ThyssenKrupp-Aktie: Förderrahmen für tkH2Steel wird verbindlich
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 16:31 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSWasserstoffprojekt erreicht nächste Stufe
- Thyssenkrupp Steel kann die Wasserstoffquote in Duisburg schrittweise an Marktbedingungen anpassen.
- Ein neuer Tender soll langfristige Wasserstofflieferungen für die Direktreduktionsanlage sichern.
- Der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025/2026 soll am 8. Dezember 2026 veröffentlicht werden.
Die ThyssenKrupp-Aktie steht nach einer verbindlichen Förderentscheidung für das Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel erneut im Blickpunkt. Thyssenkrupp Steel kann die Wasserstoffquote in der geplanten Duisburger Direktreduktionsanlage flexibler und schrittweise erhöhen. Das teilte der Konzern am Freitag, 30. Oktober 2026, mit.
Der Thyssenkrupp-Mitteilung zufolge ist der geänderte Förderbescheid nun endgültig. Die Anpassung war nötig, weil sich der Wasserstoffmarkt langsamer entwickelt hat als zunächst erwartet. Produktionskapazitäten, Leitungen und Importwege stehen demnach noch nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung; grüner Wasserstoff ist zudem teurer als ursprünglich angenommen.
Flexibler Übergang zu Wasserstoff
Die Anlage soll mit Erdgas, Wasserstoff oder einer Mischung beider Energieträger betrieben werden können. Der langfristige Übergang zu einem vollständig wasserstoffbasierten Betrieb bleibt das Ziel, hängt aber von Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Kundennachfrage ab.
Nach Unternehmensangaben ist die Direktreduktionsanlage auf eine Jahreskapazität von 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertem Eisen ausgelegt. Ein Betrieb ausschließlich mit Erdgas könnte die Kohlendioxidemissionen gegenüber der bisherigen kohlebasierten Hochofenroute um mehr als 50 Prozent senken. Für Anleger verbessert die Förderentscheidung damit den Spielraum bei der Umsetzung, beseitigt aber nicht die Beschaffungs- und Kostenrisiken des Wasserstoffhochlaufs.
Neuer Tender als nächster Test
Thyssenkrupp Steel bereitet nach dem geänderten Förderrahmen eine neue Ausschreibung für die langfristige Wasserstoffversorgung vor. In das Verfahren sollen Erfahrungen aus dem ersten Prozess zu Preisen, verfügbaren Mengen und Lieferketten einfließen. Ein Tender ist jedoch noch kein Liefervertrag; die Wirtschaftlichkeit des Projekts bleibt deshalb ein zentraler Prüfpunkt.
Der Realtime-Kurs der ThyssenKrupp-Aktie lag am Dienstag, 3. November, um 16:14 Uhr bei Lang & Schwarz bei 12,61 Euro.
Thyssenkrupp AG
- ISIN: DE0007500001
- WKN: 750000
- Ticker: TKA
- Lang-und-Schwarz-Kurs: 12,61 Euro am 3. November 2026 um 16:14 Uhr
Im deutschen Aktienmarkt bleibt der DAX das maßgebliche Umfeld für die Einordnung zyklischer Industrieaktien.
Weitere Meldungen und Analysen zur ThyssenKrupp-Aktie dürften sich auf den Start des Wasserstoff-Tenders und die nächsten Angaben zur Konzernstrategie konzentrieren. Der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025/2026 ist für den 8. Dezember 2026 angekündigt.
