezahlte Dividenden und eine Barausschüttung aus einer Kapitalherabsetzung der Strabag im Jahr 2024.
Die Bank will mit der Verwertung dieser Vermögenswerte ihren Anspruch gegen Rasperia durchsetzen. Eine behördliche Freigabe ist dafür jedoch Voraussetzung. Erst danach könnten die Strabag-Aktien über eine Investmentbank verkauft und die Erlöse vereinnahmt werden. Der tatsächliche Mittelzufluss ist deshalb noch nicht gesichert.
Russischer Rechtsstreit belastet den Prozess
Dem österreichischen Verfahren ging ein Rechtsstreit in Russland voraus. Ein russisches Gericht hatte die dortige RBI-Tochter zur Zahlung von rund 2,4 Milliarden Euro an Rasperia verurteilt. Die Auseinandersetzung entzündete sich daran, dass Strabag wegen der EU-Sanktionen gegen den früheren Rasperia-Kontrollinhaber Oleg Deripaska keine Dividenden an die Gesellschaft auszahlen durfte.
Reuters berichtete außerdem von einer russischen Strafzahlung von 342 Millionen Euro an Rasperia. Die RBI bezeichnete diese Folge als erwartbar. Der österreichische Anspruch soll den daraus entstandenen Schaden für die Bank ausgleichen.
Aktie und Anlegerperspektive
Der Realtime-Kurs der Raiffeisen Bank-Aktie lag am Freitag, 30. Oktober 2026, um 10:43 Uhr bei Lang & Schwarz bei 57,05 Euro.
Für Anleger bleibt der mögliche Zugriff auf österreichische Vermögenswerte ein bedeutender Unsicherheitsfaktor. Positiv wäre eine erfolgreiche Verwertung für die Rückführung von Kapital aus dem Russland-Geschäft; offen bleiben aber Genehmigung, zeitlicher Ablauf und Erlös der Strabag-Aktien.
Am deutschen Aktienmarkt richten Anleger den Blick zugleich auf die Entwicklung des DAX.
Weitere Meldungen und Analysen zur Raiffeisen Bank-Aktie behandeln die nächsten rechtlichen und regulatorischen Schritte.
Raiffeisen Bank International
- Unternehmen: Raiffeisen Bank International AG
- ISIN: AT0000606306
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 57,05 Euro am 30. Oktober 2026 um 10:43 Uhr
