Adidas: 400 Millionen Euro Zoll-Belastung für 2026
22.04.2026 - 10:34:34 | boerse-global.deStarkes operatives Geschäft, schwache Prognose – bei Adidas klaffen Realität und Ausblick derzeit weit auseinander. Ein überraschendes US-Gerichtsurteil und neue Importzölle durchkreuzen die Margenpläne des Vorstands. Das zwingt den Sportartikelhersteller zu einer schwierigen Gratwanderung zwischen Preissetzungsmacht und Lieferkettenabhängigkeit.
Die US-Handelspolitik bremst das Wachstum
Ein Urteil des US Supreme Courts beendete im Februar 2026 zwar die umstrittenen IEEPA-Abgaben. Im Gegenzug gilt nun ein pauschaler Importaufschlag von zehn Prozent für fast alle Importländer. Parallel dazu laufen US-Untersuchungen gegen Vietnam wegen möglicher unfairer Handelspraktiken.
Für den Sportartikelhersteller trifft dies den Kern seiner Beschaffung. Rund 40 Prozent der gesamten Schuhproduktion stammen aus dem südostasiatischen Land. Hochspezialisierte Fertigungskapazitäten für Performance-Schuhe lassen sich kurzfristig kaum verlagern.
Finanzchef Harm Ohlmeyer kalkuliert mit harten Einschnitten. Die kombinierten Belastungen aus Zöllen und einem schwachen US-Dollar schätzt er auf rund 400 Millionen Euro. Ohne diesen Gegenwind hätte der Konzern im laufenden Jahr die anvisierte operative Marge von zehn Prozent erreicht. Dieses strategische Ziel verschiebt der Vorstand nun nach hinten.
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Insider nutzen den Kursrücksetzer
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 unterstreicht die fundamentale Erholungskraft der Marke. Adidas erwirtschaftete einen Umsatz von knapp 25 Milliarden Euro und steigerte den Nettogewinn massiv. Allerdings dämpfte der Ausblick für das laufende Jahr die Euphorie am Markt sofort.
Statt der von Analysten erhofften 2,72 Milliarden Euro peilt das Management lediglich einen operativen Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro an. Die Börse quittierte diese Lücke im März mit einem deutlichen Tagesverlust.
Als der Kurs Anfang April auf das Jahrestief von 130,60 Euro abrutschte, griffen Führungskräfte und Großaktionäre ein. Das Investitionsvehikel von Nassef Sawiris erwarb Papiere im Wert von elf Millionen Euro. Auch der Finanzchef investierte eine sechsstellige Summe in das eigene Unternehmen.
Hauptversammlung stimmt über Kapitalrückführung ab
Konzernchef Bjørn Gulden, dessen Vertrag vorzeitig bis Ende 2030 verlängert wurde, agiert bei US-Preiserhöhungen abwartend. Er will die Wettbewerber beobachten und nicht als Preisführer vorpreschen.
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Aktionäre sollen derweil stärker am operativen Fortschritt beteiligt werden. Auf der Hauptversammlung am 7. Mai schlägt das Management eine auf 2,80 Euro erhöhte Dividende vor. Flankierend dazu steht ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm zur Abstimmung.
Am 29. April legt Adidas die Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Umsatz von 6,33 Milliarden Euro und einem zweistelligen prozentualen Wachstum. Diese Datenpunkte liefern den ersten konkreten Beleg, wie effizient das Unternehmen die neuen Zolllasten im Tagesgeschäft abfedert.
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