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Aktien Europa: Börsen der Euroregion schwächeln - Gewinne in Zürich und London

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 12:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die wichtigsten Börsen der Euroregion sind am Montag nach moderaten Gewinnen zum Handelsstart mehrheitlich in die Verlustzone gedreht.

Das Misstrauen in die Kreditwürdigkeit der Euroregion wachse. Diskussionen über eine Eurokrise 2.0 würden lauter, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners mit Blick auf die Talfahrt der Gemeinschaftswährung.

Auch die Ölpreise belasteten, wobei "die Lage schlimmer ist als es die Seitwärtsbewegung des Ölpreises vermuten lässt". Dabei verwies Altmann auf Liefertermine weiter in der Zukunft, etwa im Juni 2027, wo aktuell fast täglich ein neuer Rekord erreicht werde.

Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 EU0009658145, gab zur Mittagszeit um 0,3 Prozent auf 6.217 Punkte nach. Außerhalb der Euroregion gewann der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 dagegen 0,5 Prozent auf 13.722 Punkte und der britische FTSE 100 GB0001383545 ("Footsie") legte um 0,2 Prozent auf 10.485 Punkte zu. Dort ging es indes vor allem gestützt auf Energieunternehmen aufwärts.

Mit Blick auf die Euroregion belasten unverändert die hohen Renditen französischer Staatsanleihen, wie Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets sagte. Sie spiegeln das Misstrauen hinsichtlich der französischen Fiskalpolitik und der hohen Staatsverschuldung wider. Auch die Lage in Spanien bereitet Sorgen. Dort kündigte der linke Regierungschef Pedro Sanchez nach dem Scheitern seiner Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot vorgezogene Neuwahlen an. Die hohen Energiepreise halten laut Marktanalyst Lipkow zudem die Inflationssorgen am Leben und belasten über steigende Benzinpreise zunehmend den privaten Konsum.

Mit Blick auf die Branchen in Europa war die der Industriegüter EU0009658905 Schlusslicht, während die Chemiebranche EU0009658608 favorisiert wurde. Auslöser waren Neuigkeiten zu einzelnen Unternehmen. So brachen Schneider Electric FR0000121972 nach der Ankündigung eines Übernahmevorhabens am Ende des EuroStoxx mit einem Abschlag von 10 Prozent so kräftig ein wie seit anderthalb Jahren nicht mehr.

Der französische Elektrotechnikkonzern unterzeichnete eine verbindliche Vereinbarung über den Zukauf des US-Softwareunternehmens PTC in Höhe von 20,1 Milliarden Euro. Da die Bewertung von Industrie-Software-Assets aufgrund von Bedenken hinsichtlich KI weiter unter Druck steht, kam dies am Markt nicht gut an. Zwar hält RBC-Analyst Mark Fielding selbst derlei Sorgen weitgehend für unbegründet, dennoch werde Schneider dadurch stärker mit dieser Problematik konfrontiert sein, schrieb er. Software-Unternehmen wie etwa die französische Dassault Systemes FR0014003TT8 mit plus 2,3 Prozent dagegen legten anlässlich der Übernahmepläne zu.

Favorit im EuroStoxx waren unterdessen Air Liquide FR0000120073 mit plus 1,8 Prozent. Der Industriegasehersteller und Anlagenbauer gab bekannt, er wolle in den kommenden zwei Jahren Aktien zurückkaufen. Zudem liegen die anlässlich des Kapitalmarkttages avisierten Ziele bis 2030 teilweise über den Analystenerwartungen.

Zusätzlich in der Chemiebranche zogen Givaudan CH0010645932 mit plus 1,0 Prozent Aufmerksamkeit auf sich. Die britische Investmentbank Barclays hat die Aktie des Aromen- und Duftstoffherstellers auf"Overweight" hochgestuft. Die Kursschwäche der Aktie seit Jahresbeginn dürfte im zweiten Halbjahr nachlassen, schrieb Analyst Alex Sloane.

In London legten abgesehen von BP GB0007980591 und Shell GB00BP6MXD84, die um bis zu ein Prozent stiegen, auch Ithaca Energy GB00BPJHV584 zu. Mit plus 3,6 Prozent war Ithaca Favorit im "Footsie". Der in der Nordsee tätige Öl- und Gasproduzent gab seine erste internationale Übernahme bekannt. Er übernimmt in Kanada Vermögenswerte von Suncor Energy.

National Grid GB00BDR05C01 gaben dagegen die frühen Gewinne wieder ab und verloren 0,1 Prozent. Die letzten Signale des Managements zu den Geschäftsentwicklungen im abgeschlossenen Quartal verhalfen nicht zu nachhaltigen Kursgewinnen. Der Energienetzbetreiber erwartet vor allem aufgrund von Einmaleffekten, die bisherige Prognose für das Ergebniswachstum (EPS) im Geschäftsjahr 2026/27 leicht zu übertreffen.

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de | GB0001383545 | AKTIEN | boerse | 70232215 |