Frankfurt Schluss: Dax nÀhert sich nach US-Zwischenwahlen Rekord
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 18:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn der Hoffnung auf einen auĂenpolitisch vielleicht milderen Kurs der Vereinigten Staaten lieĂ der Leitindex nicht nur die Marke von 26.000 Punkten hinter sich, er erreichte auch fast sein Rekordniveau von Ende August. StĂŒtzend kamen positive Unternehmensberichte und sinkende Ălpreise hinzu.
Aus dem Handel ging der Dax 2,22 Prozent höher bei 26.437,67 Punkten. In der Spitze hatten dem Leitindex mit fast 26.542 ZÀhlern nur noch 78 Punkte zur Bestmarke gefehlt. Der MDax DE0008467416 legte um 1,41 Prozent auf 31.178,27 ZÀhler zu. Auch in New York waren die Kursgewinne beim Dow Jones Industrial US2605661048 ausgeprÀgt. Bei den Tech-Werten im Nasdaq 100 US6311011026 war die Reaktion durchwachsener.
Die Demokraten haben in den USA bei den Zwischenwahlen die Mehrheit im ReprÀsentantenhaus und im Senat erobert. Laut dem Kapitalmarktstrategen Joachim Schallmayer von der Dekabank sendet dies das Signal, dass die Politik von US-PrÀsident Donald Trump "nicht grenzenlos durchsetzbar" ist. Dramatische Kurswechsel seien zwar nicht zu erwarten, doch einzelne Branchen könnten seiner EinschÀtzung nach neue Rahmenbedingungen bekommen. Steve Chiavarone von Federated Hermes glaubt vorerst an eine erhöhte VolatilitÀt.
Als Branchen, deren Rahmenbedingungen sich vielleicht negativ Ă€ndern könnten, wurden vor allem KI-Werte genannt. Aktien von Infineon DE0006231004, Hochtief DE0006070006 und Siemens Energy DE000ENER6Y0 fanden sich daher als Dax-Verlierer mit bis zu acht Prozent im Minus wieder. Laut einem Börsianer kam hier die Sorge auf, dass die Kontrolle der Demokraten in den USA zu mehr Regulierung und einer genaueren ĂberprĂŒfung der KI-Branche fĂŒhren wird.
Laut dem Dekabank-Experten Schallmayer könnten auch die Unternehmen aus den Bereichen Energie und Finanzen von den Verschiebungen im US-Kongress neue Rahmenbedingungen bekommen. In Deutschland wurden Werte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien als Profiteure gehandelt. Dies verhalf vor allem den Aktien von Nordex DE000A0D6554 und SMA Solar DE000A0DJ6J9 zu gröĂeren Kursgewinnen.
Im Dax hellten auch Unternehmensberichte die Stimmung auf. Besonders die Ergebnisse von Heidelberg Materials DE0006047004, Scout24 DE000A12DM80 und Continental DE0005439004 sorgten fĂŒr Kaufinteresse. Sie zeigten, dass die deutschen Unternehmen trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds positive Ăberraschungen liefern können, erlĂ€uterte Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Im Dax schnellten die Papiere des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials an der Index-Spitze um 9,6 Prozent auf den höchsten Stand seit Juli. Das Wachstum beim Zementkonzern beschleunige sich, betonte der DZ-Bank-Experte Thorsten Reigber. Ein Programm zur Selbstoptimierung werde ausgeweitet und das deutsche Infrastrukturprogramm komme langsam in Fahrt.
FĂŒr die Titel des Reifenherstellers Continental ging es nach einer Anhebung der Gewinnprognose um 5,2 Prozent hinauf. Der Citigroup-Experte Ross MacDonald sah darin einen Ausnahmefall mit der Betonung, eine angehobene Prognose sei im Autosektor selten. Ein vorteilhafter Preis- und Produktmix hat laut seiner EinschĂ€tzung weiterhin Gegenwind beim Absatzvolumen ausgeglichen.
Die Continental-Aktien wurden auch zur treibenden Kraft im generell krĂ€ftig steigenden europĂ€ischen Autosektor. Hier herrschte wohl etwas Hoffnung auf eine mildere US-Zollpolitik, die fĂŒr deutsche Hersteller ein wichtiger Absatzmarkt sind. Unter den Autobauern stieg der Kurs von BMW DE0005190003 am deutlichsten um 5,5 Prozent - trotz einer Gewinnwarnung der MĂŒnchener.
Der vorgelegte Quartalsbericht schob im Dax auĂerdem die Titel von Scout24 besonders krĂ€ftig um fast 6,7 Prozent an. Der Internetportal-Betreiber wird beim diesjĂ€hrigen Umsatz etwas optimistischer. Im Online-Bereich schafften es nach Zahlen und zunĂ€chst schwachem Start auch die Papiere des GebrauchtwagenhĂ€ndlers Auto1 DE000A2LQ884 mit mehr als drei Prozent ins Plus.
Auf europĂ€ischer BĂŒhne schloss der EuroStoxx 50 EU0009658145 knapp zwei Prozent höher bei 6.265,71 Punkten. Er befreite sich damit vorerst aus dem AbwĂ€rtstrend, der im August begonnen hatte. AuĂerhalb der Eurozone ging es fĂŒr den ZĂŒricher SMI CH0009980894 und den Londoner FTSE 100 GB0001383545 ebenfalls deutlich nach oben. In New York stieg der Dow Jones Industrial US2605661048 um fast drei Prozent, wĂ€hrend der Nasdaq 100 US6311011026 weniger als ein Prozent gewann. Er wurde gebremst von teils deutlich abrutschenden Chipwerten.
