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AKTIEN IM FOKUS: Deutsche Telekom gefragt - Kreise: Elliott hat sich beteiligt

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 12:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mit Kursgewinnen haben die Aktien der Deutschen Telekom DE0005557508 am Donnerstag auf einen womöglich neuen AktionÀr reagiert.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg hat der aktivistische Investor Elliott einen betrÀchtlichen Anteil am Bonner Telekomkonzern aufgebaut, um eine kolportierte Fusion des Mutterkonzerns mit der Tochter T-Mobile US US8725901040 zu verhindern. Die Papiere der Deutschen Telekom gewannen gegen Mittag knapp zwei Prozent auf rund 29 Euro.

Elliott habe angedeutet, dass die Deutsche Telekom ihre FusionsplĂ€ne fallen lassen sollte, berichtet Bloomberg und beruft sich auf informierte Personen. Stattdessen sollten andere Maßnahmen ergriffen werden, um den Wert des Unternehmens fĂŒr die AktionĂ€re zu steigern - etwa ĂŒber eine deutliche Ausweitung der AktienrĂŒckkĂ€ufe. Alle Beteiligten hĂ€tten die Angelegenheit nicht kommentieren wollen, so die Agentur.

"Aus konzeptueller Sicht sehen wir durchaus GrĂŒnde, warum ein aktivistischer Investor auf die Deutsche Telekom schaut", schrieb Akhil Dattani von JPMorgan. Die Aktien erschienen "extrem gĂŒnstig", trotz eines attraktiven, prozentual zweistelligen Gewinnwachstums. Ein Zusammengehen mit T-Mobile US, an der die Bonner gut 54 Prozent halten, wĂ€re "eine hochkomplexe Transaktion, gegen die sich die meisten Investoren stellen".

Druck seitens eines aktivistischen AktionĂ€rs könnte das Management der Telekom dazu zwingen, sich der Debatte zu stellen. Entweder um ein Fusionsinteresse einzurĂ€umen und die "Logik" dahinter zu erklĂ€ren - oder aber um einen solchen Deal formal auszuschließen.

Die Aktien von T-Mobile US haben den Nimbus des Highflyers an der Nasdaq Börse lĂ€ngst verloren. Vom Rekordhoch Anfang MĂ€rz vergangenen Jahres bei etwas mehr als 276 US-Dollar haben sie ein Drittel eingebĂŒĂŸt. Dattani nennt hierfĂŒr mehrere GrĂŒnde: Sorge ĂŒber Konkurrenz durch Satellitenbetreiber, ein womöglich zunehmender Wettbewerb im MobilfunkgeschĂ€ft, SchwĂ€che im Glasfasersegment und eine lange Liste anstehender Auktionen fĂŒr Mobilfunkfrequenzen. Diese UnwĂ€gbarkeiten lasteten auch auf der Muttergesellschaft und ihren Aktien, argumentiert der Experte.

Mit dem RĂŒckgang des T-Mobile-Kurses ging es auch fĂŒr die T-Aktie deutlich nach unten. Seit dem Mehrjahreshoch von fast 36 Euro fiel der Kurs der Telekom-Anteile um ein FĂŒnftel. Der Börsenwert der Deutschen Telekom liegt bei rund 140 Milliarden Euro. Das 54-prozentige Paket an der US-Mobilfunktochter ist umgerechnet gut 90 Milliarden Euro wert. Damit steuert T-Mobile US derzeit rund zwei Drittel zur Bewertung der Telekom bei. Im MĂ€rz 2025 hatte dieser Wert noch bei rund 80 Prozent gelegen.

FĂŒr Elliott wĂ€re es nicht der erste Einstieg im Telekomsektor, ergĂ€nzt Dattani. So hatte die Investmentgruppe beispielsweise in den Jahren 2018 und 2019 Anteile an Telecom Italia IT0003497168 und AT&T US00206R1023 aufgebaut.

In Deutschland wĂ€re ein Anteil von drei Prozent der ausstehenden Aktien der Deutschen Telekom meldepflichtig. Das wĂ€ren gut 145 Millionen Aktien, die zum aktuellen Kurs rund 4,2 Milliarden Euro wert sind. Elliott verwaltet nach eigenen Angaben Investments in Höhe von gut 80 Milliarden Dollar. GroßaktionĂ€re der Telekom sind die Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) und der Bund mit jeweils gut 14 Prozent, gefolgt vom US-Vermögensverwalter Blackrock mit 5,7 Prozent.

Gut kam die Meldung eines möglichen Einstiegs von Elliott bei der Deutschen Telekom am US-Markt an: Im spĂ€ten Handel an der Nasdaq verteuerten sich die Aktien von T-Mobile US um knapp drei Prozent. Es ist in dieser Woche nicht das erste Mal, dass Spekulationen um einen Elliott-Einstieg fĂŒr Anlegerfantasie sorgen. Erst am Dienstag bewegte dies die französische Air Liquide aus der Chemiebranche.

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