AKTIEN IM FOKUS: Autowerte schwach - Bericht über Stellenabbau hilft VW
26.06.2026 - 12:32:19 | dpa.deAuf Vortagsniveau hielt sich nur Volkswagen DE0007664039 (VW) nach einem Bericht über einen geplanten massiven Stellenabbau. Die Aktien stabilisierten sich weiter, nachdem sie am Mittwoch ein Tief seit dem Jahr 2010 markiert hatten.
VW will dem "Manager Magazin" zufolge in den kommenden Jahren den Stellenabbau mit der Streichung von bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Stellen massiv verschärfen. Bisher war bis 2030 die Streichung von 50.000 Stellen geplant. VW könnte mittelfristig vier deutsche Werke schließen und die Kernmarke VW sowie die Komponententochter in eigene Gesellschaften ausgliedern, hieß es weiter. Auch Börsengänge einzelner Marken wären denkbar. Der Konzern bestätigte, an Plänen für eine zukünftige Neuaufstellung zu arbeiten, will sich vorerst aber nicht im Detail zu verschärften Sparplänen äußern. IG Metall und VW-Betriebsrat kritisierten die neuen Sparpläne.
Seit Jahresbeginn haben die VW-Aktien gut ein Viertel ihres Werts eingebüßt. Auch die nationale Konkurrenz gehört 2026 zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Mercedes-Benz büßten am Freitag nun nochmals 0,9 Prozent ein, bei BMW DE0005190003 und der Porsche AG DE000PAG9113 steigerte sich das Minus bis auf 2,2 Prozent. Auch europaweit EU0009658681 schwächelte die Branche. In Paris zählten Valeo FR0000130338 und Stellantis NL00150001Q9 zu den größeren Verlierern.
Zum schwachen Branchenbild passte eine Studie des US-Analysehauses Bernstein Research, die sich mit der "elektrischen Revolution" in der globalen Autobranche beschäftigte. Eine Expertengruppe von Bernstein um den Analysten Stephen Reitman sieht die europäischen Hersteller und Zulieferer unter zunehmendem Druck, Verwerfungen zu antizipieren und zu meistern - quer durch Beschaffung, Produktion und Logistik. Die Herausforderung liege darin, sich weiterhin Relevanz auf dem Heimatmarkt zu sichern.
