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Aktien Wien Schluss: ATX legt nach EZB-Entscheid moderat zu

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 18:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Wiener Börse hat am Donnerstag mit moderaten ZuwĂ€chsen an die positiven Vortage angeknĂŒpft.

Kaum Impulse brachte die erwartungsgemĂ€ĂŸe Entscheidung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), ihren Zinskorridor unverĂ€ndert zu lassen. UnterstĂŒtzung lieferten tendenziell leichte RĂŒckgĂ€nge der Öl- und Gaspreise sowie eine positive Reaktion der OMV AT0000743059-Aktien auf den Quartalsbericht des Ölkonzerns.

Zum Sitzungsende notierte der ATX AT0000999982 0,56 Prozent höher auf 6.475,46 Punkten. FĂŒr den ATX Prime ging es um 0,48 Prozent auf 3.177,79 ZĂ€hler hinauf. Auch im europĂ€ischen Umfeld gab es ĂŒberwiegend klare Gewinne.

Wie bereits die US-Notenbank am Vorabend tastete die EZB ihre SchlĂŒsselzinssĂ€tze nicht an. "Die EZB verharrt im Oktober im Beobachter-Modus", resĂŒmierte Raiffeisen-Ökonom Franz Zobl. Angesichts gestiegener Inflationsrisiken stĂŒnden die Zeichen klar auf eine Zinserhöhung im Dezember. "Eine VerschĂ€rfung der Finanzierungsbedingungen mahnt aber zur Vorsicht und so entschied man sich, weitere Daten abzuwarten, welche insbesondere die EinschĂ€tzung der zugrundeliegenden Inflation ergĂ€nzen sollen."

Am Vormittag hatte die EuropĂ€ische Zentralbank bekanntgegeben, dass Christine Lagarde am 7. Februar 2027 vorzeitig als PrĂ€sidentin abtritt. Dies ermöglicht es dem scheidenden französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron, noch vor der Wahl in Frankreich im April die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu klĂ€ren. Hintergrund sind Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrĂ¶ĂŸten Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.

Verhaltene Vorgaben lieferten einmal mehr die internationalen Technologiewerte. EnttĂ€uschende Ergebnisse von Alphabet US02079K3059 und Samsung KR7005930003 hĂ€tten die Zweifel an den Renditen von Investitionen in KĂŒnstliche Intelligenz neu entfacht, schrieben dazu die Marktstrategen der Deutschen Bank. Hierzulande wirkte sich dies aber nicht merklich aus. Die Titel des Chipzulieferers AT&S AT0000969985 schlossen unverĂ€ndert.

In Wien gaben mit OMV und Andritz AT0000730007 zwei wichtige ATX-Unternehmen Einblick in ihre BĂŒcher. Dank höherer Öl- und Gaspreise sowie gestiegener Raffineriemargen am Weltmarkt hat die OMV Gewinn und Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert. Nettoergebnis und Cashflow vor Working Capital ĂŒbertrafen dabei die Erwartungen. Einen Schönheitsfehler sahen Analysten im enttĂ€uschenden Ergebnis der Chemiesparte. Die OMV-Aktien legten dennoch um 1,6 Prozent zu.

Andritz steigerte sowohl Umsatz als auch Gewinn im dritten Quartal. Jedoch verfehlte der Auftragseingang die Analystenerwartungen. Daniel Lion von der Erste Group attestierte dem Anlagenbauer ein "insgesamt solides Quartal" und erwartet weitere Verbesserungen bei der RentabilitÀt. Mit Blick auf die Bewertung sei das Aufholpotenzial im Vergleich zu den Mitbewerbern aber erschöpft. Die Aktien stiegen um 0,4 Prozent.

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de | AT0000743059 | AKTIEN | boerse | 70429751 |