BundeslÀnder, Open-Source-Bildungsplattform

Sechs BundeslÀnder starten Open-Source-Bildungsplattform

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 06:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Im BemĂŒhen um mehr digitale SouverĂ€nitĂ€t im Bildungswesen gehen sechs deutsche BundeslĂ€nder einen neuen Weg.

Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben sich auf einen Rahmenvertrag fĂŒr eine digital souverĂ€ne Open-Source-Bildungsplattform geeinigt, die ohne Software von US-Tech-Riesen wie Microsoft US5949181045 oder Google US02079K1079 auskommt. Wie am Rande des Digital-Gipfels der Bundesregierung in Berlin bekannt wurde, bildet die Software des Stuttgarter Unternehmens Nextcloud die technische Basis der Lösung. Der Berliner Hosting-Anbieter Ionos DE000A3E00M1 stellt die Infrastruktur bereit.

Die Beschaffung wird ĂŒber die Genossenschaft Govdigital eG abgewickelt, was es den LĂ€ndern ermöglicht, die Lösung ohne erneute Ausschreibungsverfahren zu beziehen. Govdigital eG ist das zentrale KooperationsbĂŒndnis öffentlicher IT-Dienstleister in Deutschland.

AbhÀngigkeit von Microsoft und Google reduzieren

Das Projekt markiert einen bedeutenden Schritt, um die AbhĂ€ngigkeit von großen US-Konzernen zu verringern. Gerade im Schulalltag, in dem SchĂŒler frĂŒhzeitig im Umgang mit digitalen Werkzeugen geprĂ€gt werden, sehen Experten die Gefahr langfristiger Bindungen an proprietĂ€re Systeme. Die neue Plattform soll als datenschutzkonforme Alternative dienen, die insbesondere den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung entspricht und Schutz vor dem Zugriff durch US-Behörden bietet, wie er etwa durch den US Cloud Act ermöglicht wird.

Frank Karlitschek, GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Nextcloud, sieht in der Vereinbarung eine strategische Weichenstellung. Er betont, dass der öffentliche Sektor eine entscheidende Rolle bei der Etablierung europĂ€ischer Softwarelösungen spiele. "Wir brauchen europĂ€ische Champions, um digitale SouverĂ€nitĂ€t zu erreichen und den europĂ€ischen Softwaresektor zu stĂ€rken", sagte Karlitschek der dpa. Der Staat könne dabei als sogenannter Leuchtturm-Kunde fungieren, der durch seine Nachfrage den Aufbau solcher Alternativen erst ermögliche. "Wir benötigen auch keine Fördergelder, sondern einfach nur Leuchtturm-Kunden."

Modell fĂŒr öffentlichen Dienst und Privatwirtschaft

WĂ€hrend die sechs LĂ€nder nun gemeinsam starten, gibt es bereits Vorreiter im Bereich der digitalen SouverĂ€nitĂ€t. So setzt Schleswig-Holstein bereits seit rund zwei Jahren eigenstĂ€ndig auf Nextcloud-Lösungen und ist daher nicht Teil des aktuellen Vergabepakets. Die neue Plattform soll den Schulen eine breite Palette an Funktionen bieten, darunter Dateiaustausch, Chat, Videokonferenzen, E-Mail, Kalender und Office-Anwendungen. Das Angebot richtet sich langfristig nicht nur an den Bildungssektor, sondern soll als Modell fĂŒr den gesamten öffentlichen Dienst sowie die Privatwirtschaft dienen.

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