ABB, Aktie

ABB Aktie: 4,8 Milliarden aus Robotik-Verkauf an SoftBank

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 20:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ABB meldet Bestwerte bei Aufträgen und Gewinn, kündigt Zukauf von Rotork an und veräußert die Robotiksparte an SoftBank.

ABB mit Rekordquartal und milliardenschwerer Rotork-Übernahme
Abstrakte Darstellung der Robotik-Industrie mit dynamischer Beleuchtung, die technologischen Fortschritt und finanzielle Transaktionen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ABB hat am 16. Juli 2026 gleichzeitig Rekordzahlen für das zweite Quartal vorgelegt und eine milliardenschwere Übernahme angekündigt. Der Schweizer Industriekonzern kauft den britischen Ventilspezialisten Rotork plc für 5,5 Milliarden US-Dollar. Zugleich meldete das Unternehmen einen Auftragseingang von 12,04 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal – ein Bestwert.

Starkes Zahlenwerk treibt Prognoseanhebung

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 9,48 Milliarden US-Dollar. Das operative EBITA legte sogar um 20 Prozent auf 1,93 Milliarden US-Dollar zu, die operative Marge erreichte 20,2 Prozent. Angesichts dieser Dynamik hob ABB die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an: Das Unternehmen rechnet nun mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen bis niedrigen "Teenager"-Prozentbereich. Getragen wurde die Entwicklung vor allem vom Segment Elektrifizierung, das von der starken organischen Auftragsdynamik profitierte.

Übernahmewelle und Verkauf der Robotiksparte

Neben Rotork treibt ABB weitere Zukäufe voran. Bereits am 15. Juli 2026 vereinbarte der Konzern die Übernahme des französischen Leistungselektronik-Spezialisten Advantics, um das Portfolio für Gleichstromanwendungen in Rechenzentren und der Elektrofahrzeug-Infrastruktur zu stärken. Parallel dazu weitete ABB die Partnerschaft mit dem US-Unternehmen VoltaGrid aus: Die Geschäftsbereiche Motion und Automation liefern künftig Stabilisierungstechnologie und elektrische Infrastruktur für Microgrids.

Auf der anderen Seite trennt sich ABB von einem Kerngeschäft. Die SoftBank Group übernimmt die Robotics-Sparte des Konzerns. Laut Reuters erhält ABB dafür einen Nettoerlös von rund 4,8 Milliarden US-Dollar, der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet. Damit bündelt ABB Kapital für die angekündigten Zukäufe in den Wachstumsfeldern Elektrifizierung und Rechenzentren-Infrastruktur.

Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm läuft weiter: Zwischen dem 9. und 15. Juli 2026 erwarb ABB gemäß einer Pflichtmitteilung 57.500 eigene Aktien. Seit dem Start im Februar 2026 hat der Konzern damit insgesamt 4.256.356 Titel zurückgekauft.

Analysten reagieren, Aktie bleibt unter Druck

Die DZ Bank reagierte am 16. Juli 2026 positiv auf das Zahlenwerk. Analyst Robert Czerwensky hob den fairen Wert für ABB von 90 auf 95 Schweizer Franken an und bestätigte die Einstufung "Kaufen". Als Begründung nannte er die starke organische Auftragsdynamik im Segment Elektrifizierung.

Trotz der positiven Nachrichtenlage zeigte sich die Aktie zuletzt schwächer. Am Freitag schloss das Papier bei 86,40 Euro und legte auf Tagesbasis um 1,72 Prozent zu. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Rückgang von 6,21 Prozent, der Kurs notiert derzeit 5,27 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 35,47 Prozent im Plus – die Übernahmewelle und die milliardenschweren Transaktionen scheinen kurzfristig eher für Verdauungsprobleme an der Börse zu sorgen als für Euphorie.

Blick nach vorn

Die nächste Standortbestimmung folgt am 15. Oktober 2026, wenn ABB die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Bis dahin dürfte sich zeigen, wie der Markt die parallele Strategie aus Zukäufen im Elektrifizierungs- und Automatisierungsgeschäft einerseits und dem Verkauf der Robotiksparte andererseits langfristig bewertet.

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