RAID schĂŒtzt nicht vor allem: Warum viele KMU ihre Datensicherung ĂŒberschĂ€tzen
08.06.2026 - 13:50:00 | pressetext.deNAS-Systeme mit RAID-Konfiguration gehören in vielen Unternehmen zur Standardausstattung. Die GerÀte sind kosteneffizient, schnell betriebsbereit und bieten das, was IT-Verantwortliche in KMU hÀufig suchen: zentralen Speicher mit integriertem Ausfallschutz. Wer Festplatten im Verbund betreibt, verliert nicht sofort seinen gesamten Datenbestand, wenn eine davon ausfÀllt. Das ist richtig. Nur ist das noch keine Datensicherung.
Ein RAID verbessert die VerfĂŒgbarkeit eines Systems. Es schĂŒtzt vor dem Ausfall einzelner Laufwerke, im Rahmen dessen, was die jeweilige RAID-Konfiguration zulĂ€sst. RAID 1 spiegelt Daten auf mindestens zwei Laufwerke, RAID 5 verteilt ParitĂ€tsinformationen ĂŒber mindestens drei Laufwerke und toleriert den Ausfall eines einzelnen davon. FĂ€llt eine Platte aus, lĂ€uft der Betrieb weiter. Das ist der Zweck dieser Architektur, und in dieser Funktion leistet sie, was sie verspricht.
Was ein RAID strukturell nicht leistet: Es kann den gleichzeitigen Ausfall mehrerer Laufwerke nicht abfangen, wenn die Konfiguration das nicht hergibt. Es bietet keinen Schutz vor Firmware-Fehlern, die ein gesamtes Volume unzugĂ€nglich machen. Es verhindert keine logischen Inkonsistenzen nach abrupten SchreibabbrĂŒchen. Und es schĂŒtzt grundsĂ€tzlich nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder Feuer, weil alle Laufwerke physisch am selben Ort im selben GehĂ€use betrieben werden. Jede Ănderung an den Daten, ob durch einen Nutzer oder durch Schadsoftware, wird unmittelbar in den RAID-Verbund ĂŒbernommen. Das System registriert keine Absicht.
Was die Praxis zeigt
Im Rahmen der KMU-Backupstudie 2025 hat DATA REVERSEÂź ( https://www.datareverse-datenrettung.de/2025-kmu-backup-studie/ )insgesamt 285 kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen zu ihrem Umgang mit Datensicherung befragt. 77 Prozent sichern ihre Daten mindestens wöchentlich, 24 Prozent tĂ€glich. Gleichzeitig gaben 72 Prozent an, die Wiederherstellbarkeit ihrer Backups selten oder gar nicht zu prĂŒfen. 59 Prozent setzen auf hybride Lösungen aus Cloud und lokalem Speicher, wobei offen bleibt, wie viele dieser lokalen Komponenten tatsĂ€chlich als unabhĂ€ngige Sicherungskopien konzipiert sind und nicht schlicht als weiteres NAS im Netzwerk fungieren.
Wie ein RAID-Ausfall in der Praxis aussieht
Ein mittelstĂ€ndisches Maschinenbauunternehmen betrieb seinen Server im RAID-Verbund als zentralen Dateispeicher fĂŒr die Belegschaft. Eine Festplatte war seit Wochen defekt und hatte den Verbund in den degradierten Betriebszustand versetzt, ohne dass darauf reagiert worden war. Als beim nĂ€chsten Systemstart eine zweite Platte ausfiel, war das RAID nicht mehr erreichbar. E-Mails, Kontaktdaten, Konstruktionszeichnungen und StĂŒcklisten waren blockiert. Ein Restore-Versuch scheiterte, weil das Storage-System wĂ€hrend des Wiederherstellungsvorgangs ebenfalls versagte. DATA REVERSEÂź rekonstruierte das RAID-Array im Labor, reparierte die betroffenen Laufwerke und stellte den vollstĂ€ndigen Datenbestand innerhalb weniger Tage im 24/7-Betrieb wieder her.
Der Fall verdeutlicht, wie aus einem zunÀchst beherrschbaren RAID-Problem ein geschÀftskritischer Datenverlust entstehen kann.
Was ein tragfÀhiges Backup-Konzept erfordert
Ein tragfĂ€higes Backup-Konzept erfĂŒllt mindestens drei Voraussetzungen: Das Sicherungsmedium ist vom Produktivsystem unabhĂ€ngig. Es ist vom Netzwerk getrennt oder zumindest nicht dauerhaft erreichbar, um eine Ausbreitung von Ransomware auf die Sicherungskopien zu verhindern. Und es wurde tatsĂ€chlich getestet, das heiĂt nicht nur beschrieben, sondern erfolgreich wiederhergestellt.
Die 3-2-1-Regel beschreibt diesen Ansatz seit Jahren: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, eine davon auĂerhalb des Standorts. Ein NAS im Serverraum kann in diesem Schema als Backup-Ziel dienen, aber nie das Sicherungskonzept selbst ersetzen, solange keine unabhĂ€ngige, geschĂŒtzte und getestete Wiederherstellung möglich ist.
Wer ein NAS als zentrale Ablage betreibt und parallel eine belastbare, unter Stressbedingungen funktionsfĂ€hige Sicherungskopie vorhĂ€lt, hat die richtige Architektur gewĂ€hlt. Wer das NAS fĂŒr beides hĂ€lt, trĂ€gt ein Risiko, das sich meistens erst dann zeigt, wenn kein Zeitpuffer mehr vorhanden ist.
(Ende)
Aussender: DATA REVERSEŸ Datenrettung Ansprechpartner: Christine Schröder Tel.: +49 341 392 817 89 E-Mail: presse@datareverse.de Website: www.datareverse-datenrettung.de
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