Adobe, Bullische

Adobe: Bullische Analysten auf 44% gefallen

29.04.2026 - 11:14:57 | boerse-global.de

Der Anteil bullischer Analysten bei Adobe fällt auf 44 Prozent, während Downgrades und Wettbewerb durch KI-Plattformen den Kurs belasten.

Adobe: Bullische Analysten auf 44% gefallen - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Adobe: Bullische Analysten auf 44% gefallen - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Innerhalb von zwei Monaten ist der Anteil bullischer Analysten bei Adobe von 56 auf 44 Prozent gefallen — während der neutrale Block von 34 auf 49 Prozent angewachsen ist. Das ist kein normales Rauschen. Es ist eine beschleunigte Neubewertung eines Unternehmens, das einst als unangreifbar galt.

Downgrades häufen sich

Den jüngsten Schritt machte Mizuho: Das Haus stufte Adobe von Outperform auf Neutral herunter und kappte das Kursziel von 315 auf 270 Dollar. Begründung: zunehmender Wettbewerb durch KI-native Plattformen, der Preissetzungsmacht und Margen unter Druck setzt. Mizuho erwartet, dass das organische Umsatzwachstum in den nächsten zwei bis drei Jahren auf hohe einstellige Prozentwerte abflacht — nach Jahren im zweistelligen Bereich ein spürbarer Rückschritt.

Bemerkenswert ist das Eingeständnis des Mizuho-Analysten: Er habe zu lange gewartet. Adobe sei eine "extrem frustrierende Aktie" gewesen. William Blair und Argus Research hatten zuvor ebenfalls auf neutrale Ratings zurückgestuft.

Kurs weit unter dem Jahreshoch

Die Aktie notierte am 28. April bei 243 Dollar — rund 31 Prozent unter dem Jahresbeginn und deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 317 Dollar. Das 52-Wochen-Hoch lag bei knapp 423 Dollar. Damit schneidet Adobe erheblich schlechter ab als der breite Softwaresektor, der im gleichen Zeitraum rund 19 Prozent verlor, während der S&P 500 leicht zulegte.

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Das Bären-Argument: Erosion im Mittelmarkt

Der Kern der Skepsis liegt im sogenannten Prosumer-Segment — Gelegenheitsnutzer und kleinere Kreativprofis, die zunehmend zu günstigeren Alternativen wie Canva oder kostenlosen KI-Tools abwandern. Video- und Bildbearbeitung werden zur Massenware. Das zeigt sich auch in den Zahlen: Das Netto-Neugeschäft beim jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) lag im ersten Quartal 50 Millionen Dollar unter dem Vorjahreswert. Die ARR-Wachstumsprognose für das Gesamtjahr liegt bei 10,2 Prozent — Tendenz weiter fallend.

Das Bullen-Argument: Firefly wächst

Nicht alle haben aufgegeben. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt noch bei 329 Dollar, was erhebliches Aufwärtspotenzial impliziert. D.A. Davidson hält an einem Kaufurteil mit Ziel 300 Dollar fest.

Die Hoffnung ruht auf Adobes generativer KI-Plattform Firefly: Der ARR stieg im Quartal um 75 Prozent gegenüber dem Vorquartal, der KI-first-ARR hat sich im Jahresvergleich mehr als verdreifacht. Der Firefly-ARR überschritt die Marke von 250 Millionen Dollar. Hinzu kommt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm — der Vorstand genehmigte eine Ermächtigung zum Rückkauf von bis zu 25 Milliarden Dollar bis April 2030.

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Die Fundamentaldaten bleiben solide: 6,4 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, eine Bruttomarge von 89 Prozent, freier Cashflow von über 10 Milliarden Dollar in den vergangenen zwölf Monaten. Am 11. Juni legt Adobe die nächsten Quartalszahlen vor — dann wird sich zeigen, ob Firefly schnell genug wächst, um die Abwanderung im Kerngeschäft zu kompensieren, oder ob die Analystenskepsis weiter zunimmt.

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