Frankfurt Eröffnung: Dax mit nächstem Dämpfer
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 10:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZahlen großer US-Tech-Konzerne sorgten dafür, dass die Stimmung wieder umschwenkt, nachdem die Vortagserholung dem Leitindex noch den höchsten Stand seit vier Wochen beschert hatte. Wegen eines Angriffs auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien stiegen auch die Ölpreise wieder deutlich.
Der Dax fiel gegen Ende der ersten Handelsstunde um ein Prozent auf 25.384 Punkte. Er rutschte damit wieder unter seine 100-Tage-Linie, um die er in den vergangenen Tagen schon geschwankt war. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten sank in ähnlichem Maße auf 30.325 Zähler.
Gute Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP DE0007164600 verpufften im Umfeld einer international wieder beobachteten Technologie-Schwäche. Die Erholung des Nasdaq 100 US6311011026 hatte am Vorabend in New York schon an Schwung verloren und über Nacht ging es an den technologielastigen Börsen in Japan und Südkorea wieder merklich bergab.
"Die Quartalsberichte von Tesla US88160R1014, Meta US30303M1027, IBM US4592001014 und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu festigen", schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor hatten Milliarden-Gewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX US84615Q1031 die jüngsten Sorgen damit nur vorübergehend gemildert.
Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes sieht das Thema KI in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel Geld kosten werde.
Unter den deutschen KI-Profiteuren gaben die Kurse von Infineon DE0006231004, Siemens Energy DE000ENER6Y0 und Siemens DE0007236101 um bis zu 3,5 Prozent nach.
Wegen der jüngsten Entwicklung der Cloudverträge wird SAP etwas zuversichtlicher für die Cloud-Erlöse im Gesamtjahr. Laut dem Experten Charles Brennan von Jefferies unterstreicht die Geschäftsentwicklung die Dynamik der Cloud-Transformation und entkräftet die Sorgen vor einer KI-Disruption. Diese hatten zuletzt dafür gesorgt, dass sich die Kurse im Softwarebereich häufiger gegenläufig entwickeln zu den Chip-Werten. SAP stand anfangs besser da mit einem Anstieg, der die Aktien zunächst auf dem höchsten Niveau seit Januar hielt. Über der 210-Euro-Marke traf der Kurs jedoch auf Widerstand und rutschte dann ins Minus.
Im Rüstungsbereich sank der Kurs des MDax-Wertes Renk DE000RENK730 um 1,8 Prozent. Der Panzergetriebehersteller verkauft sein Gleitlagergeschäft und kürzte deshalb seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen kommt damit voran bei seinem Umbau zum reinen Rüstungskonzern. Börsianer vermuten in der neuen Prognose aber auch operativ eine leichte Senkung.
Eine Stütze sind dagegen deutsche Laborausrüster: Bei Qiagen NL0015002CX3 macht der schwedische Finanzinvestor EQT gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Übernahme. Der schon lange von Übernahmedebatten getriebene Kurs näherte sich mit einem Sprung um 5,6 Prozent auf 45,20 Euro dem Gebot von 46,50 Euro.
Der Sartorius DE0007165631-Kurs legte außerdem um fünf Prozent zu. Eckdaten zu den ersten neun Monaten des Jahres sind Händlern zufolge auf den ersten Blick besser als gedacht. Das Unternehmen sieht sich damit auf gutem Weg zu den Jahreszielen.
