AKTIEN IM FOKUS: Zinsanstieg birgt Gefahren fĂŒr sichere AktienhĂ€fen
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 12:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDazu zÀhlen unter anderen die Immobilienwerte CH0024505783, die Telekombranche EU0009658947 und der Gesundheitssektor EU0009658723.
Diese Sektoren stehen fĂŒr stabile ErtrĂ€ge auch in konjunkturell schwachen Phasen. Sie erwirtschaften oftmals hohe Barmittel, die sie zu Teilen an die AktionĂ€re weitergeben. Mit attraktiven und sicheren Dividenden haben sie aus Sicht von Investoren einen Anleihe-Ă€hnlichen Status, im Englischen spricht man auch von "Bond-Proxy".
Das Problem: An den AnleihemÀrkten sind die Renditen zuletzt stark gestiegen. ZehnjÀhrige Bundesanleihen erklommen am Montag den höchsten Stand seit 15 Jahren. Mit einer Rendite von 3,31 Prozent sind sie aus Anlageperspektive mittlerweile eine attraktive Alternative zu Aktien geworden. Die 30-jÀhrigen deutschen Staatspapiere rentieren mit 3,8 Prozent sogar noch merklich höher.
Angesichts solcher Renditen schichten Anleger im Portfolio teilweise aus Aktien in Anleihen um. Opfer solcher Anpassungen an die neuen Marktbedingungen sind unter den Aktien zumeist eben die Bond-Proxies. Im Dax DE0008469008 traf es mit Vonovia DE000A1ML7J1, und Fresenius DE000FRE5EN2 zwei ihrer Vertreter mit Dividendenrenditen von gut 5 respektive 3,7 Prozent. Vonovia-Aktien verloren 1,8 Prozent und FMC DE0005785802 1,3 Prozent. Im MDax DE0008467416 bĂŒĂten die Papiere von Aroundtown LU1673108939 3,4 Prozent ein, die Immobiliengruppe wirft eine Dividendenrendite von 4 Prozent ab. Unter Druck gerieten auch TAG Immobilien DE0008303504 und LEG DE000LEG1110.
"Höhere Anleiherenditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und verteuern gleichzeitig Investitionen und Wachstum", schrieb Analyst Maximilian Wenke vom Broker Etoro. Am Anleihemarkt wĂŒrden Risiken wie Inflation, Staatsverschuldung und RisikoprĂ€mien unmittelbar eingepreist. In der Eurozone und wohl auch in den Vereinigten Staaten stehen die Zeichen auf Zinserhöhungen.
SchwÀchster Sektor waren am Montag die Immobilienwerte. Die 30 im Stoxx 600 Real Estate Sektor enthaltenen Aktien verloren im Schnitt 0,7 Prozent. Der Sektor fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juli. Hier kommt erschwerend hinzu, dass das GeschÀftsmodell von Immobiliengesellschaften stark auf Fremdfinanzierung basiert. Steigen die Renditen an den KapitalmÀrkten, steigen also tendenziell auch die Finanzierungskosten der Unternehmen. Zudem erschweren hohe Zinsen VerkÀufe aus dem Portfolio ebenso wie ZukÀufe.
