WDH/ Ölpreise: legen deutlich zu - Medienbericht über mögliche US-Angriffe
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(überflüssiger Buchstabe in Überschrift entfernt)
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag deutlich zugelegt. In der Nacht zu Donnerstag sorgte ein Medienbericht über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran für Unterstützung. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent stieg auf 105,15 US-Dollar. Das waren 4,93 Dollar mehr als am Vortag. In der Spitze stieg der Preis bis auf 105,46 Dollar und erreichte so den höchsten Stand seit einer Woche.
Das Weiße Haus forderte das Pentagon einem Bericht des Magazins "The Atlantic" zufolge auf, Optionen für Angriffe auf den Iran auszuarbeiten, die noch vor den US-Zwischenwahlen im November ausgeführt werden könnten. Das Magazin berief sich auf zwei Regierungsvertreter.
Der Bericht widerspricht der bislang weitverbreiteten Erwartung, dass US-Präsident Donald Trump eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran vor den Wahlen vermeiden würde. Über Umfang und Ziele möglicher Angriffe sowie darüber, ob die Regierung die Pläne tatsächlich umsetzt, werde noch beraten, schrieb "The Atlantic".
Die Lage an der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus bleibt also weiter unsicher. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Exporte aus dem Nahen Osten eingeschränkt und Energieinfrastruktur beschädigt. Zuletzt hat der Schiffsverkehr zugenommen, gleichzeitig stiegen aber auch die Angriffe auf Öltanker. Zudem sind im Ukrainekrieg viele russische Raffinerien zerstört worden, was ebenfalls das Angebot mit Benzin und Diesel einschränkt.
Saudi-Arabien übte unterdessen als Reaktion auf die Angriffe auf Flughäfen im Land Vergeltung. Die Streitkräfte der Koalition hätten eine umfassende Operation gestartet und 82 militärische Ziele der Huthi-Miliz im Jemen in den Provinzen Saada, Marib, Al-Dschauf und Al-Hudaida zerstört, teilte der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, Turki al-Maliki, mit.
"Die Lieferungen aus dem Nahen Osten haben sich erholt, doch das knappe Angebot an Ölprodukten, extrem hohe Transportkosten und das große Risiko einer iranischen Eskalation halten die Preise auf hohem Niveau", sagte Saul Kavonic, leitender Energieanalyst bei MST Marquee, der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Zudem haben Ölproduzenten im Golf von Mexiko wegen eines herannahenden Tropensturms ihre Förderung um mehr als 510.000 Barrel pro Tag gedrosselt. Das entspricht laut der Nachrichtenagentur Bloomberg etwa einem Viertel der regionalen Produktion. Der Sturm verstärkte sich anschließend zu einem Hurrikan. "Wir erwarten ab Freitag bis ins Wochenende hinein vielfach gefährliche, lebensbedrohende Auswirkungen entlang Abschnitten der nördlichen Golf-Küste", sagte Michael Brennan, der Direktor des Hurrikan-Zentrums, am Mittwoch (Ortszeit).
