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Frankfurt Schluss: Frankreich-Sorgen lassen Dax weiter absacken

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 18:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem schwachen Vortag ist der Dax DE0008469008 auch am Freitag unter Druck geblieben.

Enttäuschende Konjunktursignale aus Frankreich verstärkten die wegen hoher Ölpreise und KI-Zweifeln ohnehin großen Sorgen der Anleger noch einmal. Der deutsche Leitindex büßte letztlich 0,75 Prozent auf 25.181,65 Punkte ein und rutschte zurück unter die 21-Tage-Linie als Indikator für den kurzfristigen Trend. Auf Wochensicht ist der Dax damit um 1,7 Prozent gefallen. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte verlor am Freitag 0,70 Prozent auf 29.876,31 Zähler.

Die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone hat sich im Oktober überraschend deutlich eingetrübt, wie der Einkaufsmanagerindex von S&P Global zeigt. Demnach wird die Wirtschaft vom Inflationsdruck und den Sorgen um den französischen Staatshaushalt belastet. Aus Sicht von Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank wird die Protestwelle in Frankreich zum Konjunkturrisiko, wenngleich die Daten für die deutsche Industrie Grund zum Optimismus seien.

Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 konnte sich nach seinem Kursrutsch tags zuvor zwar zunächst stabilisieren, die Investoren hinterfragen die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz aber weiterhin kritisch. Außerdem stiegen die hohen Ölpreise vor dem Wochenende weiter. Peter Reichel von der Investmentbank Oddo BHF sprach an den Märkten von einem "Balanceakt" zwischen Wachstum, Inflation und Zinsen.

Die Chartexperten der HSBC sehen den Dax, der im Oktober bisher im Bereich von 25.000 bis 25.700 Punkten schwankt, gefangen zwischen den besonders beachteten 50- und 200-Tage-Indikatorlinien. Sie sprechen von einem "Grad an Unentschlossenheit", sehen aber die Chance auf einen "Nährboden" für eine neue Trendbewegung, sofern die 200-Tage-Linie nachhaltig verteidigt wird. Aktuell verläuft sie bei etwa 24.879 Zählern. Kommende Woche rücken dann die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Fokus.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel am Freitag um 0,31 Prozent auf 6.068,22 Punkte. Außerhalb des Euroraums gaben der Schweizer SMI CH0009980894 und der britische FTSE 100 GB0001383545 ebenfalls moderat nach. An der Wall Street sackte der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss rund ein Prozent ab.

Einige Dax-Titel wurden von US-Werten belastet. Dazu gehörten die 0,9 Prozent schwächeren Adidas-Anteile DE000A1EWWW0, die laut Händlern darunter litten, dass der US-Schuhkonzern Deckers Outdoor US2435371073 seinen Ausblick senkte. Infineon-Aktien DE0006231004 büßten derweil 2,4 Prozent ein, mit Blick auf den Nasdaq 100 blieben die Anleger auch im europäischen Tech-Sektor nervös.

Noch massiver erwischte es aber MTU DE000A0D9PT0 mit 4,8 Prozent und die Deutsche Telekom DE0005557508 mit 3,2 Prozent Kursminus. Der Triebwerksbauer war Dax-Schlusslicht angesichts durchwachsener Resultate des Wettbewerbers Safran FR0000073272. Die Telekom gab ihre Vortagsgewinne wegen neuer Sorgen vor US-Konkurrenz durch SpaceX US84615Q1031 wieder ab.

Besser erging es wegen Branchenvorgaben dem Zementkonzern Heidelberg Materials DE0006047004 und dem Konsumgüterhersteller Beiersdorf DE0005200000. Die Titel der beiden Dax-Werte stiegen nach überzeugenden Quartalsberichten der Konkurrenten Holcim CH0012214059 und L'Oreal FR0000120321 um 1,7 beziehungsweise 2,4 Prozent.

Ein Bericht über ein nachgebessertes Kaufangebot des Chemiekonzerns BASF DE000BASF111 hievte die Evonik-Aktien DE000EVNK013 mit 2,7 Prozent ins Plus auf 21,26 Euro. BASF sei jetzt dazu bereit, etwa 24 Euro je Aktie zu zahlen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Laut einem Bericht der "Financial Times" hatten zuletzt 22,15 Euro je Aktie im Raum gestanden. BASF-Aktien reagierten kaum darauf.

Wenig Reaktion zeigten auch die Titel von Munich Re DE0008430026. Nach der jüngsten Kursrally nahmen die Anleger nüchtern zur Kenntnis, dass der Rückversicherer nach einem starken dritten Quartal sein diesjähriges Gewinnziel anhob. Seit Juni sind die Aktien bereits um fast 28 Prozent gestiegen.

Bei Atoss Software DE0005104400 entschieden sich die Anleger nach gutem Lauf für Gewinnmitnahmen, der Kurs des im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 notierten Softwareanbieters sackte um 9 Prozent ab. Dem erhöhten Margenausblick stand gegenüber, dass Atoss den Gesamterlös nun eher am unteren Ende seiner Prognosespanne sieht.

SGL Carbon DE0007235301 konnte mit dem Verkauf eines ehemaligen Standorts in den USA punkten, die Aktien stiegen um 2,5 Prozent. SGL erhöhte außerdem die Jahresprognose für den freien Barmittelzufluss./niw/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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