Airbus Aktie: Keine neuen Zölle
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 06:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Handelsrisiko, das monatelang ĂŒber der Luftfahrtbranche schwebte, ist plötzlich verschwunden. Das US-Handelsministerium hat seine Untersuchung zu importierten Verkehrsflugzeugen, Triebwerken und Ersatzteilen beendet. Neue Zölle wird es nicht geben.
Das Ministerium stellte am Donnerstag zwar fest, dass auslĂ€ndische GĂŒter nationale Sicherheitsbedenken auslösen. Die Trump-Regierung verzichtet aber auf zusĂ€tzliche Zölle. Vorausgegangen war intensives Lobbying der US-Luftfahrtbranche, die sich bereits zuvor Ausnahmen fĂŒr Flugzeuge und Bauteile gesichert hatte.
FĂŒr Airbus fĂ€llt damit eine Unsicherheit weg, die den globalen Zulieferer und Flugzeugbauer belastet hatte. Die Entscheidung gegen neue Zölle stabilisiert den internationalen Handel mit LuftfahrtgĂŒtern â zumindest vorerst.
Kurs unter Druck, operativ auf Kurs
Die Airbus-Aktie schloss am Dienstag bei 48,00 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,44 Prozent zu Buche, der Monatstrend zeigt dagegen mit plus 4,35 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn liegt das Papier mit 2,04 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von 5,73 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 55,00 Euro, aufgestellt am 12. Januar 2026, ist die Aktie noch 12,73 Prozent entfernt. Zum Tief von 38,40 Euro aus dem MĂ€rz betrĂ€gt der Abstand 25 Prozent. Der RSI von 52,1 signalisiert neutrale Dynamik, die 30-Tage-VolatilitĂ€t liegt bei knapp 34 Prozent â ein Wert, der fĂŒr den Sektor keine Seltenheit ist.
Operativ liefert Airbus solide Zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Auslieferungen um 15 Prozent auf 351 Flugzeuge, verglichen mit 306 im Vorjahreszeitraum. Allein im Juni ĂŒbergab der Konzern 89 Jets an seine Kunden.
Damit bleibt das Jahresziel von rund 870 Auslieferungen erreichbar. Airbus zieht das Tempo traditionell in der zweiten JahreshÀlfte an. EngpÀsse bei Triebwerken und Verzögerungen bei Lieferungen nach China bremsen die Produktion aber weiterhin.
Auf der Auftragsseite zeigt sich ein deutlich stĂ€rkeres Bild. Zwischen Januar und Juni sammelte Airbus 887 Bruttobestellungen ein, nach Stornierungen blieben netto 822 AuftrĂ€ge ĂŒbrig. Die AuftragsbĂŒcher fĂŒllen sich also schneller, als der Konzern derzeit ausliefern kann.
Wasserstoff als nÀchstes Kapitel
Neben dem TagesgeschÀft treibt Airbus auch die Antriebstechnik der Zukunft voran. Am 7. Juli gab der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen mit MTU Aero Engines bekannt. Ziel ist die Entwicklung eines vollelektrischen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Triebwerks bis zur Marktreife.
Das Projekt zeigt, wie Airbus langfristig auf strengere Umweltauflagen reagiert â parallel zum laufenden LiefergeschĂ€ft mit klassischen Jets. Kurzfristig dĂŒrfte aber die zweite JahreshĂ€lfte entscheidend bleiben: Nur wenn Airbus das ĂŒbliche Tempo beim Ausliefern anzieht, rĂŒckt das Jahresziel von 870 Maschinen in greifbare NĂ€he.
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