ROUNDUP, Gen

Was bedeuten die Gen Z-Proteste für den Einzelhandel?

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 15:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Deutschlandweit bereiten sich Städte und Einzelhandel auf Proteste von "Gen Z regelt" vor.

Die Initiative ruft für den 31. Oktober zu Aktionen in rund 30 Städten auf. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein. Dabei lehnt sie Gewalt ausdrücklich ab. Bei Protesten in Frankreich und in anderen europäischen Ländern war es zu Krawallen gekommen - auch zu Plünderungen von Geschäften. Der Einzelhandel dort beklagt erhebliche Einbußen. Auch hierzulande sorgen sich Handelsverbände.

Handelsverbände hoffen auf friedliche Proteste

Handel und Gastgewerbe in Hessen etwa haben die Protest-Teilnehmer zu einem friedlichen Verlauf aufgerufen. Es müsse selbstverständlich sein, dass Geschäfte, Restaurants, Cafés und Hotels ihre Gäste empfangen können und Beschäftigte ihren Arbeitsplatz sicher erreichen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Handelsverbandes Hessen und des Branchenverbandes Dehoga.

In Hamburg beobachtet der Handel die Entwicklungen teils mit Sorge. "Berichte über zum Teil aggressive Aufrufe zu Straftaten" beunruhigten die Händler und den Verband, sagte die Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, Mareike Petersen. In Hamburg sind die Geschäfte am Samstag wegen des Reformationstags ohnehin geschlossen. Möglicherweise ließen sich einige Konflikte dadurch laut Petersen vermeiden.

Wirtschaftsverbände fordern Schutz

Wirtschaftsverbände haben in einem Brief an Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor negativen Auswirkungen auf Innenstädte und den Einzelhandel gewarnt. Eine aktuelle Lageeinschätzung zu den Protesten in Frankreich komme zu dem Ergebnis, dass auch hierzulande mit Betriebsstörungen durch Blockaden und Versammlungen gerechnet werden müsse, heißt es in dem nicht öffentlichen Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Verfasser des in der vergangenen Woche versandten Briefs sind der Handelsverband Deutschland (HDE), der Immobilienwirtschaftsverband ZIA sowie der Handelsimmobilien-Wirtschaftsverband GCSP. Über den Brief hatte zuvor das Newsportal "Schuhkurier.de" berichtet.

Douglas hält Samstag zwölf Filialen geschlossen

Die Parfümeriekette Douglas lässt an diesem Samstag sicherheitshalber zwölf Filialen geschlossen. "Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden hat für uns höchste Priorität", sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

In Stuttgart bleibt das bekannte Auktionshaus Eppli geschlossen. "Wir möchten kein Risiko eingehen", sagte Ferdinand Eppli. Im Vorfeld habe man sich mit vielen anderen Einzelhändlern ausgetauscht. Außerdem würden die Schaufenster ausgeräumt.

Vorkehrungen in Luxusläden

Auch auf der Düsseldorfer Königsallee treffen Händler Vorkehrungen. Zwei Tage vor den Kundgebungen sah man auf der Prachtstraße bereits Baugerüste und Sperrholzplatten vor Edel-Boutiquen. Zudem wollen die Händler ihre Schaufenster und sogar Läden räumen. Vor allem unter den Juwelieren und Bekleidungsgeschäften planten einige, ganztägig zu schließen, andere wollten ihre Schaufenster und Fassaden verschalen.

Innenministerium rechnet nicht mit Ausschreitungen

Bundesweit rechnen die Initiatoren mit mehr als 150.000 Teilnehmern in 32 Städten. Das Bundesinnenministerium sieht vorerst keine konkreten Aufrufe zu Gewalt. Aktuell lägen den Sicherheitsbehörden des Bundes keine weitergehenden Erkenntnisse zu geplanten gewalttätigen Ausschreitungen im Zusammenhang mit den Demonstrationen und Versammlungen vor, sagte ein Sprecher.

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