ABB Aktie: 5,5-Milliarden-Deal für Rotork
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 16:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ABB hat Mitte Juli gleich zwei Nachrichten auf einmal geliefert: Rekordzahlen für das zweite Quartal und die Ankündigung einer milliardenschweren Übernahme. Der Industriekonzern kündigte am 16. Juli die Übernahme des britischen Durchflusskontroll-Spezialisten Rotork plc an, wie ABB und das Handelsblatt berichteten. Der Kaufpreis liegt bei rund 5,5 Milliarden US-Dollar, ABB zahlt 503 Pence je Aktie in bar.
Rekordauftragseingang begleitet den Deal
Zeitgleich mit der Rotork-Ankündigung legte ABB die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 9,48 Milliarden US-Dollar. Noch deutlicher fiel der Sprung beim Auftragseingang aus: Mit 12,04 Milliarden US-Dollar erreichte dieser einen Rekordwert und lag 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Die operative EBITA-Marge verbesserte sich auf 20,2 Prozent. Die Kombination aus starkem operativem Geschäft und der angekündigten Zukäufen gibt der Übernahme zusätzliches Gewicht.
Finanziert wird der Rotork-Kauf laut einem Bericht der FAZ in erster Linie aus vorhandenen Barmitteln, bestehenden Kreditlinien sowie den Erlösen aus dem Verkauf der Robotics-Sparte an die SoftBank Group, der im Oktober 2025 abgeschlossen wurde. ABB nutzt damit einen bereits realisierten Portfolio-Umbau, um die neue Akquisition zu stemmen, statt frisches Fremdkapital in größerem Umfang aufzunehmen.
Ergänzend meldete ABB am 23. Juli eine strategische Minderheitsbeteiligung am Software-Startup Gridcog. Ziel der Beteiligung ist der Ausbau der Analysekapazitäten für dezentrale Energieressourcen – ein Bereich, der zum Wachstumsfeld Elektrifizierung passt, das ABB zuletzt vorangetrieben hat.
Analysten heben Kursziele nach der Rallye an
Die Serie positiver Nachrichten hat mehrere Analysehäuser zu Anpassungen ihrer Kursziele bewogen. RBC Capital erhöhte am 20. Juli das Kursziel von 77 auf 83 Schweizer Franken, beließ die Einstufung aber bei „Sector Perform“. Am selben Tag stufte Berenberg-Analyst Richard Dawson die Aktie von „Neutral“ auf „Hold“ zurück und nannte ein Kursziel von 80 Franken. Morningstar hob die Fair-Value-Schätzung am 17. Juli von 60 auf 67 Franken an und begründete dies mit dem überdurchschnittlichen Wachstum im Segment Elektrifizierung.
Die Deutsche Bank zog am heutigen Freitag nach: Analyst Gael de-Bray erhöhte das Kursziel von 70 auf 74 Franken, beließ die Einstufung jedoch auf „Hold“. Als Begründung verwies er auf die inzwischen erreichte Bewertung nach der kräftigen Kursrallye der vergangenen Monate. Die durchweg zurückhaltenden Einstufungen bei gleichzeitig steigenden Kurszielen zeichnen ein Bild, in dem die operative Entwicklung positiv gesehen wird, die Bewertung nach dem starken Lauf aber als ausgereizt gilt.
Kursverlauf spiegelt Konsolidierung nach der Rallye
Die ABB-Aktie notiert aktuell bei 86,68 Euro und liegt seit Jahresbeginn mit 35,90 Prozent deutlich im Plus. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier allerdings 7,65 Prozent verloren und damit einen Teil der vorherigen Gewinne wieder abgegeben. Der Kurs bewegt sich derzeit 4,56 Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts, was auf eine Verschnaufpause nach der starken Aufwärtsbewegung hindeutet, während die Aktie weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt notiert.
Parallel zu den strategischen Schritten läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Zwischen dem 9. und 15. Juli erwarb ABB über eine separate Handelslinie an der SIX Swiss Exchange 57.500 eigene Aktien, wie aus einer Mitteilung der SIX Exchange Regulation hervorgeht. Das Programm mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar läuft fort und unterstreicht, dass der Konzern trotz der milliardenschweren Rotork-Übernahme an der Kapitalrückführung an die Aktionäre festhält.
Der nächste wichtige Termin für Anleger folgt am 20. Oktober 2026, wenn ABB die Zahlen zum dritten Quartal vorlegt. Dann dürfte sich zeigen, ob sich der Rekordauftragseingang aus dem zweiten Quartal fortsetzt und wie weit die Integration von Rotork bis dahin vorangeschritten ist.
ABB-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ABB-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten ABB-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ABB-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ABB: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
