Aktien Wien Schluss: Internationaler Tech-Ausverkauf belastet ATX
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 18:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZum Handelsende lag der österreichische Leitindex 1,67 Prozent im Minus auf 6.508,55 Punkten. Er verteidigte damit immerhin die runde Marke von 6.500 Einheiten, die er im Verlauf erstmals seit Anfang August wieder unterschritten hatte. Der ATX Prime büßte 1,67 Prozent auf 3.195,97 Zähler ein.
Damit schnitt der stark von zyklischen Unternehmen geprägte Aktienmarkt auch im europäischen Vergleich sehr schwach ab. Marktbeobachter sprachen von einer breiteren Risk-Off-Bewegung an den internationalen Finanzmärkten. Technologiewerte und andere Aktien mit KI-Bezug gerieten angesichts erhöhter Zinsanhebungserwartungen in den USA und den Sorgen vor ausufernden Finanzierungskosten teilweise massiv unter Druck. Ausgelöst wurden die jüngsten Sorgen zur Wochenmitte von einem überraschend kräftigen Anstieg der US-Inflation im September.
"In Bezug auf die Katalysatoren stehen mehrere Namen, die am stärksten von KI betroffen sind, bereits seit einigen Tagen unter zunehmendem Druck", schrieben die Marktstrategen der Deutschen Bank. Dies habe sich nun auf weitere Unternehmen mit hohem CAPEX-bedingten Finanzierungsbedarf ausgeweitet. Gleichzeitig zeige die weitgehende Rücknahme der nach den US-Inflationsdaten aufgebauten Zinserhöhungserwartungen, wie dominant KI- und Kreditrisiken derzeit für die Märkte sind. Anleger zweifelten zunehmend daran, dass die Fed trotz der hohen Inflation tatsächlich weitere Zinsschritte beschließen würde.
Europaweit standen Technologieaktien vor diesem Hintergrund stark unter Druck. Im ATX knickten die hochvolatilen AT&S AT0000969985-Papiere um rund zwölf Prozent ein und markierten den niedrigsten Stand seit rund einem Monat.
Dagegen kletterten VIG AT0000908504-Aktien um 3,8 Prozent an die Spitze des Leitindex. Der Versicherer hatte mit Verweis auf eine über den Erwartungen liegende Geschäftsentwicklung sowie die erstmals vorliegende Einschätzung des Ergebnisbeitrags der Nürnberger-Gruppe seine Gewinnprognose angehoben. UNIQA-Anteile gewannen in dem Sog 1,9 Prozent.
Klare Verluste verbuchten die für den ATX maßgeblichen Bankwerte. Bawag AT0000BAWAG2 und Erste Group AT0000652011 büßten 1,4 respektive 1,8 Prozent ein und folgten so einem schwachen europäischen Branchentrend.
