Aktien New York Ausblick: Verluste - Anleiherenditen und Ölpreise belasten
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Solange weder bei den Energiepreisen noch bei den Anleiherenditen Entspannung eintritt, dürfte die Bereitschaft zu größeren Aktienkäufen begrenzt bleiben", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Nach den jüngsten Höchstständen von Nasdaq 100 US6311011026 und S&P 500 US78378X1072 in dieser Woche stehen die Zeichen weiter auf Gewinnmitnahmen, zumal Medien über mögliche neue Angriffe der USA auf den Iran berichteten.
Laut dem Magazin "The Atlantic", das sich auf zwei Regierungsvertreter beruft, forderte das Weiße Haus das Verteidigungsministerium auf, Optionen für Angriffe auf den Iran auszuarbeiten, die noch vor den Zwischenwahlen im November ausgeführt werden könnten. Damit widerspricht der Bericht der bislang weit verbreiteten Erwartung, dass US-Präsident Donald Trump eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran vor den Zwischenwahlen vermeiden würde.
Rund eine Stunde vor dem Börsenstart gab der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial US2605661048 um 0,7 Prozent auf 50.805 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq 100 dürfte laut IG ebenfalls 0,7 Prozent schwächer starten und daher mit 30.940 Punkten.
Bislang hätten sich die US-Börsen wegen des Wachstums rund um Künstliche Intelligenz (KI) widerstandsfähig gegenüber steigenden Renditen und hohen Ölpreisen gezeigt, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. "Der Krug geht hier aber nur so lange zum Brunnen, bis er bricht, und die Aufmerksamkeit wird sich aller Voraussicht nach jetzt schnell auf die bevorstehende Berichtssaison verlagern." Es müsse sich nun erneut zeigen, ob die für KI aufgewendeten Milliardensummen die erhofften Renditen abwürfen. Die Berichtssaison wird in der kommenden Woche mit den Quartalsbilanzen der US-Banken eingeläutet.
Nach den jüngsten Erholungen im Chip- und KI-Bereich und einem Rekordhoch der NvidiaUS67066G1040-Aktie am Dienstag gaben Techwerte vorbörslich wieder nach. Unter den größten und bedeutendsten US-Technologieaktien, den "Magnificent 7", zeigten sich vorbörslich vor allem Tesla US88160R1014, Nvidia, Amazon US0231351067 und Alphabet US02079K3059 schwach mit einem Minus von jeweils rund einem Prozent. Apple US0378331005 und Microsoft US5949181045 dagegen hielten sich auf ihren Vortagesschlussständen. Meta US30303M1027, die zuvor nur leicht geschwächelt hatten, gaben zuletzt vorbörslich etwas deutlicher nach mit minus 0,7 Prozent. Sie litten etwas darunter, dass Google Cloud an diesem Tag den "Gemini-Agenten" für Unternehmenskunden ankündigte.
Kräftige Gewinne verzeichnete vorbörslich dagegen Wolfspeed US9778521024 mit plus 12 Prozent. Der Hersteller energieeffizienter Halbleiter erhielt vom Pentagon eine bedingte Kreditzusage in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar.
Umstufungen trieben zudem zwei Tech-Aktien aus dem Nasdaq 100 vorbörslich in unterschiedliche Richtungen: Das Papier der Software-Firma Palantir US69608A1088 legte um 2,3 Prozent zu. Goldman Sachs empfiehlt die Aktie aus Bewertungsgründen nun zum Kauf, da sie im bisherigen Jahresverlauf hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben ist. Die Aktie von NXP Semiconductor NL0009538784 gab 3,1 Prozent nach, denn die Citigroup strich ihre Kaufempfehlung und verwies auf ihre zunehmend selektive Haltung.
Nach den vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal und trotz eines gesenkten Jahresgewinnziels stiegen Pepsico US7134481081 vorbörslich um 1,8 Prozent. Allerdings hat das Papier seit Jahresbeginn bis Mittwoch bereits rund 14 Prozent eingebüßt, während der S&P 500 zugleich um 14 Prozent gestiegen ist. Für Levi Strauss US52736R1023 ging es um 2,9 Prozent abwärts, denn der Jeans-Einzelhändler hatte zuvor das geringste Wachstum in seinen Direktvertriebskanälen seit Ende 2022 gemeldet.
