ROUNDUP, Gesundheits-Sparpaket

Änderungen bei Gesundheits-Sparpaket in Sicht

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 14:58 Uhr, dpa.de

Bei den SparplĂ€nen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) fĂŒr stabile KrankenkassenbeitrĂ€ge zeichnen sich noch Änderungen ab.

Kurz vor der angestrebten Verabschiedung im Bundestag ringen Union und SPD um VerstĂ€ndigungen in mehreren Punkten. Dazu zĂ€hlen Änderungen bei Maßnahmen fĂŒr Versicherte und die Pharmabranche sowie beim Beitrag des Bundes, wie aus einer vorlĂ€ufigen Übersicht hervorgeht. Die gesetzlichen Krankenkassen sehen Bewegung in die richtige Richtung - mahnen aber, beim Sparziel Kurs zu halten.

Bei der vorgesehenen EinschrĂ€nkung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern werden nun weiter gefasste Ausnahmen angepeilt. Bestehen bleiben soll sie unter anderem fĂŒr Elternteile von Kindern unter zwölf Jahren statt unter sieben Jahren. ZunĂ€chst berichteten das Portal "The Pioneer" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darĂŒber. FĂŒr kĂŒnftig nicht mehr frei mitversicherte Partner sollen Kassenmitglieder ab 2028 einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozent zahlen, wie der Kabinettsentwurf es bereits vorsieht.

Mehr Geld vom Bund?

Im Blick steht auch ein grĂ¶ĂŸerer Beitrag zum Sparpaket aus Bundesmitteln. So könnte der regulĂ€re Bundeszuschuss von 14,5 Milliarden Euro um weniger als die vorgesehenen zwei Milliarden Euro gekĂŒrzt werden. Außerdem könnten die Zahlungen des Bundes fĂŒr die Krankenkosten von Grundsicherungsbeziehern stĂ€rker erhöht werden als um zunĂ€chst 250 Millionen Euro im nĂ€chsten Jahr. Im GesprĂ€ch ist, dass 2027 der regulĂ€re Zuschuss nur um 1,35 Milliarden Euro schmilzt - und 750 Millionen Euro mehr fĂŒr Grundsicherungskosten kommen.

CDU-GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann begrĂŒĂŸte diesen grĂ¶ĂŸeren Schritt. Er wisse, dass eigentlich mehr aus dem Haushalt kommen mĂŒsse. "Aber dass man jetzt den Einstieg macht mit einer Milliarde, finde ich richtig." Hintergrund ist, dass derzeit vom Bund gezahlte Pauschalen die Kosten fĂŒr die generell bei den gesetzlichen Kassen versicherten Grundsicherungsbezieher nicht decken.

Beim Sparbeitrag von Pharmaherstellern steht unter anderem im Blick, einen dynamisch anpassbaren Preis-Abschlag durch einen konstanten ergĂ€nzenden Abschlag zu ersetzen. Am Mittwoch soll der Gesundheitsausschuss ĂŒber die Änderungen befinden. Die Koalition strebt an, das Gesetz am Donnerstag oder Freitag im Bundestag zu beschließen. Es soll dann auch in den Bundesrat kommen, der am Freitag zum letzten Mal vor der Sommerpause zusammentritt.

Sparziel noch erhöht

Das Paket von Warken soll die gesetzlichen Kassen 2027 von stark steigenden Ausgaben entlasten, um erneute Beitragserhöhungen zu verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche. FĂŒr Patienten sollen unter anderem auch die Zuzahlungen fĂŒr Medikamente von mindestens 5 und höchstens 10 Euro auf 7,50 bis 15 Euro erhöht werden. Danach geplante jĂ€hrliche Anpassungen sollen nun aber wohl wegfallen. Nach einem rasanteren Anstieg der Kassen-Ausgaben hatte Warken das Sparziel angehoben. Zu decken ist nun eine LĂŒcke von 18,8 Milliarden Euro.

Der Chef der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Andreas Storm, sagte, die Korrekturen gingen in die richtige Richtung. "Es ist wichtig, dass zur Schließung der gestiegenen FinanzlĂŒcke jetzt nicht die Versicherten zusĂ€tzlich belastet werden." Höhere Steuermittel seien ein erster wichtiger Beitrag zur gerechteren Lastenverteilung und erhöhten die Akzeptanz der gesamten Reform. Der Chef des Kassen-Spitzenverbands, Oliver Blatt, sagte, es komme darauf an, dass es auf der Zielgeraden keine zusĂ€tzlichen Geschenke an Interessengruppen gebe.

de | boerse | 69705723 |

Weitere Meldungen

Kritik an Krankenkassenreform - Tschentscher: Fehlleistung Als "Fehlleistung der Bundesregierung" hat Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher das vom Bundestag beschlossene Sparpaket fĂŒr die gesetzliche Krankenversicherung kritisiert. (Boerse, 11.07.2026 - 16:05) weiterlesen...

Bundesrat gibt grĂŒnes Licht fĂŒr Gesundheits-Sparpaket Das Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung kann in Kraft treten. (Boerse, 10.07.2026 - 15:23) weiterlesen...

Bundestag beschließt Gesundheits-Sparpaket Der Bundestag hat das umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition fĂŒr stabile KrankenkassenbeitrĂ€ge beschlossen. (Boerse, 10.07.2026 - 11:46) weiterlesen...

EilantrÀge gegen Kassen-Spargesetz in Karlsruhe gescheitert Das Bundesverfassungsgericht hat EilantrÀge zweier Oppositions-Abgeordneter gegen das Gesetzgebungsverfahren zum Gesundheits-Sparpaket abgelehnt. (Boerse, 09.07.2026 - 13:46) weiterlesen...

Opposition will Gesundheits-Sparpaket in Karlsruhe stoppen BERLIN - Die Opposition will die von der schwarz-roten Koalition noch vor der Sommerpause geplante Verabschiedung des Sparpakets fĂŒr stabile KrankenkassenbeitrĂ€ge juristisch stoppen. (Boerse, 08.07.2026 - 17:30) weiterlesen...

Opposition will Gesundheits-Sparpaket in Karlsruhe stoppen Die Opposition will die von der schwarz-roten Koalition noch vor der Sommerpause geplante Verabschiedung des Sparpakets fĂŒr stabile KrankenkassenbeitrĂ€ge juristisch stoppen. (Boerse, 08.07.2026 - 16:04) weiterlesen...