ROUNDUP, US-Pharmakonzern

US-Pharmakonzern Lilly hebt ein weites Mal das Umsatzziel

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 14:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Pharmakonzern Lilly US5324571083 kann sich weiterhin auf den Gewichtssenker Zepbound und das Diabetesmittel Mounjaro verlassen.

Beide Kassenschlager trieben das Wachstum auch im dritten Quartal mit Milliardenerlösen an. Damit schnitt der US-Hersteller in dem Jahresviertel besser ab als erwartet. Konzernchef David Ricks hebt angesichts der anhaltend hohen Nachfrage seine Umsatzprognose für das Jahr nochmals deutlich an. Im frühen US-Handel ging es für die Aktie um acht Prozent nach oben auf ein Rekordniveau.

Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem Anstieg der Erlöse auf 91 bis 92 Milliarden US-Dollar (rund 81,7 bis 82,6 Mrd Euro), nach gut 65 Milliarden im Jahr 2025, wie Lilly in Indianapolis mitteilte. Bei der vorherigen Prognoseerhöhung im August hatte Chef Ricks für dieses Jahr noch einen Erlös von 85 bis 87 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das Jahresziel für den bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) senkte der Konzern hingegen leicht um jeweils einen halben Dollar an beiden Enden: Erwartet wird nun ein Anstieg auf 35 bis 36 Dollar je Aktie. Grund für die leichte Kürzung seien Belastungen für übernommene Entwicklungs- und Forschungsprojekte, hieß es.

Im dritten Quartal steigerte Lilly den Umsatz um 39 Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 22,5 Milliarden gerechnet. Das Diabetesmittel Mounjaro spülte dabei 10,7 Milliarden Dollar in die Kasse, das Abnehmpräparat Zepbound 5,3 Milliarden. Beide Medikamente übertrafen die Erwartungen des Marktes.

Die noch recht neue Abnehmpille Foundayo blieb dagegen hinter den Erwartungen zurück. Sie brachte im Quartal 184 Millionen Dollar ein, während Analysten mit fast 50 Millionen Dollar mehr gerechnet hatten. Das einmal täglich einzunehmende Mittel konkurriert mit der Abnehmpille Wegovy des dänischen Rivalen Novo Nordisk.

Der Gewinn unter dem Strich zog im Quartal um gut 15 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Dollar an. Der Anstieg beim bereinigten Gewinn je Aktie fiel mit sieben Prozent auf 7,48 Dollar zwar im Vergleich geringer aus, weil hohe Forschungskosten belasteten. Analysten hatten hier aber sogar mit einem Rückgang gerechnet.

Das boomende Geschäft mit Medikamenten gegen Fettleibigkeit hat Lilly inzwischen zum wertvollsten Pharmakonzern der Welt gemacht und dem Unternehmen finanziellen Spielraum für eine zunehmend ambitionierte Expansion verschafft.

Um das Wachstum langfristig abzusichern, arbeitet das Unternehmen - ähnlich wie der Wettbewerber Novo Nordisk - unter anderem an weiteren Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion. Dazu zählt auch eine neue Generation von Präparaten, die wirksamer sind oder weniger Nebenwirkungen haben. Im Fokus steht etwa der experimentelle Wirkstoff Retatrutid, der noch klinisch geprüft wird und einen größeren Gewichtsverlust als bisherige Präparate bieten könnte. Darüber hinaus erschließt sich Lily derzeit neue Bereiche wie Frauengesundheit und psychedelische Substanzen.

Zugleich verschärft sich der Wettbewerb und der Preisdruck im Markt für Abnehmmedikamente, auch weil Novo Nordisk versucht, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.

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