Abbott, Diagnostik

Abbott: Diagnostik springt um 42,3 Prozent

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 15:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Abbott Laboratories überrascht mit starken Quartalszahlen und erhöht die Gewinnprognose für 2026. Diagnostik und Medizintechnik treiben das Wachstum an.

Abbott Labs übertrifft Erwartungen und hebt Jahresprognose an
Abstrakte Darstellung des Diagnostiksektors mit leuchtenden wissenschaftlichen Instrumenten und Datenvisualisierungen in einem modernen Labor, das Wachstum und Präzision vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Gesundheitskonzern Abbott Laboratories hat am Donnerstag die Erwartungen der Analysten übertroffen und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Massive Zuwächse im Bereich der Diagnostik und eine robuste Nachfrage nach Medizintechnik trieben die Ergebnisse im zweiten Quartal an. Die Aktie reagierte mit einem deutlichen Kurssprung auf die Veröffentlichung der Bilanz.

Starkes Wachstum durch Akquisitionen und neue Produkte

Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Abbott einen berichteten Umsatz von 12,593 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 13,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die Diagnostik-Sparte, deren Umsatz um 42,3 Prozent auf 3,09 Milliarden US-Dollar kletterte. Hier profitierte das Unternehmen maßgeblich von der Einbeziehung von Exact Sciences. Besonders die Krebsdiagnostik zeigte Dynamik: Laut Berichten von 360Dx stieg dieser Bereich im ersten Halbjahr um 13 Prozent, wobei für das zweite Halbjahr eine weitere Stärkung erwartet wird.

Auch das Segment der Medizintechnik lieferte mit einem Plus von 9,0 Prozent auf 5,85 Milliarden US-Dollar einen signifikanten Beitrag. Abbott konnte in diesem Bereich wichtige Fortschritte in der Produktpipeline erzielen. So erhielt das System Libre Duo die CE-Kennzeichnung in Europa, und für das Verschluss-System Amulet 360 wurde der Zulassungsantrag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA eingereicht. Die Sparte Established Pharma verzeichnete einen Zuwachs von 8,4 Prozent, während der Bereich Ernährung einen leichten Rückgang von 3,1 Prozent hinnehmen musste.

Management hebt Jahresziele an

Angesichts der starken operativen Entwicklung passte die Konzernleitung ihre Ziele für das laufende Geschäftsjahr nach oben an. Abbott rechnet nun für 2026 mit einem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) in einer Spanne von 5,45 bis 5,60 US-Dollar. Zuvor war das Unternehmen von 5,38 bis 5,58 US-Dollar ausgegangen. Im zweiten Quartal lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,31 US-Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 1,28 US-Dollar.

Das Management bestätigte zudem die Prognose für das vergleichbare Umsatzwachstum, das weiterhin zwischen 6,5 und 7,5 Prozent erwartet wird. CEO Robert Ford zeigte sich in einer Telefonkonferenz zuversichtlich, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte weiter beschleunigen wird. Er verwies dabei auf neue Markteinführungen wie den TactiFlex Duo Katheter und eine Erholung in der Sparte für Ernährungsprodukte. Parallel dazu flossen im zweiten Quartal rund 2,1 Milliarden US-Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurück.

Marktreaktion und chartwirtschaftliche Einordnung

An den Finanzmärkten sorgten die Nachrichten für Euphorie. Berichten von Benzinga zufolge verzeichnete die Aktie am Donnerstag ihren prozentual stärksten Tagesgewinn seit dem Jahr 1968. Der aktuelle Kurs notiert bei 88,24 €, was einer positiven Entwicklung von 14,66 % innerhalb der letzten 30 Tage entspricht. Dennoch weist das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von 16,63 % auf.

Trotz der jüngsten Erholung gibt es spezifische Herausforderungen, die Analysten im Blick behalten. Das Wachstum bei den Glukose-Messsystemen (CGM) stabilisierte sich zuletzt bei 9,5 Prozent. Laut Unternehmensangaben hängt eine künftige Beschleunigung in diesem Segment maßgeblich von weiteren Fortschritten bei der Erstattungsfähigkeit der Produkte ab. Zugleich belasteten im zweiten Quartal geringere operative Margen, die von 18,4 Prozent im Vorjahr auf 13,4 Prozent sanken, das Gesamtergebnis.

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