Aktien New York: Demokratischer Wahlsieg beflügelt Kurse - Chiptitel schwach
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer vortags schwächelnde Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 stieg zuletzt um 2,90 Prozent auf 53.289 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 US78378X1072, der sich bereits am Dienstag ein wenig berappelt hatte, ging es um 1,75 Prozent auf 7.702 Punkte hoch.
Der Tech-Index Nasdaq 100 US6311011026 gewann weitere 1,26 Prozent auf 28.535 Punkte, womit er etwas hinter den anderen Indizes zurückblieb. Er hatte sich schon tags zuvor von einer dreitägigen Talfahrt etwas erholt. Die deutlichen Kursverluste bei Halbleiteraktien wegen der Angst vor einer stärkeren Regulierung im KI-Sektor wurden von der allgemeinen Marktstärke weitgehend in den Hintergrund gedrängt.
Bei den Wahlen zur Mitte der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verlor dessen republikanische Partei die Mehrheit in beiden Kongresskammern. Zudem knöpften die Demokraten ihr Gouverneursposten in mehreren Bundesstaaten ab, unter anderem in Texas, wo die Republikaner traditionell stark sind.
"Die Kombination aus einer großen demokratischen Mehrheit im Kongress und der Erklärung von Präsident Trump, er sei bereit, mit der Opposition zusammenzuarbeiten, dürfte extreme politische Entwicklungen abbremsen", sagte George Saravelos, globaler Leiter der Devisenstrategie bei der Deutschen Bank.
Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der Dekabank, schrieb: "Die Machtverhältnisse verändern sich deutlich, jedoch geordnet." Einzelne Branchen - vor allem Künstliche Intelligenz, Energie und Finanzen - könnten neue Rahmenbedingungen bekommen. So gelten die Demokraten als aufgeschlossen gegenüber Erneuerbaren Energien, während Trump die Anbieter fossiler Rohstoffe bevorzugt. Entsprechend sprangen Titel aus der Solarindustrie wie First Solar US3364331070 und Enphase Energy US29355A1079 um jeweils rund 6,5 Prozent hoch.
Gefragt waren auch Aktien von Technologiegiganten wie Amazon US0231351067, Microsoft US5949181045 und Apple US0378331005 mit Kursgewinnen von bis zu 7 Prozent. Apple und Microsoft reichte die Erholung vom jüngsten Kursrückschlag für Rekordhochs.
Der iPhone-Konzern schob sich damit im Tauziehen um den Status als weltweit wertvollstes Börsenunternehmen wieder am Chipgiganten Nvidia US67066G1040 vorbei. Dessen Anteilscheine verloren mit der schwachen Branche 1,4 Prozent. Bei AMD US0079031078 stand dank starker Quartalszahlen und eines insgesamt optimistischen Ausblicks nur ein Minus von 0,3 Prozent zu Buche.
Die Anleger schauten auch nach Texas, wo erstmals seit mehr als 30 Jahren die Demokraten die Gouverneurswahl gewonnen haben. Das birgt nun erhebliche Regulationsrisiken für das Firmenimperium von Elon Musk. Dementsprechend büßten die Aktien des Elektroautobauers Tesla US88160R1014 und des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX US84615Q1031 2,2 und 3,3 Prozent ein.
Für die Titel der Rüstungskonzerne Lockheed Martin US5398301094 und Northrop Grumman US6668071029 ging es um 6,8 beziehungsweise 4,3 Prozent bergab. Der US-Bank Jefferies zufolge könnten dem US-Verteidigungshaushalt nach dem demokratischen Wahlsieg drastische Kürzungen drohen.
Bei Amgen US0311621009 freuten sich die Anleger über ein Kursplus von 3,5 Prozent und ein Rekordhoch. Das Biotech-Unternehmen erhöhte nach einem starken dritten Quartal mit hohen Wachstumsraten bei wichtigen Kassenschlagern abermals seine Umsatzprognose.
Auch Aktien aus traditionellen Wirtschaftsbranchen zählten zu den Gewinnern. So legten die Titel der Schnellrestaurantkette McDonald's US5801351017 nach der Zahlenvorlage um 6,1 Prozent zu. Sie profitierten davon, dass der Umsatz auf dem heimischen US-Markt weniger stark als erwartet zurückgegangen war.
Bei Kraft Heinz US50076Q1067 US5007541064 konnten sich die Anleger über ein Kursplus von 5,8 Prozent freuen. Der Lebensmittelkonzern kündigte mit seinem Zwischenbericht den Verkauf des nordamerikanischen Kaffeegeschäfts an einen Finanzinvestor an. Die schon zuletzt etwas erholten Anteile des Fahrdienstleisters Uber US90353T1007 legten nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen um 7,3 Prozent zu.
