Adidas Aktie: 31. Juli entscheidet über WM-Boom
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nerven der Adidas-Anleger liegen blank. Am Freitag brach die Aktie im Xetra-Handel zeitweise um mehr als 5 Prozent ein, wie dpa-AFX berichtete. Grund war die Enttäuschung darüber, dass der Konzern entgegen mancher Erwartungen keine vorläufigen Eckdaten zum zweiten Quartal vorlegte. Investoren hatten nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika auf einen ersten Ausblick gehofft. Am Ende des Handelstages drehte das Papier jedoch ins Plus und schloss bei 172,50 Euro, ein Tagesgewinn von 1,05 Prozent. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein deutliches Minus stehen.
Verkaufssignal trübt das Chartbild
Der zwischenzeitliche Ausverkauf hatte auch charttechnische Folgen. Laut einem Marktbericht unterschritt die Aktie im Tagesverlauf die 50-Tage-Linie bei rund 171,48 Euro und löste damit ein technisches Verkaufssignal aus. Damit notierte das Papier zeitweise rund 11 Prozent unter seinem Hoch von Anfang Juli. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 198,75 Euro, das Adidas Ende Juli vergangenen Jahres erreicht hatte, beträgt der Abstand mittlerweile gut 13 Prozent. Der Rücksetzer wirkt umso schwerer, als die Aktie zuvor von starken WM-bezogenen Verkaufszahlen profitiert hatte – Medienberichten zufolge hatte der Konzern im Zuge des Turniers in Nordamerika einen regelrechten Geschäftsboom verzeichnet.
JPMorgan sah Anfang Juli noch deutliches Potenzial
Einen Kontrapunkt zur aktuellen Verunsicherung setzte JPMorgan bereits Anfang Juli. Das Analystenhaus stufte die Aktie am 2. Juli mit "Overweight" und einem Kursziel von 230 Euro ein, nachdem es zuvor Investorengespräche im Sektor ausgewertet hatte. Zwischen jener optimistischen Einschätzung und dem heutigen Kurs klafft mittlerweile eine erhebliche Lücke – ein Beleg dafür, wie stark die Ungewissheit rund um das ausbleibende Zwischenfazit die Stimmung inzwischen belastet hat.
Parallel zur Kursbewegung meldete Adidas Mitte Juli im Rahmen einer Pflichtmitteilung nach dem Wertpapierhandelsgesetz den Erwerb beziehungsweise die Veräußerung eigener Aktien. Zudem war bereits im Mai ein Eigengeschäft der mit Aufsichtsratsmitglied Nassef Sawiris verbundenen Gesellschaft NNS Investments bezüglich Adidas-Anteilen offengelegt worden. Solche Insidermeldungen liefern zwar keinen unmittelbaren Kursimpuls, unterstreichen aber die erhöhte Aufmerksamkeit, mit der Marktteilnehmer derzeit jede Bewegung rund um das Unternehmen verfolgen.
Alle Blicke richten sich auf den 31. Juli
Der eigentliche Prüfstein steht erst noch bevor: Am 31. Juli will Adidas die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vorlegen. Die Erwartungen sind hoch, nicht zuletzt weil der Konzern im März für das laufende Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte – trotz erwarteter Belastungen durch Zölle und Wechselkurseffekte von etwa 400 Millionen Euro. Ob sich der WM-bedingte Umsatzschub in den Zahlen niederschlägt, dürfte darüber entscheiden, ob die Aktie ihre jüngste Schwäche überwindet.
Unternehmensintern hatte der Aufsichtsrat im März bereits für Kontinuität gesorgt und den Vertrag von Vorstandschef Bjørn Gulden vorzeitig verlängert, während zugleich ein Wechsel an der Aufsichtsratsspitze eingeleitet wurde. Auf der Hauptversammlung im Mai in Herzogenaurach beschlossen die Aktionäre zudem eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Bis zur Vorlage der Halbjahreszahlen dürfte die Aktie damit in einer Phase erhöhter Nervosität verharren, in der jede weitere Nachricht überproportional stark auf den Kurs durchschlagen kann.
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