Aktien, Wien

Aktien Wien Schluss: ATX legt krÀftig zu

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 18:38 Uhr | dpa.de

Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag deutlich höher aus dem Handelstag verabschiedet.

Der ATX AT0000999982 gewann 2,44 Prozent auf 6.454,79 Punkte. An den europÀischen Leitbörsen ging es mehrheitlich in den Plusbereich und an der Wall Street etablierte sich im Verlauf eine klar positive Tendenz. Deutlich zulegen konnten an den US-Börsen vor allem die Technologiewerte nach stark aufgenommenen Microsoft US5949181045-Zahlen.

In der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison rĂŒckten Andritz AT0000730007, AMAG, Erste Group AT0000652011 und Verbund mit Quartalszahlen in den Fokus. Die auffĂ€lligste Kursreaktion gab es bei Andritz mit einem Plus von mehr als neun Prozent. Der Anlagenbauer hatte im ersten Halbjahr 2026 einen Rekord beim Auftragsbestand verzeichnet.

"Der Auftragseingang ĂŒbertrifft die Erwartungen nach dem Rekordwert von 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Quartal deutlich. Der starke Auftragsbestand schlĂ€gt sich nun schneller als erwartet in UmsĂ€tzen nieder und trĂ€gt so zur ProfitabilitĂ€t bei", schrieben die Analysten von Erste Group in einer ersten EinschĂ€tzung. Die Prognosen fĂŒr die GeschĂ€ftsjahre 2026 und 2027 wurden von Andritz bestĂ€tigt, wobei die Vorhersage fĂŒr 2026 laut EinschĂ€tzung der Erste-Experten konservativ erscheint.

Die Ergebnisse von Erste Group sind dank des neuen Polen-GeschĂ€fts, das in diesem Jahr erstmals in die Bilanz einfließt, deutlich gewachsen. Die Bank erzielte einen Nettogewinn von knapp 2,0 Milliarden Euro, das waren18,6 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Den Ausblick hob die Bank an. Die Erste-Aktie legte um 0,8 Prozent zu.

Die anhaltende Trockenheit sowie niedrigere Strompreise belasten Österreichs grĂ¶ĂŸten Stromerzeuger, den teilstaatlichen Verbund. Der Gewinn war im ersten Halbjahr 2026 um mehr als ein Drittel auf 518 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. FĂŒr das Gesamtjahr erwartet der Vorstand einen Gewinn von rund 1 bis 1,2 Milliarden Euro, wovon die HĂ€lfte an die AktionĂ€re ausgeschĂŒttet werden soll. Erste Group bewertete die Ergebnisse fĂŒr das abgelaufene Jahresviertel als wie erwartet schwach. Die Verbund-Anteilscheine verloren 2,6 Prozent.

Die Analysten von Barclays bestĂ€tigten ihre Einstufung "Equal Weight" fĂŒr die Aktien von Verbund in Reaktion auf die gemeldeten Halbjahreszahlen. Auch das Kursziel von 64,0 Euro fĂŒr die Titel des Stromversorgers wurde unverĂ€ndert belassen.

Der Aluminiumkonzern AMAG (Austria Metall AG) steigerte im ersten Halbjahr trotz Iran-Krieg und US-Zöllen die Erlöse und den Gewinn deutlich. Das Ergebnis nach Ertragssteuern kletterte im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 74 Prozent auf 40,7 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 850,7 Millionen Euro. Die AMAG-Papiere zogen um mehr als fĂŒnf Prozent an.

Die Raiffeisenbank International (RBI) hat am Donnerstag beim Landesgericht fĂŒr Zivilrechtssachen (LGZ) Wien eine Milliardenklage gegen den russischen Strabag AT000000STR1-KernaktionĂ€r Rasperia Trading Limited eingebracht. Auf Grundlage einer österreichischen Gerichtsentscheidung will RBI in Österreich 3,15 Milliarden Euro und somit jenen Schaden kompensieren, der ihrer Tochter in Russland durch Rasperia-Klagen entstanden ist. Die RBI-Titel gewannen 3,1 Prozent.

Ohne Zahlenvorlage zeigte die AT&S-Aktie AT0000969985 in einer sehr starken Branchenstimmung mit einem Kurssprung um fast 13 Prozent eine auffÀllige KursverÀnderung. Lenzing-Papiere gewannen weitere 6,4 Prozent.

Bawag AT0000BAWAG2 ist der Übernahme der irischen Bank PTSB einen großen Schritt nĂ€her gerĂŒckt. Deren AktionĂ€re stimmten auf der Hauptversammlung mit 91 Prozent fĂŒr das GeschĂ€ft und machten damit den Weg fĂŒr den Kauf frei. Die Übernahme soll im vierten Quartal 2026 oder im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Die Genehmigungen vom irischen High Court und der Regulatoren stehen noch aus. Die Bank legt fĂŒr die KomplettĂŒbernahme der Iren 1,6 Milliarden Euro auf den Tisch. BAWAG-Titel gingen mit plus 4,1 Prozent aus dem Handelstag.

Ins Blickfeld rĂŒckte auch eine Konjunkturprognose fĂŒr Österreich. Die Wirtschaftsleistung stagnierte im zweiten Quartal. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle SchnellschĂ€tzung des Österreichischen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (Wifo). Der durch den Iran-Krieg deutlich gestiegene Erdölpreis habe die österreichische Wirtschaft im zweiten Quartal belastet und dadurch die konjunkturelle Erholung unterbrochen. Die Konjunkturprognose fĂŒr 2026 bleibt laut den Wirtschaftsforschern aber bestehen.

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