Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: US-Inflationsdaten bremsen steigenden Dax aus

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Dax DE0008469008 hat am Mittwoch nach US-Inflationsdaten einen Großteil seiner Tagesgewinne wieder abgegeben.

Die Verbraucherpreise waren im September angesichts hoher Benzin und Dieselpreise erneut kräftig gestiegen.

"Die Jahresrate hat wieder zugelegt und liegt mit 3,7 Prozent nicht nur oberhalb der Konsensschätzung, sondern auch deutlich oberhalb der Zielmarke der US-Notenbank", kommentierten die Experten der Helaba. Die Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Indikator für den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank. Dass sie zum Teil höher als erwartet ausfielen, dürfte von Anlegern mit Sorge verfolgt werden, da sie weitere Zinserhöhungen der Fed mit sich bringen könnten.

Am Nachmittag stieg der deutsche Leitindex nur noch um 0,2 Prozent auf 25.321 Punkte, nachdem es zeitweise um 0,8 Prozent nach oben gegangen war. Zwar hielt sich der Dax noch knapp über der 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend, wie nachhaltig dies jedoch ist, bleibt abzuwarten. Immerhin ringt der Index bereits seit geraumer Zeit mit diesem wichtigen Richtungsindikator.

Auch die Gewinne im MDax DE0008467416 bröckelten etwas ab. Der Index der mittelgroßen Unternehmen legte zuletzt noch um 0,7 Prozent auf 30.225 Punkte zu.

Dass die Stimmung am Markt nicht kippte, dafür sorgte wohl ein Vorhaben der EU-Kommission. Angesichts der Energiepreis-Krise sollen bestimmte Klimaschutzregeln für importierte fossile Brennstoffe erst später als geplant angewendet werden. Der europäische Gaspreis fiel im Vergleich zum Vortag deutlich, und Aktien energieintensiver Unternehmen, etwa aus der Chemie- und Rüstungsbranche, legten zu. Rheinmetall DE0007030009 etwa gewannen an der Dax-Spitze 3,0 Prozent, gefolgt von MTU DE000A0D9PT0 mit plus 2,4 Prozent.

Unterstützung für die Börsen in ganz Europa gab es außerdem durch Daten aus China. Dort überraschten starke Ex- und Importdaten sowie die Entwicklung der Verbraucherpreise positiv. Hinzu kommt eine allgemeine moderate Erholung im Technologiesektor, die von starken Quartalszahlen des niederländischen Chipindustrie-Ausrüsters ASML NL0010273215 untermauert wird. Hierzulande gewannen Infineon DE0006231004 0,4 Prozent. Im MDax ging es für die Papiere von Aixtron DE000A0WMPJ6 um 2,6 Prozent und Elmos DE0005677108 um 1,4 Prozent aufwärts.

Die Kion DE000KGX8881-Aktie stieg im MDax nach einem kurzen heftigen Kursrutsch am Nachmittag um 3,6 Prozent. Der vom Unternehmen gesenkte Jahresausblick und die Verschiebung mittelfristiger Ziele wegen einer schwachen Stapler-Nachfrage irritierten die Anleger nicht allzu lange. Kion hatte erst kürzlich eine träge Geschäftsentwicklung signalisiert. Zudem hat sich der Aktienkurs 2026 bereits fast halbiert.

Lufthansa DE0008232125 rückte wegen Übernahmebestrebungen in den Fokus. Das Papier gab um 2,1 Prozent nach. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von knapp 45 Prozent der staatlichen Airline Tap aus. Die Lufthansa habe für diese Anteile ein Gebot von 1,2 Milliarden Euro abgegeben, hieß es seitens der portugiesischen Regierung. Der Betrag soll ohne Aktienpakete gezahlt werden.

Im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 erholte sich die schwer gebeutelte Evotec DE0005664809-Aktie DE0005664809 mit 9,3 Prozent. Der Pharmawirkstoff-Entwickler hatte besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen veröffentlicht und seine Mitte Juli gesenkten Umsatz- und Ergebnisziele für das Gesamtjahr bestätigt.

Der Windparkentwickler PNE DE000A0JBPG2 kappte seine Jahresergebniserwartung, was der Aktie einen Kursverlust von 18 Prozent und ein Sechsjahrestief einbrockte./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

Disclaimer...

de | DE0008469008 | AKTIEN | boerse | 70324913 |