Warnstreik bei Audi - scharfe Kritik am Vorstand
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 06:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLandesbezirksleiter Horst Ott attackierte darüber hinaus Audi-Chef Gernot Döllner für dessen Auftritt bei einem Wahlkampftermin von US-Präsident Donald Trump. "Auf diese Art Audi zu vertreten, ist armselig", sagte Ott nach Angaben eines Sprechers bei der bislang größten Kundgebung der derzeitigen Warnstreikwelle in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie.
Für heute ruft die IG Metall die Belegschaften in 41 Betrieben zu vorübergehenden Arbeitsniederlegungen auf. Größere Kundgebungen sind in Augsburg, Passau und Aschaffenburg geplant.
Audi steht wirtschaftlich unter Druck und will Kosten sparen, Döllner hatte in den USA den Bau eines neuen Werks angekündigt. In Deutschland beruft sich der Vorstand auf die sogenannte "Schlechtwetterklausel", die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Sparmaßnahmen vorsieht, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark verschlechtern. Zur Diskussion steht vor allem die mögliche Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm.
"Eine solche Art von Führung habt ihr nicht verdient"
"Dass Audi in den USA produzieren will, halte ich für richtig", sagte Ott - im Gegensatz zu den Konkurrenten BMW DE0005190003 und Mercedes DE0007100000 hat das zum VW DE0007664039-Konzern gehörende Unternehmen dort bislang kein eigenes Werk. "Was falsch ist, ist der Zeitpunkt." Das sei instinktlos und respektlos gegenüber den Menschen an den deutschen Standorten. "Eine solche Art von Führung habt Ihr nicht verdient", sagte der Landesbezirksleiter.
Die IG Metall Vertrauenskörperleiterin bei Audi, Karola Rank, forderte eine "belastbare Zukunftsperspektive" für die beiden deutschen Werke in Ingolstadt und Neckarsulm und hielt dem Vorstand die sinkenden Absatzzahlen vor: "Die Führungsetage zieht die Schlechtwetterklausel, weil sie es nicht schaffen, unsere Autos zu vermarkten und zu verkaufen."
Positionen in der Tarifrunde weit voneinander entfernt
Bei der Tarifrunde hatten die Arbeitgeber vergangene Woche ein Angebot unter der Inflationsrate vorgelegt, das Reallohnverzicht bedeuten würde: ein zweijähriger Tarifvertrag mit einer Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des Bruttojahresgehalts im Sommer 2027 und einer Tariferhöhung um 1,3 Prozent im Sommer 2028. "Unsere Rechnungen kommen jeden Monat, nicht erst im Sommer 2028", sagte Frank dazu. Die IG Metall fordert fünf Prozent höhere Entgelte und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
