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ABB Aktie: Zementwerk-Auftrag für Adani Cement

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 04:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ABB gewinnt Auftrag für elektrifizierte Wärme in Indien und treibt so die Aktie an. Analysten sehen Potenzial trotz gesenkter Kursziele.

ABB Aktie: Neuer Großauftrag in Indien treibt Erholung an
Industrielle Zementanlage mit Silos und moderner Infrastruktur bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ABB kommt aus der Korrektur. Nach einem Rücksetzer von rund neun Prozent binnen 30 Tagen legte die Aktie am Dienstag um 2,03 Prozent zu und schloss bei 87,36 Euro. Ein neuer Großauftrag in Indien liefert den Anlass — und zeigt, wohin der Konzern strategisch will.

Elektrifizierung statt Verbrennung

ABB hat zu Wochenbeginn eine Kooperation im indischen Markt bekannt gegeben. Das Unternehmen liefert die elektrische Ausrüstung für ein industrielles Wärmeprojekt im Zementwerk von Adani Cement in Andhra Pradesh. Partner ist das finnische Technologieunternehmen Coolbrook.

Im Kern geht es um den erstmaligen Einsatz des sogenannten "RotoDynamic Heater" im industriellen Maßstab. Das System ersetzt die klassische Verbrennung fossiler Brennstoffe in der Hochtemperatur-Zementproduktion durch elektrifizierte Wärme. ABB liefert Antriebe, Motoren, Schaltanlagen und Transformatoren. Alles läuft über das Prozessleitsystem Ability System 800xA.

Die ökologische Wirkung ist konkret messbar. Am Standort sollen zunächst rund 60.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden. Für ABB festigt der Auftrag die langjährige Partnerschaft mit Coolbrook und die Position als Ausrüster für nachhaltige Industrieprozesse.

Berenberg senkt Kursziel

Nach der Berichterstattung zum zweiten Quartal 2026 haben mehrere Analysehäuser ihre Modelle angepasst. Berenberg setzte das Kursziel im Juli 2026 auf 80 Franken fest.

Die Bank hebt hervor, dass vor allem die Sparte Elektrifizierung von der Nachfrage aus KI-Rechenzentren profitiert. Auch die jüngsten Zukäufe zahlen auf diese These ein: Die Übernahme des britischen Spezialisten Rotork für rund 5,5 Milliarden Dollar sowie der kleinere Zukauf des französischen Unternehmens Advantics stärken das Portfolio bei Gleichstromlösungen und Automatisierung.

Charttechnik bleibt gemischt

Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie noch rund 9,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 96,36 Euro aus dem Juni. Der RSI von 44,2 signalisiert eine neutrale Zone — weder überkauft noch überverkauft. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von knapp 37 Prozent zu Buche.

Ausblick: Zweistelliges Wachstum angepeilt

Für das dritte Quartal erwartet das Management ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich. Die operative EBITA-Marge soll sich gegenüber dem bereits starken zweiten Quartal mit 20,2 Prozent weiter verbessern.

Ein wichtiger Faktor für die Kapitalallokation bleibt das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Milliarden Dollar. Seit Mitte Juli 2026 hat ABB dafür weitere Aktien über die Börse zurückgekauft. Der geplante Verkauf der Robotics-Sparte soll die Bilanz in der zweiten Jahreshälfte 2026 zusätzlich stärken — und dem Konzern Spielraum für weitere Zukäufe in Wachstumsfeldern wie DC-Lösungen geben.

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