AKTIEN IM FOKUS 2: US-Banken lÀuten Berichtssaison ein - JPMorgan im Minus
Veröffentlicht am: 12.01.2024 um 22:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(neu: JPMorgan schlieĂt im Minus)
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Berichtssaison in den USA ist am Freitag mit gemischten EindrĂŒcken aus dem Bankensektor eingelĂ€utet worden. In einigen FĂ€llen waren die ersten Reaktionen positiv, allen voran bei JPMorgan US46625H1005. Kursgewinne bei der Wall-Street-GröĂe hatten aber keinen Bestand. Es gab auch enttĂ€uschende Resultate wie etwa von den Konkurrenten Bank of America US0605051046 und Wells Fargo.
JPMorgan bescherten die stark gestiegenen Zinsen 2023 den höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte. Zudem ĂŒberraschte das Ziel fĂŒr den ZinsĂŒberschuss im Jahr 2024. Die Papiere der US-Bank erreichten mit einem Spitzenanstieg um 3,5 Prozent ein Rekordhoch, gingen aber letztlich 0,7 Prozent tiefer aus dem Handel. Ihr Börsenwert erreichte zeitweise die Marke von einer halben Billion US-Dollar.
Eine anfĂ€ngliche StĂ€rke war auch bei Citigroup US1729674242 erkennbar, deren Aktien um bis zu 3,4 Prozent zulegten. Im Gegensatz zu JPMorgan gingen sie am Ende mit einem Plus von gut einem Prozent aus dem Tag. Die GroĂbank will nach einem ĂŒberraschenden Quartalsverlust mittelfristig 20 000 ArbeitsplĂ€tze streichen. Ein relativ groĂer Branchengewinner blieben die Titel von Bank of New York Mellon US0640581007, die nach Zahlen um 4,0 Prozent anzogen.
Auf der negativen Seite tauchten Bank of America US0605051046 und Wells Fargo US9497461015 mit KursabschlÀgen von bis zu 3,3 Prozent auf. Bei der Bank of America enttÀuschten die HandelsertrÀge. Anders als beim Konkurrenten JPMorgan wurde 2023 trotz gestiegener Zinsen und geringerer Steuern auch weniger Gewinn erzielt. Zu Wells Fargo hieà es, die Kosten seien höher ausgefallen als erwartet.
In der Summe konnte der Branchenindex S&P 500 Financials seine frĂŒhen Gewinne nicht behaupten. Nach zuletzt gutem Lauf hatte er am Vortag schon nachgegeben und schloss nun mit 0,2 Prozent tiefer. Seit Ende Oktober hatte er im Marktvergleich besonders deutlich um bis zu 22 Prozent zugelegt. Anfang der Woche hatte der Sektorindex den höchsten Stand seit MĂ€rz 2022 erreicht.
Dieser Rally war zuletzt auch JPMorgan gefolgt. BewertungsmĂ€Ăig spielt die Bank in ihrem Sektor in einer eigenen Liga: Mit um die 500 Milliarden Dollar kann der Konzern zwar nicht mit den amerikanischen Tech-Giganten mithalten. Andere Wall-Street-BankengröĂen folgen aber mit groĂem Abstand: Bank of America kommt etwa auf die HĂ€lfte und weitere Institute wie Goldman Sachs US38141G1040, Morgan Stanley US6174464486 und Citigroup kommen auf maximal ein Viertel der JPMorgan-Bewertung.
Wie Timo Dums von DZ Bank urteilte, hat JPMorgan "einmal mehr die Reputation als Branchenprimus mit einem auĂerordentlichen GeschĂ€ftsjahr sowie einem positiven Ausblick untermauert". Letzteres und ein möglicher Spielraum fĂŒr AktienrĂŒckkĂ€ufe linderten das eigentlich schwache Fazit, das man vom vierten Quartal ziehen mĂŒsse. SchlieĂlich habe dieses die Erwartungen nicht ganz erfĂŒllt.
