Dax steigt auf 25.970 Punkte – Anleger verzeihen VW-Zahlen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSMarktsignale vor EZB und US-Daten
- Der Dax wurde gegen 12:30 Uhr mit rund 25.970 Punkten berechnet.
- Volkswagen lag trotz durchwachsener Quartalszahlen im bisherigen Handelsverlauf auf der Gewinnerseite.
- Ein Euro kostete am Donnerstagnachmittag 1,1148 US-Dollar.
Dax steigt bis zum Mittag auf rund 25.970 Punkte
Der Dax ist am Donnerstag nach einem bereits positiven Start bis zum Mittag weiter gestiegen. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.970 Punkten berechnet, 1,1 Prozent ĂĽber dem Schlussniveau vom Vortag.
Anleger bewerten Quartalszahlen nachsichtig
„Die Anleger zeigen sich heute ausgesprochen nachsichtig gegenüber den Unternehmen und konzentrieren sich vor allem auf die positiven Aspekte der Berichtssaison“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Selbst die durchwachsenen Quartalszahlen von Volkswagen konnten die Kauflaune demnach kaum trüben; die Aktie lag im bisherigen Handelsverlauf sogar auf der Gewinnerseite.
Vonovia und wenige andere Aktien konnten mit der breiten Aufwärtsbewegung nicht Schritt halten. Bei Vonovia wogen nach Einschätzung Lipkows die Risiken im Immobiliensektor und das aus Sicht vieler Investoren begrenzte Kurspotenzial schwerer als die vorgelegten Geschäftszahlen.
EZB-Pressekonferenz und US-Daten im Blick
Der Blick richtet sich zunehmend auf die anstehende Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank. Im Mittelpunkt stehen die Einschätzungen zur weiteren Preisentwicklung in der Eurozone, insbesondere zu den Folgen der hohen Energiepreise.
Zugleich warten die Anleger auf wichtige US-Konjunkturdaten. Die Kombination aus Wachstums-, Arbeitsmarkt- und Inflationsindikatoren soll Hinweise darauf liefern, wie viel geldpolitischen Spielraum die Notenbanken in den kommenden Monaten besitzen.
Euro, Gold und Ă–l geben nach
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1148 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8970 Euro zu haben.
Der Goldpreis lag am Nachmittag bei 4.035 US-Dollar je Feinunze und damit 0,4 Prozent niedriger. Das entsprach einem Preis von 116,36 Euro pro Gramm.
Auch der Ă–lpreis sank deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 114,00 US-Dollar, 130 Cent beziehungsweise 1,1 Prozent weniger als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Anstieg des Dax fällt in eine Phase, in der die Berichtssaison und die Geldpolitik der Notenbanken die Richtung an den europäischen Aktienmärkten bestimmen. Für Anleger stehen dabei nicht nur einzelne Quartalszahlen im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie robust die Unternehmensgewinne angesichts hoher Energiepreise und wechselnder Nachfrage bleiben.
EZB und US-Daten im Fokus
Die angekündigte Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank kann die Marktstimmung im weiteren Tagesverlauf deutlich beeinflussen. Besonders relevant sind Aussagen zur Preisentwicklung in der Eurozone und dazu, wie die Notenbank die Folgen steigender Energiekosten für die Inflation bewertet.
Zusätzliche Impulse werden von US-Daten zu Wachstum, Arbeitsmarkt und Inflation erwartet. Diese Kennzahlen sind für die Einschätzung wichtig, wie viel Spielraum die amerikanische und die europäische Geldpolitik in den kommenden Monaten besitzen. Stärkere oder schwächere Daten können deshalb unmittelbar auf Anleiherenditen, Wechselkurse und Aktienbewertungen wirken.
Unterschiede zwischen den Branchen
Die Kursentwicklung von Volkswagen und Vonovia zeigt zugleich, dass Anleger die Berichtssaison nicht einheitlich bewerten. Während schwächere Nachrichten aus dem Autosektor die Kaufbereitschaft am Gesamtmarkt an diesem Donnerstag kaum bremsen, bleiben Immobilienwerte wegen branchenspezifischer Risiken und begrenzter Ertragsperspektiven unter Druck.
Für private Anleger bedeutet die breite Aufwärtsbewegung daher nicht automatisch eine Entspannung in allen Marktsegmenten. Der Euro notiert schwächer, Gold gibt nach und der Brent-Ölpreis fällt deutlich. Diese parallelen Bewegungen unterstreichen, dass die Börsenstimmung von mehreren gegenläufigen Signalen geprägt bleibt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Marktbericht: DAX dürfte vor der EZB-Zinsentscheidung leicht zulegen“ (29.10.2026)
Der Marktbericht ordnet die erwarteten Kursgewinne vor der EZB-Zinsentscheidung ein und bestätigt damit den Fokus auf die Geldpolitik. Der Schwerpunkt liegt stärker auf dem bevorstehenden Zinsentscheid als auf der konkreten Entwicklung einzelner Dax-Werte.
Euronews: „Börsen uneinheitlich: Alphabet-Zahlen enttäuschen“ (29.10.2026)
Der Beitrag beschreibt ein uneinheitliches internationales Börsenumfeld und hebt enttäuschende Alphabet-Zahlen sowie einen hohen Volkswagen-Verlust in China hervor. Damit setzt er einen anderen Akzent als die dts-Meldung, die den freundlichen Dax und die relative Nachsicht der Anleger betont.
Gemeinsam ist den Berichten der Blick auf die Berichtssaison und die anstehende EZB-Entscheidung. Unterschiede zeigen sich bei der Bewertung der internationalen Technologiewerte und bei der Frage, wie stark Unternehmensnachrichten die positive Dax-Stimmung noch beeinflussen.
