Dax steigt auf 26.040 Punkte nach EZB-Zinsentscheid
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 17:42 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSHandelsdaten und Marktbewegungen
- Der Dax schloss am Donnerstag bei 26.040 Punkten.
- Adidas fĂŒhrte die Kursliste mit einem Plus von ĂŒber sechs Prozent an.
- Vonovia lag mit einem Minus von ĂŒber drei Prozent am Ende der Kursliste.
Dax schlieĂt nach EZB-Entscheid deutlich höher
Der Dax hat am Donnerstag deutlich zugelegt und den Xetra-Handel bei 26.040 Punkten beendet. Das entspricht einem Plus von 1,3 Prozent gegenĂŒber dem Vortagesschluss.
Adidas fĂŒhrt die Kursliste an
An der Spitze standen die Adidas-Aktien, die kurz vor Handelsschluss mehr als sechs Prozent zulegten. Dahinter folgten die Deutsche Bank und Rheinmetall.
Am unteren Ende der Kursliste lagen die Anteilsscheine von Vonovia mit einem Minus von mehr als drei Prozent. SAP und GEA gehörten ebenfalls zu den schwÀcheren Werten.
UnverĂ€nderte Leitzinsen geben den MĂ€rkten RĂŒckenwind
Nach EinschĂ€tzung von CMC-Market-Analyst Andreas Lipkow sorgte die Geldpolitik fĂŒr UnterstĂŒtzung. Sowohl die US-Notenbank als auch die EuropĂ€ische Zentralbank lieĂen ihre Leitzinsen unverĂ€ndert und traten in ihrer Kommunikation zurĂŒckhaltender auf.
Dadurch verlor aus Sicht des Marktanalysten die zuletzt befĂŒrchtete weitere VerschĂ€rfung der Geldpolitik zumindest kurzfristig an Wahrscheinlichkeit. Eine Kombination aus hohen Energiepreisen, hartnĂ€ckiger Inflation und zusĂ€tzlichen Zinserhöhungen hĂ€tte die fragile Konjunktur erheblich belasten können.
Lagardes RĂŒckzug rĂŒckt Nachfolge in den Fokus
ZusĂ€tzliche Aufmerksamkeit erhielt die EZB durch die ĂŒberraschende AnkĂŒndigung des vorzeitigen RĂŒckzugs ihrer PrĂ€sidentin Christine Lagarde. Damit stellt sich neben der weiteren Zinspolitik auch die Frage nach ihrer Nachfolge.
Die Quartalsberichtssaison liefert laut Lipkow bislang ĂŒberwiegend positive Signale. Einzelne EnttĂ€uschungen wĂŒrden von Anlegern vergleichsweise gelassen aufgenommen.
Amazon und Intel vor neuen Impulsen
Am Donnerstagabend legten mit Amazon und Intel zwei weitere Schwergewichte der US-Technologiebranche ihre Quartalszahlen vor. Ergebnisse und Ausblicke könnten nach EinschÀtzung des Analysten erneut erhebliche Kursbewegungen auslösen.
Euro stĂ€rker, Gold und Ăl schwĂ€cher
Der Euro notierte am Donnerstagnachmittag bei 1,1164 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8957 Euro.
Der Goldpreis gab um 0,9 Prozent auf 4.014 US-Dollar je Feinunze nach, was 115,60 Euro pro Gramm entspricht. Brent-Ăl verbilligte sich gegen 17 Uhr deutscher Zeit um 1,4 Prozent auf 113,70 US-Dollar je Fass.
Der Dax-Anstieg fiel an einem Handelstag aus, an dem die EuropĂ€ische Zentralbank ihre Leitzinsen unverĂ€ndert lieĂ. Damit blieb der unmittelbare Druck auf AktienmĂ€rkte aus, der von einer erneuten geldpolitischen Straffung ausgehen wĂŒrde. Die Kursreaktion zeigt, dass Anleger die StabilitĂ€t der Zinsperspektive zunĂ€chst höher gewichteten als die Unsicherheit ĂŒber die weitere Entwicklung.
Geldpolitik und Lagardes Nachfolge
ZusĂ€tzliche Bedeutung erhielt der EZB-Entscheid durch die AnkĂŒndigung, dass Christine Lagarde ihr Amt am 7. Februar 2027 vorzeitig aufgeben will. Damit rĂŒckt neben den nĂ€chsten Zinsentscheidungen auch die Auswahl ihrer Nachfolge in den Fokus. Die Besetzung des EZB-PrĂ€sidentenamts kann die Kommunikation und den geldpolitischen Kurs der Eurozone ĂŒber Jahre beeinflussen.
FĂŒr Anleger bleibt das Umfeld dennoch anspruchsvoll. Hohe Energiepreise und eine hartnĂ€ckige Inflation begrenzen den Spielraum fĂŒr Zinssenkungen, wĂ€hrend eine schwache Konjunktur die Notenbank vor ein schwieriges AbwĂ€gungsproblem stellt. Der starke Tagesgewinn des Dax bedeutet deshalb vor allem eine kurzfristige Entlastung und keine grundsĂ€tzliche Auflösung dieser Spannungen.
Quartalszahlen als nÀchster Kurstreiber
Die laufende Berichtssaison liefert den AktienmĂ€rkten weitere Impulse. Mit Amazon und Intel standen am Donnerstagabend noch Zahlen und Ausblicke zweier groĂer US-Technologiekonzerne an. Gerade bei hoch bewerteten Technologiewerten können Erwartungen an Umsatz, Gewinne und Investitionen die Richtung an den internationalen Börsen schnell verĂ€ndern.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesschau: âEZB-Chefin Lagarde tritt im Februar vorzeitig zurĂŒckâ (29.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt Lagardes vorzeitiges Ausscheiden zum 7. Februar 2027 und stellt die institutionelle Bedeutung des Schritts heraus. Im Mittelpunkt steht dort stĂ€rker der RĂŒcktritt selbst als die unmittelbare Dax-Reaktion.
Euronews: âIch kann nicht neutral bleiben: Lagarde erklĂ€rt frĂŒhen EZB-Abgangâ (29.10.2026)
Euronews beleuchtet Lagardes BegrĂŒndung fĂŒr den vorzeitigen Abgang und ordnet ihre Aussagen zur Rolle der ZentralbankprĂ€sidentin ein. Gemeinsam mit dem Tagesschau-Bericht bestĂ€tigt der Artikel den Termin, setzt aber einen anderen Schwerpunkt auf Lagardes persönliche ErklĂ€rung.
Einigkeit besteht beim vorzeitigen RĂŒckzug und seinem Termin. Unterschiede zeigen sich bei der Gewichtung: WĂ€hrend die Berichte institutionelle und persönliche Aspekte betonen, richtet sich der Blick an den FinanzmĂ€rkten zusĂ€tzlich auf die Folgen fĂŒr die kĂŒnftige Geldpolitik.
