Aktien Wien Schluss: ATX im Minus - Oktober schwÀchster Monat seit MÀrz 2023
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 18:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuch gut aufgenommene Zahlen der Bank Erste Group, die mit einem Börsenwert von knapp 45 Milliarden Euro das wertvollste ATX-Unternehmen AT0000999982 ist, konnten das nicht ausgleichen. Somit fiel der österreichische Leitindex um 0,86 Prozent auf 6.420,03 Punkte. FĂŒr den ATX Prime ging es um 0,80 Prozent auf 3.152,39 ZĂ€hler hinab. Das europĂ€ische Umfeld entwickelte sich uneinheitlich.
Auf Wochensicht konnte sich der ATX mit plus 2,4 Prozent etwas von der schwachen Vorwoche erholen. Die Monatsbilanz fĂŒr den Oktober bleibt jedoch mit einem Verlust von 6,3 Prozent tiefrot, wobei der Leitindex den schlechtesten Monat seit MĂ€rz 2023 erlitt. In der Korrekturbewegung seit dem Rekordhoch von Ende September wĂŒrden sich zumindest aus charttechnischer Sicht die Anzeichen einer Bodenbildung des Leitindex mehren, schreiben die Analysten der Erste Group.
Konjunkturseitig richteten sich die Blicke nach den geldpolitischen Entscheidungen in den Vortagen nun auf europĂ€ische Wachstums- und Inflationszahlen. So hat sich die Wirtschaft der Eurozone in den Sommermonaten ĂŒberraschend robust entwickelt. Jedoch stiegen auch die Inflationsraten in mehreren EurolĂ€ndern unerwartet deutlich an.
Die Aktien der Erste Group AT0000652011 trotzten einem schwĂ€cheren europĂ€ischen Branchentrend und gewannen 0,9 Prozent. Damit konnten sich die Titel etwas weiter von dem vergangene Woche erreichten Mehrmonatstief absetzen. Die Bank hatte mit ihren Zahlen fĂŒr das dritte Quartal die Analystenerwartungen ĂŒbertroffen und zudem fĂŒr das GeschĂ€ft exklusive Polen den Ausblick fĂŒr das Gesamtjahr erhöht.
So lag der Nettogewinn von 1,12 Milliarden Euro im dritten Quartal vier Prozent ĂŒber der selbst erhobenen KonsensschĂ€tzung. Grund war vor allem das starke ZinsgeschĂ€ft. Der ZinsĂŒberschuss stieg gegenĂŒber dem Vorquartal um sechs Prozent, die Zinsmarge verbesserte sich. Die Risikokosten lagen im Rahmen der Erwartungen.
Barclays-Analyst Krishnendra Dubey sprach in einer ersten Reaktion von einem "soliden" Quartal mit einem starken operativen Ergebnis. ĂuĂerungen des Managements in der Analystenkonferenz wĂŒrden auf das Erreichen der oberen Enden mehrerer der fĂŒr 2026 gesetzten Zielspannen hindeuten.
Dagegen sackten AT&S-Aktien AT0000969985 13,3 Prozent ab. EnttĂ€uschende Quartalszahlen aus der US-Techbranche, darunter auch dem AT&S-Kunden Intel US4581401001, schĂŒrten am Markt einmal mehr Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms.
OMV AT0000743059 kletterten um weitere drei Prozent auf 76,15 Euro und markierten ein neues Rekordhoch. Neben den steigenden Energiepreisen stĂŒtzen hier auch neue Analystenreaktionen auf die am Vortag vorgelegten Zahlen. Die kanadische Bank RBC erhöhte ihr Kursziel von 70 auf 75 Euro, belieĂ die Empfehlung jedoch auf "Sector Perform". Die Schweizer UBS bestĂ€tigte ihre Kaufempfehlung bei einem leicht angehobenen Ziel von 79 Euro.
Do&Co stiegen um ein Prozent auf 208,50 Euro. Hier nahm die UBS die Coverage mit einem "Buy"-Rating und einem Kursziel von 230 Euro auf. Do&Co sei der beste Betreiber im Premiumcatering und weise ein deutlich verbessertes finanzielles Profil auf, schrieb Analyst Olivier Calvet.
