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AKTIE IM FOKUS 3: Ausblick drückt MTU kräftig unter jüngstes Rekordhoch

Veröffentlicht: 24.02.2026 um 18:09 Uhr, dpa.de

FRANKFURT - Die Erwartung sinkender Margen bei MTU DE000A0D9PT0 und das vor rund einer Woche erreichte Rekordhoch von über 400 Euro passen für Anleger aktuell offenbar nicht richtig zusammen.

(neu: Schlusskurs, LBBW sieht Chance)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erwartung sinkender Margen bei MTU DE000A0D9PT0 und das vor rund einer Woche erreichte Rekordhoch von über 400 Euro passen für Anleger aktuell offenbar nicht richtig zusammen. Zur Vorlage der Geschäftszahlen am Dienstag samt den in Aussicht gestellten Zielen sackte der Aktienkurs des Triebwerksbauers kräftig ab. Ein Analyst sah darin aber eine Chance für Anleger.

Am Nachmittag fiel das Papier um bis zu acht Prozent und erreichte mit 365,50 Euro den tiefsten Stand seit Anfang Januar. Der Kurs erholte sich dann etwas, die Aktie schloss aber noch mit 6,6 Prozent im Minus bei 371,10 Euro. Sie fand dabei Unterstützung an der 200-Tage-Durchschnittslinie, die den längerfristigen Trend signalisiert. Vom Jahresplus, das am vergangenen Mittwoch in der Spitze noch knapp 14 Prozent betragen hatte, sind aber nur noch 4,5 Prozent übrig.

Im Fokus der Analysten standen vor allem die operative Gewinn- und Barmittelentwicklung. Stefan Maichl von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gab sich dann aber am Nachmittag in seiner Studie weiter optimistisch für den Triebwerksbauer. Der Ausblick auf das laufende Jahr klinge nach profitablem Wachstum und die Aktien wirkten nach dem Rücksetzer jetzt wieder attraktiv bewertet. Mit seinem unveränderten Kursziel von 440 Euro glaubt der Experte an weitere Rekorde. Die bisherige Bestmarke hatte vor wenigen Tagen 404,80 Euro betragen.

Ross Law von der US-Bank Morgan Stanley hatte zuvor resümiert, dass die für 2025 gemeldeten Ergebnisse und der Ausblick etwa im erwarteten Rahmen gelegen hätten. "Die Diskussionen über den Anteil des Ersatzteilgeschäfts, die Nachhaltigkeit der Margen und die Erwirtschaftung freier Barmittel (FCF) setzen sich unterdessen fort."

Milene Kerner von der britischen Bank Barclays verwies vor allem auf die strukturelle Diskrepanz zwischen der ausgewiesenen Profitabilität und den letztlich ankommenden Barmitteln. So habe das vierte Quartal von MTU erneut die fortgesetzten "Übergewinne" aus dem Ersatzteilgeschäft im Bereich Getriebefan-Triebwerke (GTF) verdeutlicht, während das FCF-Ziel 2026 zugleich hinter den Markterwartungen zurückgeblieben sei. Die Ansicht teilt wohl auch RBC-Analyst Mark Fielding, denn er überarbeitete inzwischen seine Schätzungen für das Ergebnis je Aktie 2026 und 2027 nach oben, senkte zugleich aber leicht seine FCF-Prognose in diesem Jahr.

Während der Telefonkonferenz von MTU sei es vor allem um die Ziele für 2026 gegangen, schrieb er zudem. So impliziere die Prognose für das Ersatzteil- und Wartungsgeschäft ein organisches Umsatzwachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich, im Vergleich zu einem konzernweit erwarteten bereinigten operativen Ergebniswachstum von nur etwa 4 Prozent. Neben Belastungen für die Marge verwies der RBC-Analyst zudem auf Gegenwind durch Wechselkurse, wobei MTU diesbezüglich aber seiner Ansicht nach "übertrieben vorsichtig" ist, da ein Wechselkurs von 1,20 US-Dollar je Euro zugrunde gelegt werde.

2030 will MTU außerdem - wie bereits mitgeteilt - einen Umsatz von 13 bis 14 Milliarden Euro erwirtschaften, wovon 14,5 bis 15,5 Prozent als bereinigter operativer Gewinn übrig bleiben sollen. Allerdings lag diese Marge im vergangenen Jahr mit 15,5 Prozent bereits am oberen Ende der nun vom neuen Vorstandschef Johannes Bussmann angegebenen Spanne. Auch dies kam nicht überall gut an.

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