Westnetz GmbH / Westenergie-Tochter Westnetz: Bis 2030 Arbeiten an mehr ...
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 09:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWestenergie-Tochter Westnetz: Bis 2030 Arbeiten an mehr als 21.000 Kilometern Stromleitungen vorgesehen Essen (ots) -
- Netzausbauplan veröffentlicht: Westnetz plant bis 2030 Maßnahmen an rund 250 Umspannanlagen und mehr als 30.000 Ortsnetzstationen. Ziel ist es, die Anlagen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, zusätzliche Netzkapazitäten zu schaffen und sämtliche Ortsnetze digital zu erfassen - Der prognostizierte Leistungsbedarf von Rechenzentren und Elektromobilität steigt bis 2030 jeweils auf mehr als das Achtfache des Niveaus von 2024 - Die Westenergie-Gruppe hat seit 2020 rund 4,5 Milliarden Euro in das regulierte Strom- und Gasnetz investiert - jährliche Investitionen nahezu verdoppelt
Mehr als 21.000 Kilometer Stromleitungen erneuern, ausbauen oder neu bauen: Das sieht der Netzausbauplan 2026 des Verteilnetzbetreibers Westnetz allein bis 2030 vor. Geplant sind außerdem Maßnahmen an rund 250 Umspannanlagen, die auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden sollen. Auch an mehr als 30.000 Ortsnetzstationen sind Arbeiten vorgesehen: Bestehende Anlagen sollen erweitert, erneuert oder durch neue, digitalisierte Stationen ersetzt werden. Dabei kommt Mess- oder Fernwirktechnik zum Einsatz. Ziel ist es, 100 Prozent der Ortsnetze digital abzubilden. So schafft Westnetz eine noch umfassendere digitale Datengrundlage, um den Netzbetrieb weiter zu optimieren. Der Netzausbauplan zeigt, wie sich die Stromnetze in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie in Teilen von Niedersachsen und Hessen weiterentwickeln müssen.
Die Zahlen verdeutlichen, welche Bedeutung die Stromnetze für die nächste Phase der Energiewende haben. Neben dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien geht es in dieser oft als "zweite Hälfte der Energiewende" bezeichneten Phase zunehmend darum, Erzeugung, Verbrauch und Speicher intelligent miteinander zu verbinden und die wachsenden Anforderungen an die Netzinfrastruktur zu bewältigen.
Wie stark diese Anforderungen wachsen, zeigen die Prognosen für neue Verbraucher und erneuerbare Energien. Besonders deutlich wird die Entwicklung bei Rechenzentren und Elektromobilität. Der prognostizierte Leistungsbedarf von Rechenzentren steigt im Netzgebiet von Westnetz von 217 Megawatt (MW) im Jahr 2024 auf 1.912 MW im Jahr 2030 - nahezu eine Verneunfachung. Bei der Elektromobilität wird im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 1.783 auf 14.963 MW erwartet. Das entspricht mehr als dem Achtfachen. Gleichzeitig dürfte sich die Photovoltaikleistung von rund 10.800 auf knapp 22.000 MW etwa verdoppeln. Damit wachsen sowohl die dezentrale Stromerzeugung als auch die Anforderungen durch neue Verbraucher innerhalb weniger Jahre erheblich.
"Mit dem Netzausbauplan machen wir deutlich, welche gewaltige Infrastrukturaufgabe vor uns liegt. Doch ein Plan allein schafft noch keinen Netzanschluss. Entscheidend ist, dass wir unsere Netze nicht nur ausbauen, sondern auch technologisch weiterentwickeln. Deshalb investieren wir in leistungsfähigere Leitungen, moderne Umspannanlagen und digitalisierte Ortsnetzstationen. Unser Ziel ist es, 100 Prozent unserer Ortsnetze digital abzubilden. So können wir vorhandene Netzkapazitäten noch gezielter nutzen und den Netzbetrieb weiter optimieren. Denn am Ende entscheidet nicht die Zahl der geplanten Leitungen über den Erfolg der Energiewende, sondern was wir damit möglich machen - für Investitionen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und eine sichere Energieversorgung", sagte Robert Denda, CEO und CTO von Westenergie.
Westenergie-Gruppe hat Investitionen deutlich gesteigert
In den vergangenen Jahren hat die Westenergie-Gruppe ihre Investitionen in den Ausbau, die Verstärkung und die Digitalisierung der Netzinfrastruktur deutlich gesteigert. Seit der Gründung im Oktober 2020 hat das Unternehmen rund 4,5 Milliarden Euro in das regulierte Strom- und Gasnetz investiert. Parallel dazu ist auch das jährliche Gesamtinvestitionsvolumen stark gestiegen: Von 775 Millionen Euro im Jahr 2020 auf über 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2025. "Dass wir unser jährliches Investitionsvolumen seit 2020 fast verdoppelt haben, ist kein Zufall - es ist Ausdruck unseres klaren Anspruchs, beim Umbau des Energiesystems voranzugehen", ergänzte Denda.
Netzausbau reicht weit über 2030 hinaus
Der Blick bis 2045 verdeutlicht die langfristige Dimension: Über den gesamten Planungszeitraum umfasst der Netzausbauplan Maßnahmen an insgesamt rund 63.000 Kilometern Stromleitungen, mehr als 700 Umspannanlagen und rund 40.000 Ortsnetzstationen. Diese langfristigen Werte schließen die bis 2030 vorgesehenen Maßnahmen ein. Im Mittelpunkt stehen die Erweiterung der Netzkapazitäten, die technische Erneuerung und die fortschreitende Digitalisierung der Infrastruktur. Der Umbau erfolgt zu großen Teilen im laufenden Betrieb. Versorgungssicherheit und Netzstabilität müssen deshalb auch während der Umsetzung jederzeit gewährleistet bleiben.
Regionale Treiber unterscheiden sich deutlich
Neben dem physischen Ausbau gewinnt die intelligentere Nutzung vorhandener Netzkapazitäten zunehmend an Bedeutung. Denn nicht jeder zusätzliche Bedarf lässt sich allein durch neue Leitungen und Umspannanlagen decken. Digitalisierte Ortsnetzstationen, verbesserte Daten und Prognosen sowie flexible Netzanschlüsse können dazu beitragen, bestehende Infrastruktur effizienter zu nutzen und zusätzliche Anschlussmöglichkeiten zu schaffen. Entscheidend ist deshalb das Zusammenspiel von physischem Ausbau und Digitalisierung. Westnetz orientiert sich dabei am NOVA-Prinzip: Netzoptimierung vor Netzverstärkung vor Netzausbau. Bevor zusätzliche Infrastruktur errichtet wird, wird geprüft, wie sich die vorhandenen Netze besser nutzen oder verstärken lassen.
Wo dieser Bedarf entsteht, unterscheidet sich regional erheblich. Während etwa im Nordosten Nordrhein-Westfalens sowie in Rheinland-Pfalz und im südlichen Niedersachsen vor allem der weitere Ausbau von Wind- und Solarenergie zusätzliche Netzkapazitäten erfordert, stehen im Ruhrgebiet die Elektrifizierung der Industrie, Elektromobilität und Wärmepumpen im Vordergrund. Im Rheinland und im südwestlichen Nordrhein-Westfalen kommen zusätzliche Leistungsbedarfe durch industrielle Prozesse und Rechenzentren hinzu. In Südhessen spielt insbesondere der steigende Strombedarf von Rechenzentren eine wichtige Rolle.
Netzausbauplan schafft langfristige Orientierung
Der Netzausbauplan wird gemäß § 14d Energiewirtschaftsgesetz alle zwei Jahre erstellt. Grundlage ist das Regionalszenario West, das die erwartete Entwicklung von Stromerzeugung und -verbrauch auf Basis der energie- und klimapolitischen Ziele beschreibt.
Die ausgewiesenen Maßnahmen sind nicht mit verbindlichen Bau- oder Investitionsentscheidungen für sämtliche Projekte gleichzusetzen. Ihre konkrete Umsetzung hängt unter anderem von der tatsächlichen Entwicklung von Erzeugung und Verbrauch, den regulatorischen Rahmenbedingungen sowie erforderlichen Genehmigungen ab.
Damit schafft der Netzausbauplan eine wichtige Grundlage, um den Umbau der Stromnetze langfristig und bedarfsgerecht vorzubereiten - und die notwendigen Schritte frühzeitig anzugehen.
Der Netzausbauplan wird auf der Plattform VNBdigital (https://www.vnbdigital.de/) veröffentlicht.
Pressekontakt:
Tobias Burgholz Westenergie AG Externe Kommunikation Brüsseler Platz 1, 45131 Essen M +49 152 01006183 tobias.burgholz@westenergie.de Vorsitzender des Aufsichtsrates: Bernd Böddeling Vorstand: Dr. Robert Denda (Vorsitzender), Oliver Henrichs, Prof. Dr. Achim Schröder Sitz der Gesellschaft: Essen Eingetragen beim Amtsgericht Essen Handelsregister-Nr. HRB 31538 USt-IdNr. DE192000514
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/169518/6382071 OTS: Westnetz GmbH
