Ex-US-Sicherheitsberater wirft Trump im Iran massive VersÀumnisse vor
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 07:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Trump entscheidet, ohne die Folgen zu bedenken, ohne mögliche Szenarien durchzuspielen. Das hat ihn in eine Lage gebracht, aus der er heute keinen Ausweg weiĂ", sagte Bolton mit Blick auf den Krieg im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. "Die entscheidende Frage ist, welches Ziel man mit militĂ€rischer Gewalt verfolgt."
Bolton warf Trump zudem mangelhafte Informationspolitik vor. Der Republikaner habe weder die US-Bevölkerung noch den Kongress von der Notwendigkeit eines MilitĂ€reinsatzes im Iran ĂŒberzeugt. Er habe weder die Nato noch die Golfstaaten informiert, auch nicht Japan oder SĂŒdkorea. Und vor allem habe er nicht mit dem Widerstand im Iran zusammengearbeitet. "Der ist sehr verbreitet, wenn auch schlecht organisiert", sagte Bolton. Trump hĂ€tte die Opposition fragen können, ob sie Geld, Kommunikationsmittel oder Waffen benötigte. "Menschen im Land könnten das Regime weiter destabilisieren, bis es sich nicht mehr halten kann."
Bolton: Trump hat nicht durchdacht, was sein Ziel ist
All das brauche Zeit, sagte Bolton. Diese Zeit habe Trump sich nicht genommen. "Deshalb hat er, wie so oft, nicht durchdacht, was sein Ziel ist und was nötig wĂ€re, um es zu erreichen." Er wisse nicht, was Trump mit den Angriffen vom 28. Februar habe erreichen wollen. "Falls es ein Regimewechsel war, hat er nichts dafĂŒr vorbereitet. Ein Ziel zu benennen heiĂt nicht, dass es per Fingerschnipsen passiert."
Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsam den Krieg gegen den Iran begonnen, der mit Gegenangriffen in der Region reagierte. Der Konflikt dauert nun schon fast sieben Monate an.
Bolton war in Trumps erster Amtszeit (2017-2021) zeitweise dessen Nationaler Sicherheitsberater. Der langjĂ€hrige Diplomat, der als auĂenpolitischer Hardliner gilt, trat nach rund eineinhalb Jahren im Amt im Streit mit Trump zurĂŒck. Im Anschluss wurde er zu einem seiner schĂ€rfsten Kritiker: 2020 veröffentlichte Bolton ein EnthĂŒllungsbuch, in dem er ein vernichtendes Bild von Trump zeichnete. Die Trump-Regierung hatte vergeblich versucht, die Publikation zu stoppen.
